75. Delegiertentag des Deutschen Schaustellerbundes in Paderborn
Schaustellerinnen und Schausteller aus ganz Deutschland kamen vom 22. bis zum 25. Januar 2026 nach Paderborn, um den 75. Delegiertentag – den Jubiläumsdelegiertentag – des Deutschen Schaustellerbundes zu begehen. An insgesamt vier Tagen diskutierten die Delegierten die aktuellen Herausforderungen der Branche und erarbeiteten im weltgrößten Schaustellerparlament gemeinsam Lösungsansätze. Der Deutsche Schaustellerbund stellte dabei einmal mehr seine Leistungsstärke als Berufsspitzenorganisation des deutschen Schaustellergewerbes unter Beweis.
Mehr als 1.400 Gäste, darunter Schausteller und Schaustellerinnen aus ganz Deutschland und Europa, hochkarätige Ehrengäste sowie weit über 100 Traditionsfahnen der Schaustellerverbände – die imposante Großkundgebung des DSB in Paderborn führte allen Anwesenden eindrucksvoll die Geschlossenheit des schlagkräftigsten Schaustellerverbandes der Welt vor Augen. Unter den Gästen befanden sich zahlreiche prominente Entscheidungsträger der Politik aller Ebenen, die der gemeinsamen Einladung des DSB und des Paderborner Schaustellervereins gefolgt waren. Die sensationellen Leistungen des Paderborner Verbandes um seinen Ersten Vorsitzenden und DSB-Vizepräsidenten Bethel Thelen, der sich über die gesamte Dauer des 75. DSB-Delegiertentages als hervorragender Gastgeber erwies, waren beispielhaft. Gleiches gilt für den engagierten Einsatz seiner Frauen sowie der Paderborner Schaustellerjugend.
Die beeindruckende Großkundgebung des DSB lieferte den politischen Entscheidern auch in diesem Jahr gewichtige Argumente für den Erhalt der Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland. DSB-Präsident Albert Ritter richtete im Rahmen der Veranstaltung seinen eindringlichen Appell an die anwesenden Politikerinnen und Politiker und forderte sie mit klaren Worten auf, die Schaustellerbranche in ihrem Einsatz für bessere Rahmenbedingungen für ihr Gewerbe nachhaltig zu unterstützen. Die politischen Redner, darunter der 1. Vizepräsident des NRW-Landtages Rainer Schmeltzer, MdL, Christof Rasche, 3. Vizepräsident des NRW-Landtages (FDP), MdL, der Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, Karl-Josef Laumann, MdL, der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister des Innern Christoph de Vries, MdB, der Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen Felix Banaszak, MdB, sowie der aus Paderborn stammende Generalsekretär der CDU Dr. Carsten Linnemann, MdB, Wibke Brems, Vorsitzende der GRÜNEN-Landtagsfraktion Nordrhein-Westfalen, MdL, sowie Thorsten Schick, Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion Nordrhein-Westfalen, MdL griffen die Lösungsvorschläge des DSB zu den aktuellen Herausforderungen auf, über die das weltweit größte Schaustellerparlament in den folgenden Tagen gemeinsam beriet.
Den Höhepunkt des 75. Delegiertentages des DSB bildete auch in diesem Jahr der traditionelle Fahneneinmarsch der Schaustellerverbände. Die weit über 100 Fahnendelegationen bewiesen eindrucksvoll den Zusammenhalt der großen Schaustellerfamilie. Begleitet wurde der stimmungsvolle Einzug der Fahnen von der musikalischen Untermalung des Bahn-Orchesters Altenbeken und den stehenden Ovationen des Publikums. Noch bevor die Anwesenden die deutsche Nationalhymne anstimmten, erinnerte DSB-Präsident Albert Ritter an die große Bedeutung der ersten Zeile „Einigkeit und Recht und Freiheit“ für die Schaustellerverbände in Deutschland.
Als Ausrichter und Gastgeber des 75. Delegiertentages hieß Bethel Thelen, DSB-Vizepräsident und Erster Vorsitzender des Schaustellervereins Paderborn, der im Jahr 2026 sein 65-jähriges Bestehen feiert, die Gäste in der voll besetzten PaderHalle willkommen. Er dankte den zahlreichen anwesenden Politikerinnen und Politikern für ihr ungebrochenes Interesse an der Schaustellerbranche und hob besonders die langjährige, vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Entscheidungsträgern in Paderborn hervor.
