DSB – Deutscher Schaustellerbund e.V.

Pressekonferenz, Fachgruppensitzungen und Interschau des 75. DSB-Delegiertentages in Paderborn

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Der 75. Delegiertentag des Deutschen Schaustellerbundes in Paderborn bot den Schaustellerinnen und Schaustellern aus ganz Deutschland erneut DIE zentrale Plattform für Austausch, fachliche Vertiefung und strategische Weichenstellungen. Vom 22. bis zum 25. Januar 2026 standen neben der Großkundgebung und dem Plenum selbst insbesondere die Pressekonferenz, die Fachgruppensitzungen sowie die Interschau im Mittelpunkt des viertägigen Verbandstreffens. In den unterschiedlichen Gremien und Veranstaltungsformaten zeigte sich einmal mehr die inhaltliche Breite und organisatorische Stärke des weltgrößten Schaustellerparlaments.

Pressekonferenz – Aktuelle Herausforderungen der Schaustellerbranche im Fokus

Bereits am Morgen des 22. Januar, einen Tag vor der Großkundgebung, lud der Deutsche Schaustellerbund zur offiziellen Pressekonferenz in Form eines Pressefrühstücks ein. DSB-Präsident Albert Ritter informierte die anwesenden Journalistinnen und Journalisten über die aktuelle Situation der Schaustellerbranche sowie über die drängendsten Herausforderungen des reisenden Gewerbes.

DSB-Vizepräsident und Erster Vorsitzender des Schaustellervereins Paderborn, Bethel Thelen, hieß die Vertreterinnen und Vertreter der Medien in der Paderstadt willkommen und erläuterte den Inhalt und organisatorischen Ablauf des Verbandtreffens. DSB-Hauptgeschäftsführer Frank Hakelberg stellte ergänzend die aktuellen Zahlen und Kennwerte der DSB-Wirtschaftsstudie vor, die auf der Website des Deutschen Schaustellerbundes abrufbar ist. 

Paderborns Bürgermeister Stefan-Oliver Strate würdigte die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Paderborner Schaustellern rund um die – nach seinen Worten – älteste Kirmes der Welt, die Libori-Kirmes, die jährlich mehr als 1,5 Millionen Menschen in die Paderstadt zieht. Zugleich wünschte er den in Paderborn versammelten Schaustellervertretern erfolgreiche und produktive Tagungen.

Matthias Amediek, Marktmeister der Stadt Paderborn, berichtete von der digitalen Vorreiterrolle der Stadt bei der Vorbereitung der Libori-Kirmes. Gemeinsam mit dem Schaustellerverein Paderborn wurde ein neues Online-Bewerbungsverfahren entwickelt, das sowohl den Schaustellern die Bewerbung erleichtert, als auch die Verwaltungsabläufe effizienter gestaltet. Das System ermöglicht eine frühzeitige Planung und Standplatzvergabe und soll dazu beitragen, Großfahrgeschäfte für das Liborifest zu gewinnen.

Marketing-Sitzung: Expertengespräch und gemeinsamer Austausch über neue Social-Media-Strategien für Schaustellerbetriebe

Am 22. Januar, am Vorabend der Fachgruppensitzungen, fand die Marketingsitzung des Deutschen Schaustellerbundes in der Königsträßer Kompanie des Schützenhofs Paderborn statt. Rund 100 Schaustellerinnen und Schausteller folgten der Einladung von DSB-Vizepräsident für Marketing Kevin Kratzsch zu einem intensiven Austausch über die Chancen und Potenziale von Social Media für die Schaustellerbranche.

Als Referenten wirkten Alina Wichmann, Produzentin des DSB-Weihnachtsmarktsongs, sowie Noah-Levi Korth von der Korth Media GbR mit, die seit Juli 2025 die Social-Media-Kampagne des Deutschen Schaustellerbundes begleitet. Die gemeinsam umgesetzte Kampagne führte zu einer deutlichen Steigerung der Reichweite der DSB-Kanäle und erreichte bis zum Delegiertentag in Paderborn mehr als 2,3 Millionen Menschen auf den Plattformen Instagram, Facebook und TikTok.

