DSB – Deutscher Schaustellerbund e.V.

191. Hauptvorstandssitzung des Deutschen Schaustellerbundes e.V. in Berlin

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Der Deutsche Schaustellerbund e.V. lud die Vorstände seiner 89 Mitgliedsverbände am 24. Juni 2026 zur 191. Hauptvorstandssitzung nach Berlin ein. Tagungsort war das Hotel TITANIC am Gendarmenmarkt im Herzen der Bundeshauptstadt.

Dem Beschluss der Hauptvorstände entsprechend, sich neben den Delegiertentagen im Winter auch während der laufenden Volksfestsaison regelmäßig über die aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen der Schaustellerbranche auszutauschen, folgten zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter der Schaustellerverbände aus dem gesamten Bundesgebiet der Einladung des DSB. Viele reisten bereits am Vortag an, um im Rahmen eines gemeinsamen Abendessens bei höchstsommerlichen Temperaturen und kühlen Getränken ins Gespräch zu kommen. Die Hauptvorstandssitzung bot erneut den Rahmen für einen intensiven Austausch über die aktuellen politischen Entwicklungen, die drängendsten Herausforderungen des Schaustellergewerbes und die Schwerpunkte der künftigen Verbandsarbeit.

Bericht des Hauptgeschäftsführers

Nach der Begrüßung durch DSB-Präsident Albert Ritter gab Hauptgeschäftsführer Frank Hakelberg einen Überblick über die wichtigsten Themen, mit denen sich der Deutsche Schaustellerbund in den vergangenen Monaten beschäftigt hat.

Zu Beginn seines Berichts informierte Hakelberg über die im März 2026 erfolgte Aufnahme der Schaustellerkultur auf Volksfesten in Deutschland in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes – ein historischer Meilenstein für die Schaustellerbranche. Damit wird die über 1.200-jährige Tradition des Schaustellergewerbes als lebendiger Bestandteil der deutschen Kulturlandschaft gewürdigt. Im Anschluss stellte der Hauptgeschäftsführer den für den 16. Juli 2026 in Schwerin geplanten Festakt zur offiziellen Verleihung sowie die künftigen Möglichkeiten der Nutzung des offiziellen Kulturerbe-Logos vor. Weitere Informationen sowie ein Leitfaden zur Verwendung des Logos werden den DSB-Mitgliedern unmittelbar nach der offiziellen Verleihung zur Verfügung gestellt.

Anschließend widmete sich Hakelberg den aktuellen politischen Herausforderungen des Schaustellergewerbes. Ein Schwerpunkt war dabei der anhaltende Arbeitskräftemangel, der nahezu alle Schaustellerbetriebe betrifft. Der Hauptgeschäftsführer erläuterte den aktuellen Sachstand der Gespräche mit der Bundesagentur für Arbeit sowie den Austausch mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales zur Schaffung einer eigenen Drittstaatenregelung für das Schaustellergewerbe, für die sich CDU-Generalsekretär Dr. Carsten Linnemann auf dem 75. Delegiertentag des Deutschen Schaustellerbundes in Paderborn ausgesprochen hatte. Zudem ging Hakelberg auf die Ergebnisse verschiedener Termine im Deutschen Bundestag ein, unter anderem mit Bundesministerin für Arbeit und Soziales Bärbel Bas. Für die Wochen vor der parlamentarischen Sommerpause kündigte er weitere Gespräche an, darunter einen Austausch mit Bundestagsabgeordneten von CDU und SPD, an dem unter anderem auch der Sprecher des Seeheimer Kreises, Esra Limbacher, teilnehmen wird. Ergänzend stellte Hakelberg die Zusammenarbeit des Deutschen Schaustellerbundes mit dem Personaldienstleister jobvalley vor, der DSB-Mitgliedern exklusive Konditionen bei der Vermittlung von Aushilfskräften bietet.

Ausführlich sprach der Hauptgeschäftsführer zudem über die aktuellen politischen Diskussionen zu den Sicherheitsmaßnahmen auf Volksfesten und Weihnachtsmärkten. Im Mittelpunkt standen die finanziellen Belastungen der Veranstalter und Schaustellerbetriebe durch zusätzliche Terrorabwehrmaßnahmen. Hakelberg berichtete vom Austausch des DSB im Bundeskanzleramt mit Staatsminister Dr. Matthias Meister, bei dem der DSB erneut deutlich machte, dass die Gewährleistung der inneren Sicherheit eine staatliche Aufgabe ist und die hierdurch entstehenden Kosten nicht auf Schaustellerbetriebe abgewälzt werden dürfen.

