„Ein Volksfest wie Crange ist gelebte Demokratie im Kleinen“ – DSB im politischen Austausch auf der Cranger Kirmes
Eröffnung
Mit dem festlichen Einzug der Schaustellerverbände und über 40 Traditionsfahnen, begleitet von einer Bergmannskapelle und prominenten Ehrengästen, wurde am Freitag, dem 7. August 2026, die Cranger Kirmes in Wanne-Eickel offiziell eröffnet. Im Herzen des Ruhrgebiets feierten etwa 2.000 Gäste im Festzelt den Auftakt des größten Volksfestes in Nordrhein-Westfalen. Bereits am Vortag strömten bei bestem Kirmeswetter rund 200.000 Besucherinnen und Besucher auf das Kirmesgelände.
Die feierliche Eröffnung unter dem diesjährigen Motto „Die intergalaktische Cranger Kirmes“ machte eindrucksvoll deutlich, welchen hohen Stellenwert das Traditionsfest für die gesamte Region hat. Bis zum 16. August begeisterte die Cranger Kirmes an elf Veranstaltungstagen etwa 3,9 Millionen Besucherinnen und Besucher.
Besondere politische Strahlkraft erhielt die diesjährige Eröffnung durch den Besuch des nordrhein-westfälischen Arbeitsministers und Trägers des Goldenen Karussellpferdes Karl-Josef Laumann. Gemeinsam mit DSB-Präsident Albert Ritter und Hernes Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda gab er den Startschuss für die 542. Cranger Kirmes. Mit dem traditionellen Ausruf „Piel op no Crange!“ eröffnete Dudda schließlich offiziell das größte Volksfest Nordrhein-Westfalens und läutete die Kirmes erstmals mit einer traditionellen Kirmesglocke auch buchstäblich ein.
Zuvor würdigte Laumann die großartige Arbeit der Schaustellerinnen und Schausteller auf den zahlreichen Traditionsfesten in Deutschland. Der NRW-Arbeitsminister, der im Jahr 2022 mit dem Goldenen Karussellpferd der Arbeitsgemeinschaft der Schaustellerverbände in Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet worden war und von Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda als „echter Kirmes-Kenner“ bezeichnet wurde, hob zugleich die gesellschaftliche Bedeutung der Volksfeste hervor. Mit einem großen Cranger Lebkuchenherz um den Hals brachte er diese am Beispiel der Cranger Kirmes auf den Punkt: „Ein Volksfest wie Crange ist gelebte Demokratie im Kleinen.“
Auch Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda stellte in seiner Ansprache das friedliche Miteinander in den Mittelpunkt und appellierte an die Gäste, respektvoll miteinander umzugehen und sich „in diesen nicht einfachen Zeiten Spaß am Leben zu gönnen“. Einen besonderen Dank richtete er an die Schaustellerinnen und Schausteller – „Ohne Euch wäre Crange nix“ – sowie an die Anwohner für ihre „Toleranz und ihr Verständnis“. Zugleich rief er alle Besucherinnen und Besucher dazu auf, Verantwortung für ihre Kirmes zu übernehmen: „Es ist Eure Kirmes! Passt darauf auf und verhindert, dass irgendjemand respektlos gegen Nachbarn, Ordnungsdienste, Polizei oder Rettungskräfte vorgeht.“
Den musikalischen Schlusspunkt der Eröffnungsfeier setzten die Country-Rocker von „The BossHoss“, die mit Rock statt Schlager für ausgelassene Stimmung im Festzelt sorgten und sich vom Cranger Publikum gebührend feiern ließen.
Im Anschluss kamen zahlreiche Politikerinnen und Politiker mit den Vertretern der Schaustellerverbände zusammen, um sich mehr als zwei Stunden lang unmittelbar auf dem Festplatz über zentrale Anliegen der Schaustellerbranche auszutauschen. Mit dabei waren unter anderem NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann, Dirk Wiese, Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Claudia Moll, Sprecherin des Seeheimer Kreises, sowie die Bundestagsabgeordneten Jens Behrens, Hendrik Bollmann und Ingo Vogel. Im Mittelpunkt der Gespräche standen insbesondere der Erhalt des Bargelds auf Volksfesten und Weihnachtsmärkten sowie der nach wie vor akute Arbeitskräftemangel im Schaustellergewerbe.
