Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




Traditionelles Schaustellerfrühstück in Paderborn: Schausteller fordern, Volksfeste wieder zu ermöglichen

Zum nunmehr 30. Mal fand das traditionelle Schaustellerfrühstück am 27. Juli 2021 in Paderborn statt. Auch in diesem Jahr kamen Schausteller, Politiker sowie Vertreter der Stadt Paderborn, allen voran Bürgermeister Michael Dreier, auf Einladung des Bundestagsabgeordneten und Vorsitzenden der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU Dr. Carsten Linnemann zusammen, um die drängenden Herausforderungen der Schausteller:innen im gemeinsamen Dialog zu diskutieren. Coronabedingt kamen die Beteiligten in diesem Jahr im Rahmen des Libori-Light-Festes zusammen, um über die derzeitigen Probleme zu sprechen. Von Seiten der Schausteller waren u.a. der Erste Vorsitzende des Schaustellervereins Paderborn e.V. Hans-Otto Bröckling zu Gast sowie weitere Mitglieder aus dem Vorstand des Paderborner Schaustellervereins und zahlreiche weitere Schausteller. Auch DSB-Präsident Albert Ritter reiste an, um die Positionen des DSB zu vertreten.

Während des Frühstücks war das bestimmende Thema die Coronakrise, durch die die Schausteller:innen seit mehr als 15 Monaten mit einem faktischen Berufsausübungsverbot belegt sind. Dazu betonte Linnemann gleich zu Beginn des Frühstücks, dass es auch ihm ein wichtiges Anliegen sei, dass Kirmessen in Deutschland wieder uneingeschränkt möglich sind: „Es braucht eine Kehrtwende in der Corona-Politik. Wir müssen lernen, mit dem Virus zu leben. Ich werbe seit langem dafür, dass wir uns von der Fixierung auf Inzidenzwerte lösen und endlich auch weitere Faktoren wie die Impfquote stärker berücksichtigen. Es ist in unser aller Interesse, dass die Schausteller:innen überleben. Deshalb brauchen sie mehr als nur eine Perspektive für irgendwann, sondern konkrete Öffnungskonzepte für jetzt“, so der Abgeordnete.

Präsident Ritter stellte während des Frühstücks mit Blick auf die flächendeckenden Absagen der Volksfeste auch im Jahr 2021 klar, dass die Politik hinsichtlich der Öffnungsszenarien endlich umdenken müsse: „Wenn es die Schausteller:innen nicht mehr gibt, weil sie ihre Geschäfte aufgeben müssen, gibt es auch die Feste nicht mehr“, stellte Ritter mit Nachdruck klar. In diesem Zusammenhang betonte Präsident Ritter erneut, dass sich in den vergangenen Monaten deutlich gezeigt habe, dass Volksfeste auch in Zeiten von Corona stattfinden können: „Wir Schausteller:innen haben bereits zu Beginn der Pandemie umfangreiche Hygienekonzepte erstellt, mit denen Volksfeste und Weihnachtsmärkte auch in Zeiten der Pandemie sicher durchgeführt werden können. Dass diese Hygienekonzepte wirksam und erfolgreich sind, haben wir mit unseren Veranstaltungen in Corona-Zeiten an verschiedenen Orten in ganz Deutschland bereits eindrucksvoll bewiesen. Es gibt nicht ein Infektionsgeschehen, das von einem temporären Freizeitpark ausgegangen ist!“, unterstrich er weiter.

Paderborns Bürgermeister Michael Dreier rief alle Beteiligten dazu auf, mit vereinten Kräften daran zu arbeiten, dass im nächsten Jahr wieder gemeinsam gefeiert werden könne. In diesem Zuge betonte er, dass die Vorbereitungen für Herbstlibori bereits liefen und auch dieses Fest ggf. in einem kleineren Rahmen stattfinden könne.

Der Erste Vorsitzende des Schaustellervereins Paderborn e.V. Hans-Otto Bröckling zeigte sich dankbar für die Möglichkeit, die die Stadt Paderborn den Schausteller:innen mit dem Libori-Light-Fest biete: „Dass wir Libori-Light durchführen können ohne Standgeld, das ist wirklich beispiellos“, so Bröckling. Mit den erlaubten Besucher:innen sei man am ersten Wochenende zufrieden gewesen. Er plädierte ebenfalls dafür, weitere Faktoren für die zu ergreifenden Corona-Maßnahmen zu berücksichtigen, anstatt sich stets nur auf die Inzidenzzahl zu fokussieren. „Es muss weitergehen! Wir würden gerne endlich auf die wirtschaftlichen Hilfen verzichten, wenn wir wieder ganz normal unser Geld verdienen können“, betonte er weiterhin.
Als weiterer Erfolg im Nachgang des Frühstücks durften an den darauffolgenden Tagen nach Einsatz von Bürgermeister Dreier, dem Paderborner Landrat Christoph Rüther und dem Mitglied des Landtages Daniel Sieveke bis zu 5000 Menschen zeitgleich das Kirmesgelände betreten, darunter 3800 Geimpfte und Genesene. Die übrigen 1200 Personen durften mit einem negativen Corona-Test auf den Festplatz.

Fotonachweis: Hans-Dieter-Winkler