Im Mittelpunkt der zweistündigen Sitzung stand die praxisnahe Frage, wie Schaustellerbetriebe digitale Plattformen wie Instagram, TikTok, Facebook, Snapchat oder Twitch strategisch für ihre Außendarstellung nutzen können. Die Experten erläuterten konkrete Ansätze zur Steigerung der Sichtbarkeit, zur Entwicklung einer klaren Content-Strategie sowie zur gezielten Ansprache unterschiedlicher Zielgruppen. Auch die Zusammenarbeit mit Influencern als Multiplikatoren wurde intensiv diskutiert. Darüber hinaus wurde erörtert, wie nicht nur einzelne Betriebe, sondern auch ganze Volksfeste und Weihnachtsmärkte von einer professionellen Social-Media-Präsenz profitieren können.

Die rege Beteiligung der Teilnehmenden, die zahlreiche Fragen stellten und eigene Erfahrungen aus der Praxis einbrachten, unterstrich die große Relevanz des Themas für die Branche. Zum Abschluss dankte Vizepräsident Kratzsch den Anwesenden für den offenen und konstruktiven Austausch.

Bildungswerk

Am 23. Januar 2026 kamen die Mitglieder des Bildungswerks des Deutschen Schaustellerbundes e.V. zu ihrer turnusmäßigen Sitzung zusammen. Als Erster Vorsitzender eröffnete DSB-Präsident Albert Ritter die Versammlung und führte durch die Tagesordnung.

Im Mittelpunkt stand die weitere Förderung der BeKoSch-Blockunterrichte, die praxisnahe Qualifizierungsangebote für Schaustellerinnen und Schausteller ermöglichen. Die finanzielle Unterstützung dieser Maßnahmen aus Mitteln des Bildungswerks bezeichnete Ritter als gezielte Investition in die Zukunft der Branche und dankte den Mitgliedern für ihr Engagement für die Bildung als „Kapital der Zukunft“.

Im Anschluss legte Robert Heitmann den Kassenbericht vor und informierte transparent über Einnahmen, Ausgaben und den aktuellen Finanzstand des Bildungswerks. Darüber hinaus wies er auf noch offene Beitragsforderungen hin und erläuterte die Möglichkeit des Lastschrifteinzugs zur Sicherung einer verlässlichen Beitragsstruktur. Die Revisoren bestätigten eine ordnungsgemäße Kassenführung; die Entlastung erfolgte einstimmig.

Fachgruppe Fahrgeschäfte

Unter der Leitung des Bundesfachberaters Raoul Krameyer und seines Stellvertreters Maximilian Hans-Müller kam am 23. Januar die Fachgruppe Fahrgeschäfte zusammen. DSB-Hauptgeschäftsführer Frank Hakelberg eröffnete die Sitzung, bei der auch DSB-Vizepräsident für Berufsfragen, Bethel Thelen anwesend war, mit einem Rückblick auf die zentralen Themen des vergangenen Jahres, insbesondere auf die Arbeit des Arbeitskreises Fliegende Bauten.

Ein Schwerpunkt war erneut die Anpassung der Fahrgeschäfte an das Sicherheitsniveau der DIN EN 13814 bis zum 31. März 2027. Hakelberg stellte fest, dass die Mehrzahl der Betriebe ihrer diesbezüglichen Verpflichtung nachgekommen ist. Die noch ausstehenden Anpassungsarbeiten gemäß den Musternebenbestimmungen müssen nun aber bis zum Stichtag abgeschlossen und durch Vorlage des Prüfberichts Teil 3 gegenüber den Genehmigungsstellen nachgewiesen werden. Er wies ausdrücklich darauf hin, dass ohne diesen Nachweis keine Verlängerung der Ausführungsgenehmigung erfolgen kann und im schlimmsten Fall der Stillstand der Anlage droht.

Darüber hinaus analysierte die Fachgruppe die Unfälle des vergangenen Jahres und befasste sich mit den Fortschritten der gemeinsamen Arbeitsschutzkampagne „Vision ZERO“ der Schaustellerverbände und der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN). In enger Zusammenarbeit mit dem DSB-Arbeitsschutzbeauftragten Robért Hempen wurden neue Erklärvideos zur Unterweisung von Mitarbeitenden sowie zur fachgerechten Leitung von Auf-, Abbau und Betrieb von Geschäften vorgestellt, die den Mitgliedern in Kürze zur Verfügung stehen. Ergänzend ist das von Hempen entwickelte Unterweisungshandbuch für Schaustellergehilfen fortan in kompakter Broschürenform erhältlich.

Im Kontext des Themas Arbeitssicherheit informierte Hakelberg über die finanzielle Unterstützung durch das Bildungswerk des Deutschen Schaustellerbundes, das DSB-Mitglieder bei der Teilnahme an den Schulungen Modul 2 und Modul 3 jeweils mit 200 Euro unterstützt.