Paderborns Bürgermeister Stefan-Oliver Strate schloss sich der Begrüßung von Bethel Thelen an und würdigte die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Paderborner Schaustellern rund um die – nach seinen Worten – älteste Kirmes der Welt, die Libori-Kirmes, die jährlich mehr als 1,5 Millionen Menschen in die Paderstadt zieht. Zugleich wünschte er den in Paderborn versammelten Schaustellervertretern erfolgreiche und produktive Tagungen. Mit sichtbarem Stolz sprach Strate über die große Bedeutung der Libori-Kirmes und der Weihnachtsmärkte für die Stadt, die das Leben in Paderborn prägen und zugleich ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Region sind. Die Schaustellerinnen und Schausteller, so der Bürgermeister, machten Paderborn mit ihrem Engagement noch lebenswerter.
Der 1. Vizepräsident des Nordrhein-Westfälischen Landtages, Rainer Schmeltzer, nutzte seine Rede, um die große Bedeutung der Schausteller für das gesellschaftliche Leben in Deutschland und insbesondere in Nordrhein-Westfalen als „Kirmesland Nr. 1“ hervorzuheben. Als Träger des Goldenen Karussellpferds der Arbeitsgemeinschaft der Schausteller in Nordrhein-Westfalen für sein herausragendes Engagement und seinen bedeutenden Beitrag zum Erhalt und zur Förderung des kulturellen und wirtschaftlichen Erbes von Kirmes, Volksfest und Weihnachtsmarkt, dankte er den Schaustellern für ihren unermüdlichen Einsatz und machte deutlich, dass Volksfeste und Jahrmärkte nicht nur Traditionsträger seien, sondern auch einen wertvollen wirtschaftlichen und kulturellen Beitrag leisteten. Besonders unterstrich Schmeltzer die Notwendigkeit, bürokratische Hürden abzubauen, die den Schaustellern den Alltag erschweren, und forderte zugleich Rahmenbedingungen, die den Betrieben ihre tägliche Arbeit erleichtern und die jahrhundertealte Volksfestkultur nachhaltig schützen. Zudem sprach er sich deutlich dafür aus, dass die „öffentliche Hand“ die Kosten tragen müsse, wenn sie Sicherheitsmaßnahmen einfordere.
Auch Dirk Wiese, Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, war nach Paderborn gekommen. Auf die freundliche Einladung von DSB-Präsident Albert Ritter hin richtete auch er ein spontanes Grußwort an die Schaustellerinnen und Schausteller, in dem er auf die langjährige, vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen dem Deutschen Schaustellerbund und dem Seeheimer Kreis einging. Wiese erinnerte dabei an die traditionellen Veranstaltungen des Seeheimer Kreises im politischen Berlin, bei denen der DSB seit vielen Jahren mit seinem historischen Kirmesstand sowie kirmestypischen Spezialitäten wie gebrannten Mandeln, Popcorn und Zuckerwatte für authentisches Volksfestflair sorgt und zugleich den politischen Dialog über die Anliegen der Schaustellerbranche pflegt.
Dass die Interessen der Schausteller auch auf höchster politischer Ebene Gehör finden, machte der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister des Innern, Christoph de Vries, MdB, in seiner Rede deutlich, als er auf die drängenden Herausforderungen der Branche einging. Mit Blick auf die Diskussion um Sicherheitskosten von Volksfesten und Weihnachtsmärkten nahm er den Bund in die Pflicht, die Kommunen bei der Durchführung von Traditionsveranstaltungen stärker zu unterstützen. Die entstehenden Kosten für Sicherheitsmaßnahmen dürften nicht von den hart arbeitenden Schaustellerfamilien getragen werden, so de Vries. Zugleich sicherte er seine Unterstützung beim Bürokratieabbau zu und sprach sich für eine in allen Bundesländern gleichermaßen hürdenarme Gestattungspraxis für reisende Gastronomiebetriebe aus.
Ein besonderes Highlight bildete die Talkrunde der Vertreter der NRW-Landtagsparteien mit Rainer Schmeltzer, 1. Vizepräsident des NRW-Landtages (SPD), MdL, Christof Rasche, 3. Vizepräsident des NRW-Landtages (FDP), MdL, Wibke Brems, Vorsitzende der GRÜNEN-Landtagsfraktion Nordrhein-Westfalen, MdL, sowie Thorsten Schick, Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion Nordrhein-Westfalen, MdL. DSB-Präsident Albert Ritter moderierte die Gesprächsrunde, in der die Politiker – passend zum Bühnenbild vor der leuchtenden Fassade eines Breakdance-Fahrgeschäfts in Autoscooter-Chaisen sitzend – ihre Positionen zu den zentralen Themen der Schaustellerbranche darlegten, darunter der Arbeitskräftemangel, die Bedeutung des Bargelds, Wettbewerbsnachteile gegenüber europäischen Kollegen sowie die hohen Energiekosten infolge der für Schaustellerbetriebe nicht greifenden Strompreisbremse.