Im Anschluss widmete sich Hakelberg den steuer- und finanzpolitischen Themen, die die Schaustellerbranche derzeit beschäftigen. Hierzu zählten unter anderem die Diskussionen um eine mögliche Registrierkassenpflicht und die damit verbundenen Fragen zur praktischen Handhabung im reisenden Gewerbe, der Anwendungsbereich der §§ 6b und 7g des Einkommensteuergesetzes, die Kfz-Steuerbefreiung für Lkw-Packwagen im Schaustellergewerbe sowie die kommunale Verpackungssteuer. Darüber hinaus informierte Hakelberg über die bundesweite Initiative „Bargeld zählt“, mit der sich der Deutsche Schaustellerbund weiterhin für den Erhalt des Bargeldes als unverzichtbares Zahlungsmittel einsetzt.

Wie auf dem 75. Delegiertentag in Paderborn angekündigt, präsentierte Hakelberg den Hauptvorständen zwei neue Arbeitsschutzvideos, die der Arbeitsschutzbeauftragte des DSB, Robért Hempen, im Rahmen der gemeinsamen Arbeitsschutzkampagne Vision ZERO in Zusammenarbeit mit der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe erarbeitet hat. Die Erklärvideos zur Unterweisung von Mitarbeitenden sowie zur Leitung und Beaufsichtigung von Aufbau, Betrieb und Abbau stehen ab sofort auf der DSB-Website zur Verfügung und können im Mitgliederbereich in hochauflösender Qualität heruntergeladen werden.

Positive Entwicklungen konnte Hakelberg auch im Bereich der Bildung vermelden. Er berichtete unter anderem von der Übergabe des neuen Schulmobils an die Bezirksregierung Arnsberg, dessen Anschaffung das Bildungswerk des Deutschen Schaustellerbundes mit rund 10.000 Euro schulterte. Zudem informierte der Hauptgeschäftsführer über die Gespräche der Bundesfachberater für Bildung, Thomas Horlbeck und Jonas Fehrensen, mit dem Bundesministerium für Bildung zur frühkindlichen Bildung reisender Schaustellerkinder.

Berufsfragen

Bethel Thelen, DSB-Vizepräsident für Berufsfragen, ergänzte den Bericht des Hauptgeschäftsführers um Themen aus seinem Zuständigkeitsbereich. Schwerpunkte seines Berichts waren berufsrechtliche Fragestellungen, aktuelle Entwicklungen im Bereich der Fliegenden Bauten sowie die enge Zusammenarbeit des Deutschen Schaustellerbundes mit Politik und Behörden auf kommunaler, Landes- und Bundesebene.

Zu Beginn gab Thelen einen Überblick über die Ergebnisse der Sitzung des Arbeitskreises Fliegende Bauten, die am 11. März 2026 in Berlin stattfand. Darüber hinaus informierte er über den aktuellen Stand der gemeinsam mit dem TÜV SÜD durchgeführten Vor-Ort-Schulungen der Module 2 und 3, die im vergangenen Jahr von zahlreichen Schaustellerinnen und Schaustellern erfolgreich absolviert wurden. Aufgrund der großen Resonanz befindet sich der Deutsche Schaustellerbund bereits mit dem TÜV SÜD in Gesprächen, um das Schulungsangebot weiter auszubauen.

Einen weiteren Schwerpunkt bildete die politische Interessenvertretung des Deutschen Schaustellerbundes. Thelen betonte, dass die Anliegen des Schaustellergewerbes nur durch einen kontinuierlichen und vertrauensvollen Dialog mit den politischen Entscheidungsträgern auf kommunaler, Landes- und Bundesebene erfolgreich vertreten werden können. Als Beispiel verwies er auf die enge Zusammenarbeit der Schaustellerverbände mit Politik und Verwaltung während der Corona-Pandemie, die maßgeblich dazu beigetragen habe, passgenaue Unterstützungsmaßnahmen für die Schaustellerbetriebe zu erreichen. An diesen erfolgreichen Dialog gelte es auch künftig anzuknüpfen, um die aktuellen und kommenden Herausforderungen des Schaustellergewerbes gemeinsam mit der Politik zu bewältigen.

Anschließend berichtete Thelen über zahlreiche politische Gespräche auf Bundesebene. Hierzu zählten unter anderem Termine mit Bundesfinanzminister und Vizekanzler Lars Klingbeil, dem Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen, Dennis Rohde, CDU-Generalsekretär Dr. Carsten Linnemann sowie der Vorsitzenden des Tourismusausschusses des Deutschen Bundestages, Anja Karliczek.

Organisationsfragen

Vizepräsident Andreas Horlbeck informierte die Hauptvorstände über den aktuellen Stand der organisatorischen Vorbereitungen des 76. Delegiertentages des Deutschen Schaustellerbundes e.V., der vom 25. bis 28. Januar 2027 unter dem Motto „Zurück in die Zukunft“ in Bremen stattfinden wird. Gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Schaustellerverbandes des Landes Bremen e.V., Rudolf Robrahn, stellte er den aktuellen Planungsstand vor. Robrahn berichtete dabei von den zahlreichen bereits vorliegenden Anmeldungen zu den Veranstaltungen rund um den Delegiertentag und lud die Mitgliedsverbände herzlich in die Hansestadt ein. Darüber hinaus informierte Horlbeck über die organisatorischen Fristen sowie die weiteren Vorbereitungen für die größte Verbandstagung des Deutschen Schaustellerbundes e.V.