Als Referenten zu allen technischen Fragen standen Stefan Kasper (TÜV Süd Industrie Service GmbH, Leiter der Genehmigungsstelle für Fliegende Bauten), die Berater Dr. Roland Ondra (Statik) und Simon Molitor (Elektrotechnik) sowie BGN-Branchenkoordinator Rolf Jungebloed zur Verfügung. In einer ausführlichen Fragerunde beantworteten sie praxisnah Anliegen zu Genehmigungsverfahren, technischen Prüfungen und sicherheitsrelevanten Anforderungen.

Fachgruppe Bildung

Unter der Leitung des Bundesfachberaters für Bildung, Thomas Horlbeck, befasste sich die Fachgruppe Bildung mit aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen in der schulischen und beruflichen Bildung von Schaustellerkindern und -jugendlichen.

Ein zentrales Thema war das Projekt „Digitales Lernen unterwegs“ (DigLu), das seit 2025 das bisherige analoge Schultagebuch vollständig ersetzt. Die digitale Lösung ermöglicht eine standortunabhängige Betreuung der Kinder durch Lehrkräfte sowie individuell anpassbare Lernmaterialien. Neben positiven Praxiserfahrungen wurden auch noch bestehende Unzulänglichkeiten offen diskutiert. Die anwesenden Referenten Friedhelm Jennessen (Ministerium für Schule und Bildung Nordrhein-Westfalen), Sven Busch (Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport), Matthias Otto (Ministerium für Schule und Bildung Nordrhein-Westfalen) sowie Amadeus Janio (Sekretariat der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder) stellten aktuelle Entwicklungen vor und gaben einen Ausblick auf die nächsten Schritte.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Beruflichen Kompetenzprogramm für Schausteller (BeKoSch), das durch digitale Lernplattformen und ein Blended-Learning-Konzept aus Präsenz- und Distanzphasen eine flexible Ausbildung ermöglicht. Besonders erfreulich war der Start der Pilotphase zur Zertifizierung im BGN-Modul 1 am Standort Nidda im Jahr 2025. In Zusammenarbeit mit der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) soll dieses Angebot die Sensibilisierung des Nachwuchses für Arbeitsschutzthemen weiter stärken. Mathias Michl von der Berufsschule Nidda erläuterte Inhalte und Zielsetzung der Zertifizierung. Zudem wurde über die geplante Einrichtung eines weiteren BeKoSch-Standortes in Baden-Württemberg berichtet.

Auch die frühkindliche Bildung nahm breiten Raum ein. Marlies Stotz, Präsidentin von BERiD (Bundesverband für die Bildung und Erziehung der Kinder beruflich Reisender in Deutschland e.V.), Theresa Saup (EVIM) und Eva Briedigkeit (Fachhochschule Südwestfalen) informierten über den Ausbau mobiler Kita-Angebote für Kinder beruflich Reisender. Das Projekt „Kita für Kinder beruflich Reisender“, das bereits in Hessen und Baden-Württemberg erfolgreich umgesetzt wird, stellt dabei eine wichtige Ergänzung des bestehenden Bildungsangebots dar.

Abschließend berichtete Thomas Horlbeck über den kontinuierlichen Austausch mit Bildungsministerien und Fachbehörden zur weiteren Verbesserung der schulischen Rahmenbedingungen. Gespräche mit Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Dr. Dorit Stenke und weiteren Bildungspolitikern auf Bundes- und Landesebene unterstrichen die politische Aufmerksamkeit für die Bildungsbelange von Kindern beruflich Reisender. Auch die bundesweite Fortbildungstagung der Bereichslehrkräfte im November 2025 in München mit rund 150 Teilnehmenden wurde als bedeutendes Forum hervorgehoben. Dabei stand – zeitgemäß – auch der Einsatz künstlicher Intelligenz im Unterricht im Fokus, insbesondere mit Blick auf individuelle Lernförderung und moderne Unterrichtsvorbereitung.

Fachgruppe Verkauf und Zelte

Die Fachgruppe Verkauf und Zelte tagte unter der gemeinsamen Leitung von Christian Müller, Bundesfachberater für reisende Zeltgaststätten nach Schaustellerart, und Oliver von Salzen, Bundesfachberater für Verkaufsgeschäfte nach Schaustellerart, gemeinsam mit ihren Stellvertretern Philip Traber (Zelte) und Heino Steinker (Verkauf).

