UNESCO-Kommission überreicht Urkunde für die Schaustellerkultur auf Volksfesten in Deutschland
Mit einer feierlichen Zeremonie in Schwerin hat die Deutsche UNESCO-Kommission am 16. Juli 2026 die Urkunde zur Aufnahme der Schaustellerkultur auf Volksfesten in Deutschland in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes überreicht. Stellvertretend für die Schaustellerfamilien in ganz Deutschland nahmen DSB-Präsident Albert Ritter und DSB-Hauptgeschäftsführer Frank Hakelberg die Auszeichnung entgegen. Mit der Urkundenverleihung wurde die bereits im März 2026 bekanntgegebene Aufnahme nun auch offiziell gewürdigt.
Die Pressemitteilung des Deutschen Schaustellerbundes e.V. im Wortlaut:
Deutsche UNESCO-Kommission überreicht Urkunde an die Schausteller und Schaustellerinnen Deutschlands
Feierliche Verleihung in Schwerin würdigt über 1.200 Jahre gelebte Schaustellerkultur
Mit der Urkundenverleihung in Schwerin wurde die bereits im März 2026 bekanntgegebene Aufnahme der Schaustellerkultur auf Volksfesten in Deutschland in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes nun auch offiziell gewürdigt. DSB-Präsident Albert Ritter und Hauptgeschäftsführer Frank Hakelberg nahmen die Urkunde stellvertretend für die Schaustellerfamilien aus ganz Deutschland entgegen.
Die Auszeichnung würdigt die über 1.200 Jahre gewachsene und bis heute gelebte Schaustellerkultur auf Volksfesten in Deutschland. Zugleich unterstreicht sie die herausragende kulturelle, gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste. Mit ihren Betrieben beschicken Schaustellerfamilien Jahr für Jahr rund 9.750 Kirmessen, Jahrmärkte, Kirchweihen, Schützenfeste, Dulten und Kerwen. Damit schaffen sie Orte der Begegnung und des gesellschaftlichen Miteinanders, an denen sie jährlich rund 200 Millionen Besucherinnen und Besucher begrüßen.
„Die heutige Urkundenverleihung ist ein besonderer Moment für unsere Branche. Die Aufnahme in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes ist eine große Ehre und zugleich eine Würdigung der Leistungen der ca. 5.600 Schaustellerfamilien, die diese einzigartige Tradition Tag für Tag bewahren und weiterentwickeln. Diese Anerkennung erfüllt uns mit Stolz und macht deutlich, welchen unverzichtbaren Beitrag Volksfeste für das kulturelle Leben und den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland leisten“, so DSB-Präsident Albert Ritter.
Der Deutsche Schaustellerbund hatte das Anerkennungsverfahren gemeinsam mit seinen 89 Mitgliedsverbänden sowie den weiteren Trägergruppen – dem digitalen Kulturgut Volksfest-Archiv, vertreten durch Dr. Margit Ramus, und dem Bundesverband der Schausteller und Marktkaufleute, die die Urkunde ebenfalls entgegennahmen – initiiert und über mehrere Jahre begleitet. Die heutige Urkundenverleihung würdigt zugleich das gemeinsame Engagement aller beteiligten Trägergruppen, das den Weg für diese besondere Auszeichnung geebnet hat.
„Die Anerkennung unserer Schaustellerkultur als Immaterielles Kulturerbe ist nicht nur ein Grund zur Freude, sondern zugleich ein klarer Auftrag an Politik und Gesellschaft“, betonte Ritter. „Wer Volksfeste als Orte der Begegnung, der Tradition und des gesellschaftlichen Zusammenhalts bewahren will, muss auch die Schausteller als ihre Träger nachhaltig stärken. Dafür braucht es verlässliche politische Rahmenbedingungen und eine weiterhin enge Partnerschaft zwischen Schaustellergewerbe, Veranstaltern und der Politik auf kommunaler, Landes- und Bundesebene.“