Der Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Felix Banaszak, MdB, lobte in seinem Grußwort mit Blick auf die Nachhaltigkeit von Volksfesten und Weihnachtsmärkten die zahlreichen bereits unternommenen Schritte der Schaustellerbranche und stellte klar, dass die Forderung der Politik nach einem vollständigen Verzicht auf Verpackungen sowie der ausschließlichen Nutzung von Bioprodukten auf Volksfesten über das Ziel hinausschieße. Es gehe auch künftig darum, auf bundespolitischer Ebene gemeinsam die Weichen so zu stellen, dass die Schausteller der nächsten Generationen ihrer Berufung, den Menschen Freude zu bereiten, sorgenfrei nachgehen können und auch die kommenden Generationen der Volksfestgäste – wie die seiner Tochter, die den Bundesvorsitzenden nach Paderborn begleitete – einzigartige Erinnerungen auf den deutschen Volksfesten sammeln können.
Der Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, Karl-Josef Laumann, MdL, betonte in seiner Rede die tiefe Verwurzelung der Volksfeste in ganz Deutschland. Als Westfale erzählte er von seinen lebendigen Erinnerungen an die vielen Volksfeste in NRW, die für viele Regionen seiner Heimat weit mehr als nur Feste seien – sie stehen für Tradition, Zusammenhalt und Identität. Jede Region, so Laumann, habe ihr eigenes Volksfest, geprägt von lokalen Bräuchen und tief verankert im Leben der Menschen. Wer das Fest seiner Heimat besuche, trage immer auch ein Stück seiner Region in sich, erklärte er und unterstrich damit die kulturelle und soziale Bedeutung der vielen jahrhundertealten Volksfesttraditionen. Zum Erhalt dieser lebendigen Kultur brauche es Rahmenbedingungen, die den Schaustellern das Gewerbe auf der Reise auch weiterhin möglich machen. Dabei gehe es besonders um die Arbeitsbedingungen der Schausteller sowie um ihre wichtige Rolle als Arbeitgeber. Mit Blick auf die Diskussionen um die Sicherheit von Großveranstaltungen mahnte Laumann zur Besonnenheit. Eine „absolute Sicherheit“ könne es nicht geben. Entscheidend sei vielmehr, bei allen Maßnahmen mit Augenmaß und Realismus vorzugehen. DSB-Präsident Albert Ritter dankte Arbeitsminister Laumann für die jahrelange, vertrauensvolle Zusammenarbeit, die 2024 einen wertvollen Beitrag zur Abschaffung der Gestattungspflicht für Schaustellerbetriebe in Nordrhein-Westfalen darstellte, und machte zugleich deutlich, dass mit Blick auf den Arbeitskräftemangel verlässliche Zugangswege zu qualifiziertem Personal unerlässlich sind.
Den gebührenden politischen Schlusspunkt der Großkundgebung setzte mit dem Generalsekretär der CDU, Dr. Carsten Linnemann, MdB, ein echter Paderborner, der nicht nur eine enge Freundschaft zu den Mitgliedern des Schaustellervereins Paderborn um seinen Ersten Vorsitzenden und DSB-Vizepräsidenten Bethel Thelen pflegt, sondern den Traditionen und Bräuchen seiner Heimatstadt rund um die einzigartige Libori-Kirmes tief verbunden ist. In Kenntnis der Herausforderungen seiner Schaustellerfreunde sicherte Linnemann der aus ganz Deutschland zusammengekommenen Schaustellerfamilie unter großem Applaus seine entschlossene Unterstützung beim Erwirken einer neuen Drittstaatenregelung für die Schaustellerbranche zu, um den Arbeitskräftemangel auf den deutschen Volksfesten wirksam zu bekämpfen. Hierfür lud er die Vertreter des Deutschen Schaustellerbundes zu einem zeitnahen gemeinsamen Austausch in Berlin ein.
Für ein stimmungsvolles musikalisches Rahmenprogramm zwischen den Grußworten sorgte zudem die Sängerin Alina, die den Weihnachtsmarktsong der Deutschen Schausteller „Dann küss’ ich halt den Weihnachtsmann“ präsentierte.
Präsident Albert Ritter dankte den anwesenden Politikerinnen und Politikern für ihre Unterstützung der Schaustellerbranche und unterstrich zugleich, dass die gemeinsamen Ziele nur erreicht werden können, wenn Politik und Schausteller geschlossen an einem Strang ziehen. So schloss er die Großkundgebung des 75. Delegiertentages mit den bedeutsamen Worten: „Einigkeit macht stark!“