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DSB – Deutscher Schaustellerbund e.V.

Politischer Austausch beim Schaustellerfrühstück auf dem Cannstatter Wasen

Von links: Pfarrer Torsten Heinrich, Pfarrer Johannes Bräuchle, Guido von Vacano, Thomas Fuhrmann, DSB-Präsident Albert Ritter, Simone Fischer MdB, Mark Roschmann und Wulf Wager
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Am 29. September fand auf dem Cannstatter Wasen in Stuttgart das 37. Schaustellerfrühstück in der festlich geschmückten Almhütte Royal der Familie Renoldi statt. Zahlreiche Schaustellerfamilien sowie Gäste aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung waren der Einladung des Schaustellerverbandes Südwest Stuttgart gefolgt. DSB-Präsident Albert Ritter und der Erste Vorsitzende des gastgebenden Schaustellerverbandes, Mark Roschmann, begrüßten die Anwesenden und gingen in ihren Ansprachen auf die aktuellen Anliegen der Schaustellerbranche ein.

Auch die DSB-Vizepräsidenten Josef Diebold und Kevin Kratzsch nutzten das traditionelle Schaustellerfrühstück, das im Kalender vieler regionaler Entscheidungsträger längst einen festen Platz hat, um mit ihren Schaustellerkolleginnen und -kollegen sowie Vertretern aus Politik und Verwaltung ins Gespräch zu kommen und sich über die aktuellen Herausforderungen der Branche auszutauschen.

Erstmals war auch ein Schaustellergottesdienst in die Veranstaltung integriert. Gestaltet wurde dieser von Pfarrer Torsten Heinrich, Leiter der Evangelischen Circus- und Schaustellerseelsorge der EKD und evangelischer Nationalseelsorger, sowie Pfarrer Johannes Bräuchle, der die evangelischen Schaustellerfamilien in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz auf ihrer Reise begleitet. Mit Pfarrer Sascha Ellinghaus, Leiter der Katholischen Circus- und Schaustellerseelsorge und katholischer Nationalseelsorger, war auch die katholische Schaustellerseelsorge beim Gottesdienst vertreten. Pfarrer Torsten Heinrich betonte: „Miteinander feiern und genießen sind in der heutigen Zeit wichtiger denn je. Wir müssen die Feste pflegen und sie bewahren.“

Hohe Energiekosten, Arbeitskräftemangel und Bürokratieabbau

In seiner Ansprache machte DSB-Präsident Albert Ritter deutlich, wie stark die gestiegenen Energiekosten und die allgemeine Preisentwicklung die Schaustellerbetriebe belasten. Gerade auf großen Volksfesten wie dem Cannstatter Wasen müssen Schausteller häufig hohe Strompreise zahlen. Ritter appellierte an die Politik, die Schaustellerinnen und Schausteller bei der Ausübung ihres Berufes und ihrer Aufgabe, den Menschen Freude zu bereiten, zu unterstützen. Bezahlbare Strom- und Kraftstoffpreise seien eine zentrale Voraussetzung, um Volksfeste wie den Cannstatter Wasen mit ihrem integrativen und identitätsstiftenden Charakter auch künftig zu erhalten. Zugleich betonte Ritter, dass ein solches Volksfest ohne die zahlreichen Helferinnen und Helfer, die eng mit den Schaustellerfamilien zusammenarbeiten, nicht möglich wäre. Er dankte der Polizei, der Feuerwehr und dem Deutschen Roten Kreuz für die langjährige und zuverlässige Zusammenarbeit sowie allen, die sich für die Bildung der beruflich Reisenden einsetzen.

Der Erste Vorsitzende des Schaustellerverbandes Südwest Stuttgart e.V., Mark Roschmann, ergänzte, dass neben den wirtschaftlichen Belastungen auch die zunehmende Bürokratie viele Schaustellerfamilien vor große Herausforderungen stelle, insbesondere bei der Gewinnung von Arbeitskräften. Volksfeste seien für alle da – deshalb müsse es auch für alle möglich sein, dort ohne unnötige bürokratische Hürden arbeiten zu können.

Thomas Fuhrmann, Bürgermeister für Wirtschaft, Finanzen und Beteiligungen, freute sich in seiner Rolle als „Wasen-Bürgermeister“ über die „unglaublich positive Stimmung“ und betonte: „Es gibt viele Themen, über die wir reden müssen und die wir partnerschaftlich angehen wollen. Ich freue mich auf viele tolle Begegnungen in den nächsten Tagen.“

Auch die Bundestagsabgeordnete Simone Fischer betonte die Bedeutung der Zusammenarbeit und würdigte das Engagement der Schaustellerverbände: „In diesen schwierigen Zeiten brauchen wir viel mehr Kooperation. Die Schaustellerverbände sind hier ein Vorbild. Sie sind wichtig. Das Fest ist wichtig. Ich danke den Schaustellerinnen und Schaustellern, dass sie für Stuttgart an den Traditionen festhalten.“

Guido von Vacano, Geschäftsführer der in.Stuttgart, sprach von einem „Fest der Zuversicht, der Hoffnung und der Zukunft“ und erklärte: „Die Vergangenheit trägt uns in die Zukunft, die wie damals herausfordernd ist. Was die Schausteller schaffen, ist Zufriedenheit bei den Menschen – ein großes Dankeschön für diese Gegenwart.“

Ein großer Erfolg war in diesem Jahr der historische Volksfestumzug im Rahmen des Cannstatter Wasens: „So viele Besucher hatten wir am Straßenrand und vor den Fernsehern noch nie“, so Wulf Wager, Erster Vorsitzender des Cannstatter Volksfestvereins.

Der Deutsche Schaustellerbund e.V. dankt dem Schaustellerverband Südwest Stuttgart e.V. und seinem Ersten Vorsitzenden Mark Roschmann für die Ausrichtung des traditionellen Schaustellerfrühstücks sowie für die hervorragende Öffentlichkeitsarbeit im Sinne der gesamten Schaustellerbranche.