Ein zentrales Thema war der neue Weihnachtsmarkttarif zwischen der GEMA und der Bundesvereinigung der Musikveranstalter (BVMV), der auch der Deutsche Schaustellerbund angehört. Der zur Saison 2025 in Kraft getretene Tarif reduziert die Vergütung für gemapflichtige Musiknutzungen auf Weihnachtsmärkten um 35 Prozent für die kommenden vier Jahre und stellt damit eine spürbare Entlastung für die Veranstalter dar.

Über weitere Vorteile für DSB-Mitglieder informierte Philip Traber im Zusammenhang mit den Rahmenvertragspartnerschaften des Verbandes, unter anderem mit Aral, Obi, Edeka, Handelshof, Metro und Selgros. Mitglieder profitieren hier von attraktiven Sonderkonditionen und exklusiven Angeboten. Traber appellierte an die Anwesenden, beim Einkauf konsequent die DSB-Goldcard vorzulegen, um die bestehenden Kooperationen weiter zu stärken und perspektivisch noch besser auf die Bedürfnisse der Schaustellerbranche auszurichten.

Darüber hinaus berichteten die Fachberater über die politischen Gespräche des Deutschen Schaustellerbundes zur Sicherung des Bargelds auf Bundes- und Landesebene. Seit 2025 ist der DSB Mitglied im Verein „Bargeld zählt e.V.“, der sich für den dauerhaften Erhalt von Zugang, Akzeptanz und Verfügbarkeit von Bargeld einsetzt. Für die Schaustellerbranche ist Bargeld unverzichtbar: Es ermöglicht schnelle und verlässliche Bezahlvorgänge – insbesondere auf Volksfestplätzen, Wochen- und Jahrmärkten, auf denen eine stabile digitale Infrastruktur nicht überall gewährleistet ist.

Im Kontext digitaler Zahlungssysteme rückte auch das Thema Künstliche Intelligenz in den Fokus. Matthias Riedle vom Marketing Club Augsburg e.V. referierte über die Einsatzmöglichkeiten von KI im Online-Marketing und zeigte praxisnahe Ansätze auf, wie Schaustellerbetriebe digitale Instrumente strategisch nutzen können. Die Präsentation steht den Mitgliedern im internen Bereich der DSB-Website zur Verfügung.

Fachgruppe Schau und Belustigung

Unter der Leitung von Rudolf Schütze, Bundesfachberater für Schau und Belustigung, sowie seines Stellvertreters Andy Kutschenbauer jun. zog die Fachgruppe zunächst Bilanz einer weitgehend erfolgreichen Saison 2025. Vor diesem Hintergrund widmete sich die Sitzung sowohl aktuellen fachlichen Fragestellungen als auch dem intensiven Erfahrungsaustausch unter den Teilnehmenden.

Ein zentrales Thema war die steuerrechtliche Benachteiligung deutscher Schaustellerbetriebe im Vergleich zu reisenden Unternehmen aus dem europäischen Ausland. Die Bundesfachberater verwiesen insbesondere auf die nicht ausreichenden Möglichkeiten, betriebliche Veräußerungsgewinne steuerfrei in Rücklagen einzustellen, um zeitnah in neue Geschäfte investieren zu können. § 6b des Einkommensteuergesetzes eröffnet diese Option bislang lediglich für bestimmte Wirtschaftsgüter wie Immobilien des Betriebsvermögens sowie Binnenschiffe. Eine entsprechende Erweiterung auf Volksfestgeschäfte würde die Investitionsfähigkeit und Wettbewerbsstärke heimischer Schaustellerbetriebe erheblich verbessern – gerade in einem Markt, in dem Attraktivität und Innovationskraft Jahr für Jahr neu unter Beweis gestellt werden müssen.

Fachgruppe Spiel und Schießen

Unter der Leitung von Bernhard Kracke jun., Bundesfachberater für Ausspielungsgeschäfte, sowie Diana Schliebs, Bundesfachberaterin für Schießgeschäfte, und ihren Stellvertretern Alexander Eil (Ausspielung) und Stephan Weber (Schießen) befasste sich die Fachgruppe Spiel und Schießen mit aktuellen Entwicklungen der Sparte.

