DSB – Deutscher Schaustellerbund e.V.

Die „Lagerfeuer“ der Gesellschaft – Schausteller und Politiker betonen Bedeutung der Volksfeste auf dem Leineweber-Frühstück in Bielefeld

Rund 40 Teilnehmer trafen beim Leineweber-Frühstück der CDU zusammen, unter anderem (von links) Regine Tönsing (Dehoga OWL), DSB-Vizepräsident Bethel Thelen, Yvonne Kiel (stellvertretende CDU-Kreisvorsitzende), Katharina Schilberg (Bielefeld Marketing), OB Dr. Christiana Bauer, André Schneider, Erster Vorsitzender des Schaustellervereins Bielefeld e.V. und CDU-Ratsfraktionschef Steve Kuhlmann. Fotoquelle: Peter Bollig
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Zur Halbzeit des Leineweber-Marktes war DSB-Vizepräsident Bethel Thelen am 5. Juni 2026 zu Gast in Bielefeld. Gemeinsam mit den Schaustellern um den Ersten Vorsitzenden des Schaustellervereins Bielefeld e.V., André Schneider, tauschte er sich beim zweiten Leineweber-Frühstück der CDU mit zahlreichen Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Veranstaltungswesen über die Bedeutung der Volksfeste aus. Noch vor dem Ende des Stadtfestes zogen die Verantwortlichen von Bielefeld Marketing eine positive Bilanz. „Das Wetter ist nicht perfekt, aber die Leute lassen sich nicht abhalten“, unterstrich Projektmanagerin Katharina Schilberg die große Verbundenheit der Bielefelder Bevölkerung mit ihrem Leineweber-Markt.

Nachdem das Leineweber-Frühstück im vergangenen Jahr erstmals stattgefunden hatte, lud die CDU erneut Vertreter der Schaustellerbranche, der Politik, der regionalen Gastronomie und der Veranstalter zum gemeinsamen Austausch in die CDU-Zentrale ein – zugleich als Dankeschön an die Schaustellerinnen und Schausteller, ohne die eines der größten Stadtfeste der Region nicht stattfinden könne, wie die stellvertretende CDU-Kreisvorsitzende Yvonne Kiel betonte.

DSB-Vizepräsident Bethel Thelen ging auf die Bedeutung von Volksfesten und Weihnachtsmärkten ein und machte deutlich, dass die Schaustellerinnen und Schausteller deutschlandweit jährlich mehr als 370 Millionen Besucherinnen und Besucher begrüßen dürfen. Er stellte heraus, dass Volksfeste und Weihnachtsmärkte gemessen an den Besucherzahlen mit großem Abstand das beliebteste Freizeitangebot in Deutschland sind. Dennoch steht die Branche vor erheblichen Herausforderungen. Hohe Sprit- und Strompreise belasten die Betriebe ebenso wie der zunehmende Arbeitskräftemangel. Die Arbeit bei Wind und Wetter sowie die mit der Reise verbundenen Ortswechsel erschweren es, Mitarbeitende für das Schaustellergewerbe zu gewinnen. Vor diesem Hintergrund warb Thelen für die Unterstützung der von CDU-Generalsekretär Dr. Carsten Linnemann auf dem 75. Delegiertentag des Deutschen Schaustellerbundes in Paderborn in Aussicht gestellten Drittstaatenregelung für Schaustellerbetriebe, um dem Arbeitskräftemangel wirksam entgegenzuwirken.

Der Erste Vorsitzende des Schaustellervereins Bielefeld e.V., André Schneider, unterstrich die Ausführungen Thelens: „Wir bringen Menschen zusammen und sind die Nummer eins im Freizeitsektor.“ Mit der Aufnahme der Schaustellerkultur auf Volksfesten in Deutschland in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes werde nicht nur die über 1.200-jährige Tradition des Schaustellergewerbes gewürdigt. Die Anerkennung sende zugleich ein wichtiges Signal an Politik und Gesellschaft, dass Volksfeste und Weihnachtsmärkte auch künftig unterstützt und erhalten werden müssen.

Angesichts der innerhalb der Kommunen geführten Diskussionen über die Zukunft von Volksfesten bei gleichzeitig angespannten Haushaltslagen verwies Thelen auf die aktuelle DSB-Wirtschaftsstudie. Durchschnittlich gibt jeder Besucher 32,50 Euro auf einem Volksfest aus. Hinzu kommen weitere 12,50 Euro außerhalb des Festes, etwa für den öffentlichen Nahverkehr, Gastronomie, Hotels oder Taxifahrten. Davon fließen durchschnittlich 2,80 Euro pro Besucher in die kommunalen Haushalte. Thelen machte deutlich, dass dies für den Leineweber-Markt mit rund 400.000 Besucherinnen und Besuchern Einnahmen von mehr als einer Million Euro für den Haushalt der Stadt Bielefeld bedeute. Weitere Informationen zur wirtschaftlichen Bedeutung von Volksfesten und Weihnachtsmärkten finden Sie in der aktuellen DSB-Wirtschaftsstudie.

Im Gespräch mit Bielefelds Oberbürgermeisterin Dr. Christina Bauer machte Thelen deutlich, dass die Gewährleistung von Sicherheit auf Volksfesten und Weihnachtsmärkten eine staatliche Aufgabe sei und die durch zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen entstehenden Kosten nicht auf die Schausteller abgewälzt werden dürften. Oberbürgermeisterin Dr. Christina Bauer dankte Thelen für seine Ausführungen und gab zu verstehen, dass Städte nicht zu Festungen gemacht werden dürften. Vielmehr sei ein offener Austausch aller Beteiligten notwendig, um einen gesunden Mittelweg aus Sicherheit und Freiheit zu finden.

Der Leineweber-Markt sei „ein Gewinn für unsere Stadt“, weil er Begegnungen ermögliche – auch für Menschen mit kleinerem Geldbeutel, so Bauer. CDU-Fraktionschef Steve Kuhlmann bezeichnete die Volksfeste als „Lagerfeuer“ der Stadtgesellschaft. Mit Blick auf die Ausfälle des Leineweber-Marktes während der Corona-Pandemie stellte Marketing-Chef Martin Knabenreich fest: „Wie wichtig sie sind, merkt man dann, wenn sie mal nicht stattfinden.“

Der Deutsche Schaustellerbund e.V. dankt dem Schaustellerverein Bielefeld e.V. um seinen Ersten Vorsitzenden André Schneider sowie Bielefelds Oberbürgermeisterin Dr. Christina Bauer für den produktiven Austausch. Der CDU Bielefeld gilt der Dank für die gelungene Organisation des zweiten Leineweber-Frühstücks.