Im Anschluss berichtete der Vorsitzende des Süddeutschen Verbandes Reisender Schausteller e.V., Lorenz Kalb, über die Vorbereitungen des 77. Delegiertentages, der vom 20. bis 23. Januar 2028 unter dem Motto „Ein Stück Tradition“ in Nürnberg und Fürth stattfinden wird. Unter großem Applaus bestätigten die Hauptvorstände zudem die Austragungsorte der darauffolgenden Delegiertentage: 2029 wird der Deutsche Schaustellerbund in Berlin tagen, 2030 in Cottbus und 2031 in Bielefeld.

Marketing und Öffentlichkeitsarbeit

Vizepräsident Kevin Kratzsch berichtete über die erfolgreiche Marketing- und Öffentlichkeitsarbeit des Deutschen Schaustellerbundes. Einen Schwerpunkt bildete dabei die Fortführung der gemeinsamen Social-Media-Kampagne mit der Korth Media GmbH. Seit Beginn der Zusammenarbeit am 1. Juli 2025 konnten auf den Social-Media-Kanälen des Deutschen Schaustellerbundes bereits mehr als drei Millionen Aufrufe erzielt werden. Kratzsch erläuterte die Weiterentwicklung der Content-Produktion für die laufende Volksfestsaison. Hierfür sind Dreharbeiten auf Volksfesten in verschiedenen Regionen Deutschlands geplant, um die Vielfalt und Attraktivität der deutschen Volksfestkultur in den sozialen Medien noch sichtbarer zu machen.

Anschließend stellte Kratzsch den aktuellen Stand der repräsentativen DSB-Studie zur Bewertung von Volksfesten vor, die gemeinsam mit dem Süddeutschen Schaustellerverband durchgeführt wird. Im Mittelpunkt der Untersuchung steht die Befragung von Besucherinnen und Besuchern auf Volksfesten.

Ein besonderes Augenmerk richtete Kratzsch auf neue Vermarktungsmöglichkeiten für Volksfeste. Er zeigte auf, dass digitale Werbetafeln auf Festplätzen zusätzliche Einnahmequellen für Veranstalter erschließen und damit einen Beitrag zur Finanzierung von Volksfesten leisten könnten.

Abschließend ging Kratzsch auf die stetig wachsende Präsenz des Deutschen Schaustellerbundes auf politischen Veranstaltungen in Berlin und den Ländern ein. Als Beispiele nannte er das Sommerfest des Parlamentskreises Mittelstand (PKM) sowie das Sommerfest der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft, zu dem der Deutsche Schaustellerbund erstmals als Sponsor eingeladen war. Beide Veranstaltungen fanden am Tag nach der 191. Hauptvorstandssitzung in Berlin statt und boten zahlreiche Gelegenheiten, mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft über die Anliegen des Schaustellergewerbes ins Gespräch zu kommen. Ausführliche Berichte über die Sommerfeste des PKM und der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft folgen in der kommenden Komet-Ausgabe 5896.

Finanzen

Josef Diebold, Vizepräsident für Finanzfragen, berichtete über die aktuelle finanzielle Situation des Verbandes, die er als weiterhin stabil bezeichnete. Er dankte den Mitgliedsverbänden für ihre Verlässlichkeit bei Beiträgen und Umlagen, ohne die eine erfolgreiche Verbandsarbeit nicht möglich wäre. Erfreuliche Nachrichten konnte Diebold zudem bei der Mitgliederentwicklung vermelden: Erfreuliche Nachrichten konnte Diebold zudem bei der Mitgliederentwicklung vermelden: Erfreuliche Nachrichten konnte Diebold zudem bei der Mitgliederentwicklung vermelden: Die Zahl der Mitglieder im Deutschen Schaustellerbund steigt kontinuierlich an – im vergangenen Jahr kamen 110 neue Mitglieder hinzu – und unterstreicht das große Vertrauen der Schaustellerinnen und Schausteller in ihren Berufsspitzenverband.

Auf Nachfrage der anwesenden Hauptvorstände erklärten DSB-Präsident Albert Ritter sowie alle Vizepräsidenten, bei den Wahlen auf dem 76. Delegiertentag des Deutschen Schaustellerbundes e.V. in Bremen erneut zur Kandidatur für ihre jeweiligen Ämter bereitzustehen.

Zum Abschluss der Sitzung dankte DSB-Präsident Albert Ritter den Hauptvorständen für ihr zahlreiches Erscheinen, die konstruktiven Diskussionen und den engagierten Austausch. Am späten Nachmittag schloss er die 191. Hauptvorstandssitzung des Deutschen Schaustellerbundes e.V. unter großem Applaus mit den Worten: „Einigkeit macht stark.“