DSB – Deutscher Schaustellerbund e.V.

17. Volksfestreferententagung in Oberhausen

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Rund 50 Marktmeister, Verantwortliche aus Kultur- und Wirtschaftsämtern, Mitarbeiter aus Marketinggesellschaften sowie Vertreter der Schaustellerbranche nahmen am 26. Februar an der 17. Volksfestreferententagung der ArGe NRW in Oberhausen teil. Im Mittelpunkt der Tagung standen die aktuellen Herausforderungen bei der Durchführung von Volksfesten und Weihnachtsmärkten in Nordrhein-Westfalen.

DSB-Präsident und Erster Vorsitzender der ArGe NRW, Albert Ritter, sowie DSB-Hauptgeschäftsführer Frank Hakelberg, der mit einem Impulsvortrag in die Diskussion einführte, begleiteten den fachlichen Austausch und brachten die Perspektiven der Schaustellerbetriebe ein.

Wie schon im Vorjahr lag ein besonderer Schwerpunkt auf dem Einsatz technischer Schutzmaßnahmen bei Großveranstaltungen. Die Teilnehmenden erörterten hierzu bestehende Konzepte, praktische Erfahrungen sowie die medialen Diskussionen um Sicherheitskosten. Dabei verwiesen sie auch auf einen Beschluss des Präsidiums des Deutschen Städtetages vom November 2025, in dem festgestellt wird, dass terrorbedingte Sicherungsmaßnahmen eine erhebliche zusätzliche Belastung für Kommunen und Veranstalter darstellen und Bund und Länder zur Übernahme dieser Kosten aufgefordert werden.

Darüber hinaus wurden die Entwicklungen im Bereich digitaler Bewerbungsverfahren dargestellt. Marktmeister und Schausteller, die bereits mit solchen Systemen arbeiten, berichteten von bürokratischen Erleichterungen im Bewerbungsprozess und früherer Planungssicherheit für die Saison.

Ein weiteres zentrales Thema war der dauerhafte Erhalt von Akzeptanz und Verfügbarkeit von Bargeld auf Volksfesten und Weihnachtsmärkten. Bargeld ermöglicht schnelle und verlässliche Bezahlvorgänge – insbesondere auf Volksfestplätzen, Wochen- und Jahrmärkten, auf denen eine stabile digitale Infrastruktur (noch) nicht überall gewährleistet ist.

DSB-Präsident Ritter erläuterte zudem die steuerrechtlichen Möglichkeiten bei Verkauf und Reinvestition von Schaustellerbetrieben im europäischen Vergleich. Eine Ausweitung entsprechender Regelungen könnte die Investitionsfähigkeit und Wettbewerbsstärke kostenintensiver Betriebe nachhaltig stärken und der Attraktivität der Volksfeste zuträglich sein.

DSB-Präsident Ritter dankte Oberhausens Oberbürgermeister Thorsten Berg für die Einladung in den historischen Ratssaal der Stadt Oberhausen, den er als passenden Rahmen für die Tagung würdigte. Das 1930 errichtete Gebäude wurde 2023 umfassend modernisiert, dabei konnte auch das im Krieg beschädigte Deckenrelief originalgetreu wiederhergestellt werden. So vereine das Rathaus im Stil des Backstein-Expressionismus – wie die Schaustellerbranche selbst – Geschichte und modernste Technik.

Ein besonderer Dank gilt zudem dem Beigeordneten für Bürgerservice, öffentliche Ordnung, Personal und IT, Michael Jehn, sowie der Werbegemeinschaft Oberhausener Kirmessen e.V. mit ihrem Vorsitzenden Kristoffer Krenz und ihrer Geschäftsführerin Sina Malich für ihre praxisnahen Impulse aus ihrem Arbeitsalltag rund um die Organisation der traditionellen Fronleichnamskirmes in Oberhausen. Großer Dank gilt auch dem Verein reisender Schausteller Oberhausen e.V. um seinen Ersten Vorsitzenden Rudolf Schütze jun. für die engagierte Unterstützung bei der Durchführung der Volksfestreferententagung sowie für die gelebte Brauchtumspflege auf der Sterkrader Fronleichnamskirmes im Sinne der gesamten Schaustellerbranche.