Traditioneller Festumzug zur Cranger Kirmes, Gottesdienst und Pferdemarkt
Nur einen Tag nach der feierlichen Eröffnung folgte am Samstag, dem 8. August, mit dem großen Festumzug der nächste Höhepunkt der Cranger Kirmes: Rund 4.500 Teilnehmende zogen beim traditionellen Umzug durch Herne – begleitet von etwa 150.000 Zuschauerinnen und Zuschauern. Besondere Aufmerksamkeit zog der Mottowagen des bekannten Düsseldorfer Wagenbauers Jacques Tilly mit den Figuren einer Polizistin, eines Sanitäters und eines Feuerwehrmannes auf sich. Anlässlich des 150-jährigen Bestehens des Löschzuges Eickel der Feuerwehr Herne setzte der Wagen ein sichtbares Zeichen für Respekt und Wertschätzung gegenüber den Einsatzkräften und wurde von den Zuschauerinnen und Zuschauern mit viel Applaus bedacht. Mit dabei war auch Kirmeskönigin Julia I., deren Amtszeit als engagierte Botschafterin der Kirmeskultur nun dort zu Ende ging, wo sie ein Jahr zuvor begonnen hatte. Ihre Krone übergab sie im Rahmen der feierlichen Wahl am 13. August an ihre Nachfolgerin und Jaquelyn I., die für die kommenden zwölf Monate die Volksfeste in Nordrhein-Westfalen repräsentieren wird.
Am Tag nach dem Festumzug fand der traditionelle und sehr gut besuchte Schaustellergottesdienst im Festzelt statt. Gemeinsam kamen die Schaustellerinnen und Schausteller im Glauben zusammen, beteten miteinander und gedachten der Verstorbenen.
Wie Volksfeste Tradition bewahren und zugleich immer wieder neue Wege gehen, zeigte in diesem Jahr auch die Neuinszenierung des traditionellen Pferdemarktes. Die Veranstaltung, die immer am Donnerstag vor der offiziellen Eröffnung der Cranger Kirmes stattfindet, wurde erstmals auf vier Tage ausgeweitet und um einen Mittelaltermarkt mit Gauklern, Zauberern, Musikanten und Händlern sowie spektakuläre Ritterspiele ergänzt.
Austausch mit der Kommunalpolitik: Cranger Gesprächsrunde mit der SPD-Fraktion
Wie in jedem Jahr fand auch 2026 die traditionelle Cranger Gesprächsrunde mit der SPD-Ratsfraktion der Stadt Herne statt – ein etablierter und wichtiger Bestandteil des Dialogs zwischen Kommunalpolitik und Schaustellerbranche. DSB-Präsident Albert Ritter und weitere Vertreter der Schaustellerverbände kamen am Montag, dem 10. August, mit den Kommunalpolitikern zusammen, um in offener Atmosphäre über aktuelle Themen und Zukunftsperspektiven zu sprechen. Auch die gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung der Cranger Kirmes für die gesamte Region stand im Mittelpunkt.
„Die Cranger Kirmes zeigt jedes Jahr aufs Neue, wie wichtig der enge und vertrauensvolle Austausch zwischen Schaustellern, Veranstaltern und Politik ist. Nur gemeinsam können wir die richtigen Rahmenbedingungen schaffen, damit unsere Volksfeste auch in Zukunft lebendige Orte der Begegnung und des gesellschaftlichen Miteinanders bleiben“, betonte DSB-Präsident Albert Ritter.
Referententagung der ArGe NRW und Austausch mit dem Komet
Bei der Referententagung der Arbeitsgemeinschaft der Schaustellerverbände in Nordrhein-Westfalen kamen Vertreter der Schaustellerverbände und Veranstalter von Volksfesten zusammen, um ein Zwischenfazit der diesjährigen Volksfestsaison zu ziehen. Im Mittelpunkt standen aktuelle Themen der Branche sowie die Rahmenbedingungen für die Durchführung der Volksfeste. Dabei sprachen sich die Schaustellerverbände insbesondere für transparente Standgebühren und Vergabekriterien aus.
Im Gespräch zwischen dem DSB-Präsidium vertreten von Präsident Albert Ritter und Vizepräsident Kevin Kratzsch sowie der Komet-Geschäftsleitung um Martin Eckert und Christoph Schober wurde die Zusammenarbeit im vergangenen Jahr beleuchtet und darüber beraten, wie die traditionsreiche und enge Partnerschaft zwischen dem Deutschen Schaustellerbund und der Schaustellerfachzeitschrift künftig weiterentwickelt werden kann. Um auch den Austausch mit den regionalen Mitgliedsverbänden weiter zu intensivieren, sagte die Geschäftsleitung des Komet ihre Teilnahme an der Marketingsitzung im Rahmen des 76. DSB-Delegiertentages 2027 in Bremen zu.
Am 16. August ging die 542. Cranger Kirmes nach elf Festtagen zu Ende – in diesem Jahr wegen der anhaltenden Trockenheit und der damit verbundenen Brandgefahr ohne das traditionelle Abschlussfeuerwerk. Rund 3,9 Millionen Besucherinnen und Besucher hatten gemeinsam das größte Volksfest Nordrhein-Westfalens gefeiert und damit einmal mehr eindrucksvoll gezeigt, welche große gesellschaftliche Bedeutung die Cranger Kirmes weit über die Region hinaus besitzt.