DSB – Deutscher Schaustellerbund e.V.

190. Hauptvorstandssitzung des Deutschen Schaustellerbundes e.V. in Darmstadt

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Der Deutsche Schaustellerbund e.V. lud die Vorstände seiner 91 Mitgliedsverbände zu seiner 190. Hauptvorstandssitzung am 26. Juni 2025 nach Darmstadt ein. Ausrichter war der Darmstädter Schaustellerverband e.V. unter der Leitung seiner Ersten Vorsitzenden Silke Coutandin-Hausmann.

Trotz wie immer sportlicher Termindichte in der laufenden Saison nutzten zahlreiche Vorstände der Schaustellerverbände die Gelegenheit, in persönlicher Präsenz an der zweitwichtigsten Verbandstagung im DSB-Jahr teilzunehmen. Viele reisten bereits am Vortag an, um im Rahmen des politischen Empfangs auf der Schlossbastion Darmstadt mit den anwesenden Politikern und Politikerinnen aus Hessen sowie Schaustellerkolleginnen und -kollegen bei höchstsommerlichen Temperaturen und kühlen Getränken ins Gespräch zu kommen.

Am Donnerstagvormittag eröffnete Präsident Albert Ritter pünktlich um 10:00 Uhr die Tagung und begrüßte die aus ganz Deutschland angereisten Schaustellerinnen und Schausteller, bevor Hauptgeschäftsführer Frank Hakelberg seinen Bericht über das bisherige Geschäftsjahr, aktuelle Entwicklungen und die drängendsten Themen begann.

Er trug vor, dass zu spezifischen Themen bereits konkrete Termine mit Vertretern der Regierung vereinbart seien, so z.B. mit der neuen SPD-Co-Vorsitzenden Bärbel Bas, die in ihrer Funktion als BMAS-Ministerin natürlich die erste Ansprechpartnerin für den weiterhin drastischen Mangel an einsatzbereiten Mitarbeitern ist.

Hinsichtlich der in der Öffentlichkeit viel diskutierten Sicherheitsmaßnahmen auf Volksfesten und Weihnachtsmärkten und der damit auch immer wieder verbundenen Debatte darüber, wer die Kosten für Sicherheitsvorkehrungen tragen muss, verwies der Hauptgeschäftsführer einmal mehr auf die Ergebnisse eines vom DSB in Auftrag gegebenen Gutachtens von Prof. Dr. Johann-Christian Pielow. Dieses kommt zu dem Ergebnis, dass die Gewährleistung der inneren Sicherheit und Gefahrenabwehr eine Hoheitsaufgabe des Staates ist. Außerdem griff er eine Pressemitteilung des Hessischen Ministers für Inneres, Sicherheit und Heimatschutz, Prof. Dr. Roman Poseck, auf, in der dieser seine schon in seinem Grußwort auf dem 72. Delegiertentag in Kassel erhobene Forderung nach einer Rückkehr zu eben jener Verhältnismäßigkeit wiederholte.

In Bezug auf die Landesgaststättengesetze und die damit verbundenen Gestattungskosten für reisende Gastronomiebetriebe konnte Hakelberg positive Nachrichten verkünden: Nach intensiven Gesprächen mit der Bayerischen Staatsministerin für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus wurde in Abstimmung mit den bayrischen Schaustellerverbänden eine Genehmigungsfiktion eingeführt. Diese schafft die Gestattung zwar juristisch nicht ab, führt in der Praxis jedoch seit dem 1. Juni 2025 zu einer ganz erheblichen Reduzierung von Bürokratie – und sogar zu Kostenfreiheit.

Auch in Berlin, wo der DSB derzeit an einem Workshop zur Einführung eines neuen Landesgaststättengesetzes mitwirkt, in Baden-Württemberg, wo der Verband bei der Erarbeitung eines neuen Gesetzes um Stellungnahme gebeten wurde, und in Schleswig-Holstein, wo der DSB am 13. Mai zu Gesprächen im Landtag eingeladen war, um die bisherige Gestattungspraxis zu optimieren, deuten die bisherigen Ergebnisse auf eine positive Entwicklung hin. Die bisherige Gestattung soll einer reinen Anzeigepflicht ohne Kostenfolge weichen.

Gute Neuigkeiten konnte Hakelberg auch in Bezug auf die kommunale Verpackungssteuer überbringen. Der Bayerische Ministerrat hat auf Vorschlag von Innenminister Joachim Herrmann ein Gesetz erlassen, das solche Abgaben künftig verbietet. Über die weitere Entwicklung und zukünftige Reaktionen weiterer Bundesländer werden wir berichten.

