Schaustellerfrühstück auf dem Liboriberg – Politik und Schausteller im direkten Austausch
Am 28. Juli 2026 fand im Rahmen der traditionsreichen Libori-Kirmes in Paderborn wieder das alljährliche Schaustellerfrühstück statt. Auf Einladung des designierten Bundesgesundheitsministers Dr. Carsten Linnemann und Daniel Sievekes, Parlamentarischer Staatssekretär im nordrhein-westfälischen Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung, kamen Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung und Schaustellerwesen auf dem Liboriberg zusammen, um über aktuelle Themen der Branche zu diskutieren. Linnemann, der am darauffolgenden Tag sein neues Amt übernehmen sollte, ließ sich aufgrund der bevorstehenden Amtsübernahme als „einmalige Ausnahme“ entschuldigen.
Zu den Gästen des ersten Schaustellerfrühstücks seit dem gelungenen 75. DSB-Delegiertentag in Paderborn zählten unter anderem Landrat Christoph Rüther und Bürgermeister Stefan-Oliver Strate, der die Schausteller im Januar bei ihrer größten Verbandstagung mit einem Grußwort in der Paderstadt willkommen geheißen hatte. Auch die Europaabgeordnete Verena Mertens, die zum Auftakt des 75. Delegiertentages zu den Schaustellervertretern gesprochen hatte, sowie mehrere Mitglieder der CDU-Ratsfraktion nahmen an dem Austausch teil. Das Schaustellergewerbe wurde unter anderem durch den DSB-Vizepräsidenten und Ersten Vorsitzenden des Schaustellervereins Paderborn e.V. Bethel Thelen sowie zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter der regionalen Schaustellerverbände repräsentiert.
Im Mittelpunkt der Gespräche standen die aktuellen politischen Rahmenbedingungen für das Schaustellergewerbe. Die geplante Registrierkassenpflicht wurden dabei ebenso thematisiert wie der Erhalt des Bargelds auf Volksfesten und Weihnachtsmärkten
Auch über den anhaltenden Arbeitskräftemangel sowie die wachsenden Belastungen durch Sicherheitskosten und bürokratische Auflagen wurde intensiv gesprochen. Die Schausteller unterstrichen dabei die Notwendigkeit eines schnellen und unbürokratischen Zugangs geflüchteter Menschen zum Arbeitsmarkt und verwiesen auf die besondere Integrationskraft des Schaustellergewerbes, in dem Menschen unterschiedlichster Herkunft auf den Volksfestplätzen seit jeher Seite an Seite arbeiten.
Auch ein sehr konkretes Anliegen für die Libori-Kirmes brachte DSB-Vizepräsident Bethel Thelen zur Sprache. Gegenüber der Stadt Paderborn setzte er sich dafür ein, die Musik auf dem Kirmesplatz in gedämpfter Form eine Stunde länger bis Mitternacht spielen zu lassen. Damit sollen auch Besucherinnen und Besucher, die erst zu späterer Stunde zur Kirmes kommen können, die Möglichkeit erhalten, ihr Traditionsfest ohne Abstriche zu genießen. Bürgermeister Stefan-Oliver Strate dankte Thelen für die Anregung und sagte zu, eine Verlängerung der Musikzeiten zugunsten der Gäste zu prüfen.
Zum Abschluss dankten die Schaustellervertreter ihren Gesprächspartnern aus Politik und Verwaltung für den offenen und konstruktiven Austausch. Das traditionelle Schaustellerfrühstück auf dem Liboriberg machte damit einmal mehr deutlich, welche Bedeutung der kontinuierliche Dialog zwischen Politik, Verwaltung und Schaustellergewerbe für die Zukunft der Volksfeste hat.
Über das Libori-Volksfest in Paderborn
Die Libori-Kirmes zählt zu den ältesten und größten Volksfesten Deutschlands. Ihren besonderen Charakter verdankt sie der bis heute erhalten gebliebenen Verbindung aus kirchlichen Feierlichkeiten und weltlichem Fest. Feierliche Zeremonien und Prozessionen lassen die jahrhundertealte Geschichte lebendig werden, während das Markt- und Kirmestreiben mit zahlreichen kulturellen Höhepunkten zum Feiern einlädt. Jedes Jahr zieht Libori mehr als 1,4 Millionen Besucherinnen und Besucher nach Paderborn, die entlang der Kirmesmeile eine Attraktion nach der anderen erwartet. Gefeiert wird das bedeutendste Fest der Paderstadt seit dem Jahr 836 zum Gedenken an den Heiligen Liborius von Le Mans.