Bildung als Kapital der Zukunft – Austausch über die Weiterentwicklung von DigLu
Häufige Orts- und Schulwechsel stellen Schaustellerfamilien insbesondere bei der schulischen Bildung ihrer Kinder vor große Herausforderungen. Mit der bundesweiten Einführung von DigLu („Digitales Lernen unterwegs“) zum 1. Januar 2025 wurde ein einheitliches, verpflichtendes digitales System geschaffen, das die schulische Begleitung von rund 2.700 Kindern beruflich Reisender, darunter viele aus Schausteller- und Zirkusfamilien, unterstützt.
DigLu vernetzt die Stamm- und Stützpunktschulen sowie die zuständigen Lehrkräfte und ermöglicht eine kontinuierliche Dokumentation der individuellen Lernfortschritte. So können sich Lehrkräfte bei jedem Schulwechsel über den bisherigen Lernstand informieren und den Unterricht darauf abstimmen. Auch Eltern und Kinder erhalten einen besseren Überblick über die schulische Entwicklung.
Zum Austausch über die bisherigen Erfahrungen und die Weiterentwicklung von DigLu kamen am 5. Oktober 2026 Vertreter verschiedener Bildungsministerien mit DSB-Hauptgeschäftsführer Frank Hakelberg in der DSB-Hauptgeschäftsstelle in Berlin zusammen. An dem Treffen nahmen die DigLu-Projektleiter Friedhelm Jennessen aus dem nordrhein-westfälischen Ministerium für Schule und Bildung und Sven Busch aus dem Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur teil. Ebenfalls vertreten waren der Leitende Regierungsschuldirektor Mattias Otto aus Nordrhein-Westfalen und Monika Lang, Bereichslehrkraft und Ansprechpartnerin im baden-württembergischen Bildungsministerium.
Die Verantwortlichen berichteten von positiven Erfahrungen im bisherigen Regelbetrieb von DigLu. Insbesondere das standardisierte Anmeldeverfahren und die begleitenden Schulungsangebote erleichtern den Schaustellerkindern den Einstieg an wechselnden Schulen deutlich. DigLu ergänzt dabei die bestehenden schulischen Strukturen und schafft bessere Voraussetzungen für eine kontinuierliche Begleitung der Kinder während der Reise. Um den Zugang zu DigLu weiter zu erleichtern, arbeiten die beteiligten Ministerien derzeit an einer App-Version der Plattform.
DSB-Hauptgeschäftsführer Frank Hakelberg informierte über die positiven Rückmeldungen aus den Schaustellerfamilien und unterstrich die große Bedeutung von DigLu für die Bildung der Schaustellerkinder. Die Plattform trägt dazu bei, dass sie trotz häufiger Orts- und Schulwechsel kontinuierlich im Unterricht begleitet werden und gute Bildungschancen erhalten, ohne auf das Leben auf der Reise verzichten zu müssen.
Der Deutsche Schaustellerbund dankt Friedhelm Jennessen, Sven Busch, Mattias Otto und Monika Lang sowie allen weiteren Vertreterinnen und Vertretern der Bildungsministerien und Schulen für ihr großes Engagement für die schulische Bildung der Kinder beruflich Reisender.