Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




Wirtschaftsgipfel mit Bundesminister Altmaier: DSB betont erneut dramatische Situation des Gewerbes

Am Donnerstag, den 8. April 2021, lud Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier erneut zum virtuellen Wirtschaftsgipfel ein, einem Treffen der wichtigsten Wirtschaftsverbände in Deutschland. Auch der Deutsche Schaustellerbund e.V. war während der Konferenz wieder vertreten. Die Einladung zu dem Gipfel war eine erneute Anerkennung für das Schaustellergewerbe, da der DSB so als einer von ca. vierzig weiteren Wirtschaftsverbänden in Deutschland die Gelegenheit hatte, während der Veranstaltung die Situation des Gewerbes darzulegen.

Der im Abstand von einigen Wochen stattfindende Gipfel ist jeweils auch ein Spiegel seiner Zeit. Ging es beim letzten Mal noch um konkrete Öffnungsszenarien, zu denen der DSB seine Hygienekonzepte und seine damit im Corona-Jahr 2020 gemachten positiven Erfahrungen eingebracht hatte, so stand jetzt als zentrales Thema im Raum, ob ein umfassender Lockdown der einzige Weg ist, um die Intensivstationen vor einem Kollaps zu bewahren.

Diese Frage konnte der Bundeswirtschaftsminister nicht beantworten und verwies auf die zu diesem Zeitpunkt noch in wenigen Tagen folgende nächste Runde der Ministerpräsidenten mit der Bundeskanzlerin. Er wagte keine Prognose, sondern verwies an dieser Stelle auf die große Uneinigkeit der Bundesländer im Umgang mit der gegenwärtigen Situation. Zudem machte er keinen Hehl daraus, dass der Bundestagswahlkampf in diesem Jahr von dem einen oder anderen politischen Akteur offenbar schon eingeläutet sei, was eine gemeinsame und einheitliche Lösung der Länder zusätzlich erschwere.

Ein weiteres bestimmendes Thema des Gipfels war dann auch, ob und wie der Betrieb im produzierenden und im Dienstleistungsgewerbe mit permanenten Tests der Mitarbeiter aufrechterhalten werden kann.

Da die Betriebe der Schausteller bereits seit über einem Jahr stillstehen, ist dieser Punkt in der Branche aktuell kein Thema. Deshalb war es DSB-Präsident Albert Ritter und Hauptgeschäftsführer Frank Hakelberg, die die Schausteller in der Runde vertraten, auch besonders wichtig, die Verbesserungen (und Verlängerung) der Überbrückungshilfe III zu thematisieren und die möglichst baldige Vorlage des aktualisierten Fragen- und Antworten Katalogs zu fordern.

Präsident Ritter verdeutlichte abermals die schwierige Situation des Berufsstandes, in dem er auf bereits jetzt erfolgende Absagen von Festen hinwies, die erst im Spätsommer und Herbst des Jahres stattfinden. Er machte in diesem Zusammenhang unmissverständlich deutlich, dass die Überbrückungshilfen auch über den Juni hinaus greifen müssen. Auch der erleichterte Zugang zum ALG II, das Kurzarbeitergeld in Hinsicht auf die Saisonarbeiter und die Verlängerung der Aussetzung der Insolvenzantragspflicht über den 30. April 2021 hinaus waren Themen.

Bundesminister Altmaier berichtete mit Blick auf auch andere Bereiche der Veranstaltungswirtschaft, zum Beispiel die Messe- und Konzertbranche, dass die Bundesregierung erkannt habe, dass selbst bei einer Herdenimmunität bis Mitte 2021 finanzielle Hilfen für stark betroffene Betriebe bis zum Ende des Jahres fortgeführt werden müssen.

Auch werde noch einmal darüber befunden, inwieweit für Veranstalter zukünftig das Risiko einer zunächst geplanten und dann doch abgesagten Veranstaltung mit finanziellen Hilfen gemindert werden könnte.

Der nächste Wirtschaftsgipfel wird voraussichtlich in der erste Maihälfte stattfinden.