Als Referenten nahmen Prof. Dr. Karin Falkenberg, langjährige Leiterin des Spielzeugmuseums Nürnberg, sowie Prof. Dr. Jens Junge, Direktor des Instituts für Ludologie in Berlin, an der Sitzung teil. Auf Grundlage des Beschlusses des 74. Delegiertentages in Hamburg erarbeiten sie derzeit im Auftrag des Deutschen Schaustellerbundes eine wissenschaftliche Studie zu Volksfestspielen und stellten den aktuellen Arbeitsstand vor. Ziel der Studie ist es, die kulturelle und gesellschaftliche Bedeutung des Spiels auf Volksfesten fundiert zu dokumentieren und die besondere Faszination dieser traditionsreichen Angebote herauszuarbeiten.

Ein zentrales Anliegen der Delegierten war die klare Abgrenzung klassischer Ausspielungsgeschäfte auf Volksfesten von gewerblichen Geldspielautomaten in Spielhallen. Bundesfachberater Bernhard Kracke jun. betonte, dass das Spiel auf Volksfesten öffentlich, familienfreundlich und streng reguliert ist, die Attraktivität der Spielgeschäfte liegt nicht im monetären Gewinn, sondern im Spaß, in der Freude am Mitmachen und im gemeinschaftlichen Erlebnis für Jung und Alt.

Auch die Sparte der Schießgeschäfte blickte auf eine erfolgreiche Saison zurück. Vereinzelte Detailfragen seitens Veranstalter oder Ordnungsbehörden konnten dank des 2025 von Diana Schliebs und Stephan Weber veröffentlichten DSB-Leitfadens für Schießgeschäfte zügig und rechtssicher geklärt werden. Der praxisorientierte Leitfaden steht den Mitgliedern im internen Bereich der DSB-Website zum Download zur Verfügung und behandelt umfassend alle relevanten Aspekte – von Genehmigungsfragen und Abnahmen über Sachkundenachweise bis hin zu versicherungsrechtlichen Themen.

Darüber hinaus beschäftigte sich die Fachgruppe – wie auch andere Sparten – mit Fragen der Nachhaltigkeit. Diskutiert wurde insbesondere der verstärkte Einsatz umweltfreundlicher Gewinnmaterialien, etwa durch recycelte oder biologisch abbaubare Produkte. Zudem sollen Gespräche mit Lieferanten intensiviert werden, um Transparenz in den Produktionsketten zu fördern und faire Arbeitsbedingungen in den Herstellungsländern sicherzustellen.

Interschau

Über alle vier Tage des 75. Delegiertentages lud die Interschau in der Messehalle des Schützenhofs Schaustellerinnen und Schausteller, Hersteller sowie Partner der Branche zum regen Austausch ein. 50 Aussteller präsentierten auf über 2.000 Quadratmetern die neuesten Produkte, innovative Entwicklungen und Trends für das Schaustellergewerbe. Mit einem Informations- und Getränkestand war auch der Schaustellerband des Landes Bremen e.V. vertreten, der als Gastgeber des 76. Delegiertentages bereits auf die kommende Veranstaltung in der Hansestadt einstimmte.

Offiziell eröffnet wurde die Interschau am 22. Januar um 14:00 Uhr vor Hunderten von Gästen durch drei Glockenschläge an der historischen Schaustellerglocke. DSB-Präsident Albert Ritter und Bethel Thelen, Erster Vorsitzender des Schaustellervereins Paderborn e.V., setzten damit ein sichtbares Zeichen der Gemeinschaft von Schaustellern und Herstellern. In seiner Ansprache erläuterte Ritter auch die Bedeutung der drei Glockenschläge: Sie stehen für die Heilige Dreifaltigkeit und verweisen auf die traditionsreiche Verbindung von Kirmes und Kirche – das Wort „Kirmes“ leitet sich von „Kirchmess’“ ab. Zugleich begrüßte er die zahlreichen Aussteller aus dem In- und Ausland.

Mehrere Tausend Gäste sowie zahlreiche auf die Branche spezialisierte Fachjournalisten fanden an allen Veranstaltungstagen den Weg in die Messehalle. Durch die unmittelbare Nähe zu den Sälen des Plenums und der Fachgruppensitzungen war die Interschau eng mit dem Delegiertentag verbunden und fügte sich nahtlos in das Gesamtgeschehen ein. Der Deutsche Schaustellerbund dankt allen Ausstellern – insbesondere seinen vielen Fördermitgliedern und Rahmenvertragspartnern –, die mit ihrer persönlichen Anwesenheit und ihren Informationsständen einmal mehr ihre große Verbundenheit mit der Schaustellerbranche unter Beweis stellten.

Die Fachberaterberichte sowie weitere Informationen zu den Vorträgen sind online im Mitgliederbereich verfügbar.