Bethel Thelen, Vizepräsident für Berufsfragen, ging auf berufsrechtliche Fragestellungen ein und berichtete vom Arbeitskreis Fliegende Bauten, der im März in Cottbus stattfand. In diesem Zusammenhang wies er erneut darauf hin, dass alle ausstehenden Arbeiten zur Anpassung von Fahrgeschäften und Anlagen an das Sicherheitsniveau der DIN EN 13814 (gemäß Musternebenbestimmungen 6) bis spätestens 31. März 2027 abgeschlossen sein müssen, da ansonsten ein Stillstand des jeweiligen Fahrgeschäfts oder der Anlage droht. Außerdem stellte Thelen den Hauptvorständen Herrn Simon Molitor von der Molitor Antriebstechnik GmbH vor, der den DSB künftig als externer Berater für elektrotechnische Angelegenheiten unterstützen wird. Molitor wird dem Verband und seinen Mitgliedern künftig – ähnlich wie seit Jahren Herr Dr. Roland Ondra in Fragen der Statik von Fliegenden Bauten – beratend zur Seite stehen.

Andreas Horlbeck, Vizepräsident für Organisationsfragen, informierte über die organisatorischen Vorbereitungen des 75. Delegiertentags 2026 in Paderborn. Der Vorsitzende des Schaustellervereins Paderborn e.V., Bethel Thelen, betonte dabei die erfreulich hohe Resonanz und die große Zahl an Teilnahmewünschen für die Veranstaltungen rund um den Jubiläumsdelegiertentag.

Kevin Kratzsch, Vizepräsident für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit, berichtete über eine neue Social-Media-Kampagne des DSB, die in Kooperation mit der Korth Media GbR umgesetzt wird. In den kommenden Monaten werden die Influencer Noah-Levi Korth und Leon Klein gemeinsam mit dem DSB verschiedene traditionsreiche Volksfeste in ganz Deutschland besuchen. Ziel der Kampagne ist es, authentische Einblicke in die Volksfest- und Schaustellerkultur zu vermitteln und so ein breites Publikum auf Social Media für die Faszination der Feste und die Bedeutung des Schaustellergewerbes zu begeistern. Außerdem informierte Kratzsch über die starke Präsenz des DSB bei zahlreichen politischen Veranstaltungen in Berlin, darunter die Sommerfeste der Landesvertretungen, verschiedene Parteiveranstaltungen sowie der „Stoppelmarkt in Berlin“ der Stadt Vechta.

Josef Diebold, Vizepräsident für Finanzfragen, stellte die finanzielle Situation des Verbandes vor, die er als solide und krisenfest beschrieb. Er dankte den Mitgliedsverbänden für ihre Verlässlichkeit bei Beiträgen und Umlagen, ohne die eine erfolgreiche Verbandsarbeit nicht möglich wäre.

Zum Abschluss der 190. Hauptvorstandssitzung dankte DSB-Präsident Albert Ritter dem gastgebenden Darmstädter Schaustellerverband e.V. und seiner Vorsitzenden Silke Coutandin-Hausmann für die erfolgreiche Durchführung des zweitgrößten Schaustellerparlaments sowie für das gelungene Rahmenprogramm in der Wissenschaftsstadt Darmstadt. Als Zeichen der Anerkennung überreichte er dem Verband die Ehrenurkunde des Deutschen Schaustellerbundes e.V.

Politischer Empfang auf der Schlossbastion Darmstadt

Am Vortag der Sitzung und zu ihrem Auftakt begrüßte der Darmstädter Schaustellerverband e.V. die vorab angereisten Vertreterinnen und Vertreter der Schaustellerbranche zu einem politischen Empfang auf der Schlossbastion Darmstadt. Anschließend folgte ein gemeinsamer Abend im Schlosskeller mit lebhaften Gesprächen bei Musik, Speis und Trank.

Unter den Gästen war auch Darmstadts Oberbürgermeister Hanno Benz, der gemeinsam mit DSB-Präsident Albert Ritter und Silke Coutandin-Hausmann den Empfang mit einem Grußwort eröffnete.

Oberbürgermeister Benz gratulierte dem Deutschen Schaustellerbund e.V. zu seinem 75-jährigen Verbandsjubiläum und hob hervor, dass auch das Heinerfest in diesem Jahr zum 75. Mal stattfindet. Er bedankte sich bei den Schaustellerinnen und Schaustellern für ihren Zusammenhalt, insbesondere in schwierigen Zeiten, und für die Freude, die sie den Menschen im ganzen Land bereiten. Dem Darmstädter Schaustellerverband e.V. sprach er darüber hinaus seinen Dank für die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Stadt aus und gratulierte erneut zum 120-jährigen Verbandsbestehen, nachdem er bereits im Januar 2025 auf der Jubiläumsfeier seine Glückwünsche überbracht hatte.