Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




Volksfeste und Weihnachtsmärkte grundsätzlich wieder erlaubt: DSB begrüßt wegweisende Entscheidungen in Bayern und Baden-Württemberg

Die Beschlüsse aus der Kabinettssitzung der Bayerischen Staatsregierung vom 30. September 2021 bedeuten für die Schausteller:innen endlich den so lang ersehnten und vom DSB mit deutlichen Worten immer wieder geforderten Richtungswechsel: Das bisher in Bayern noch geltende grundsätzliche Verbot von Volksfesten und öffentlichen Festivitäten entfällt. Damit können Volksfeste nun wieder (wenn auch unter Coronabedingungen) stattfinden. Die Staatsregierung hat zudem bekräftigt, dass in der kommenden Advents- und Weihnachtszeit vorbehaltlich besonders negativer Entwicklungen der Infektionslage unter freiem Himmel auch Weihnachts- und Christkindlmärkte in Bayern wieder möglich sind.

Auch in Baden-Württemberg gab es in den vergangenen Tagen eine erfreuliche Entwicklung. Das Ministerium, die kommunalen Landesverbände und Schaustellervertreter haben sich am 29. September 2021 darauf verständigt, dass Weihnachtsmärkte stattfinden können.

„Wir fordern auch die anderen Bundesländer, in denen die Durchführung von Volksfesten und Weihnachtsmärkten in den aktuellen Coronaschutzverordnungen noch nicht entsprechend geregelt ist, auf, unsere Traditionsfeste nach nunmehr anderthalb Jahren Stillstand unserer Branche endlich wieder zu ermöglichen!“, sagt DSB-Präsident Albert Ritter.

„Denn nicht nur wir, auch die Städte und Kommunen, der Einzelhandel und der Tourismus wollen und brauchen unsere Weihnachtsmärkte. Die Entscheidungen in Bayern und Baden-Württemberg sind auch bundesweit ein wichtiges Signal und ein richtiger Schritt in Richtung Normalität für die Bevölkerung, die Anfang Dezember seit fast zwei Jahren unter den Einschränkungen durch die Pandemie leiden mussten“, so Ritter weiter.

Die Bedingungen, unter denen geimpfte, genesene oder getestete Besucher Zutritt erhalten, werden vor Ort noch verhandelt. Der DSB favorisiert, kleine Feste und Märkte mit geringer Besucherzahl komplett freizugeben. Der Kontrolle der Gäste größerer Veranstaltungen verweigern wir uns nicht, lehnen aber kategorisch ab, wenn dies aufgrund eines fragwürdigen Automatismus mit der Einzäunung des Geländes verknüpft wird.

Zäune sind städtebaulich, gerade in Fußgängerzonen, kaum sinnvoll zu realisieren. Kund:innen, Mitarbeiter:innen, Dienstleister und Lieferanten müssen ungehinderten Zugang zu den Innenstadtgeschäften haben. Gewerbetreibende werden „sich bedanken“ wenn vor ihren Eingängen, Schaufenstern und Zufahrten über Wochen Zäune errichtet werden. Deshalb werden allerorten sinnvollere Alternativen diskutiert. Zäune sind jedoch grundsätzlich abzulehnen.

Denn schon jetzt signalisieren Städte und Kommunen, ihre Veranstaltungen abzusagen, wenn sie mit einer Zaunpflicht verbunden sind.

Aber unsere Weihnachtsmärkte müssen – und können – stattfinden:

  • Weihnachtsmärkte und Volksfeste finden unter freiem Himmel, an frischer Luft statt, das Infektionsrisiko ist hier – wissenschaftlich mittlerweile hinlänglich belegt – äußerst gering.

  • Darüber hinaus haben die Schausteller:innen bereits zu Beginn der Pandemie umfangreiche Hygienekonzepte erstellt, mit denen Volksfeste und Weihnachtsmärkte auch in Zeiten der Pandemie coronakonform durchgeführt werden können. Dass diese Hygienekonzepte wirksam und erfolgreich sind, haben die Schausteller:innen mit ihren Veranstaltungen an verschiedenen Orten in ganz Deutschland eindrucksvoll bewiesen.

  • Die Schausteller:innen sind seit dem Weihnachtsmarkt 2019 ohne reguläres Einkommen und auf staatliche Hilfen angewiesen, die Ende dieses Jahres enden werden. Ohne Weihnachtsmarkt wird in der Winterpause von Januar bis März 2022 geschehen, was die beherzten Überbrückungshilfe- Programme bisher vermeiden konnten: Schaustellerinsolvenzen in Serie!

Schließlich: Die vom Lockdown, dem Onlinehandel und der selbstverschuldeten jahrelangen Monokultur gebeutelten Innenstädte, der darin beheimatete Einzelhandel, die Gastronomie und Hotellerie sind im zweiten Corona-Winter auf ein lukratives Weihnachtsgeschäft angewiesen.

Es sind die Weihnachtsmärkte, die mit ihrem Glanz, ihrer Stimmung und ihrem lukullischen Angebot die Menschen und damit Kunden in die Städte locken.
Wenn sie ausfallen, weil die Hürden trotz stetig steigender Impfquote und sinkender Inzidenzen zu hoch sind, wird es viele Leidtragende geben.