Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




Traditionelles Schaustellerfrühstück in Paderborn: Schausteller fordern Planungssicherheit von Politik und Verwaltung

Zum nunmehr 29. Mal fand das traditionelle Schaustellerfrühstück am 29. Juli in Paderborn statt. Auch in diesem Jahr kamen Schausteller, Politiker sowie Vertreter der Stadt Paderborn, allen voran Bürgermeister Michael Dreier, auf Einladung des Bundestagsabgeordneten und Vorsitzenden der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU Dr. Carsten Linnemann zusammen, um die drängenden Herausforderungen der Schausteller im gemeinsamen Dialog zu diskutieren. Findet das Frühstück normalerweise im Rahmen der Libori-Kirmes statt, die in diesem Jahr Corona-bedingt ausfiel, war es den Beteiligten ein besonders großes Anliegen, gerade in diesen Krisenzeiten zusammenzukommen, um über die derzeitigen Probleme zu sprechen. Statt in der CDU-Zentrale am Libori-Berg fand das Gespräch in diesem Jahr im Bürgerhaus Schloss Neuhaus statt. Von Seiten der Schausteller waren u.a. der Erste Vorsitzende des Schaustellervereins Paderborn e.V. Hans-Otto Bröckling zu Gast sowie weitere Mitglieder aus dem Vorstand des Paderborner Schaustellervereins und zahlreiche weitere Schausteller. Auch DSB-Präsident Albert Ritter, Vizepräsident Thomas Meyer und Vizepräsident Kevin Kratzsch reisten an, um die Positionen des DSB zu vertreten.

Auch während des Frühstücks war das bestimmende Thema die Corona-Krise und das damit verbundene Verbot von Großveranstaltungen bis zum 31. Oktober, wodurch die Schausteller seit Monaten gewissenmaßen mit einem Berufsausübungsverbot belegt sind.  Dazu betonte Linnemann gleich zu Beginn des Frühstücks, dass es auch ihm ein wichtiges Anliegen sei, dass Kirmessen in Deutschland wieder möglich sind: „Was an Strandpromenaden und Einkaufsstraßen erlaubt ist, muss auch für die Kirmes gelten. Die Schausteller haben mit ihren temporären Freizeitparks bewiesen, dass sie es können. Auf geht‘s! Meine Unterstützung haben sie“, so der Abgeordnete.

Präsident Ritter stellte während des Frühstücks mit Blick auf das Verbot der Volksfeste klar, dass die Politik ihren Worten nun endlich Taten folgen lassen müsse: „Viele von uns hatten auf dem Weihnachtsmarkt 2019 die letzten Einnahmen. Einige haben zuletzt auf den Oktoberfesten Geld verdient. Der Ton ist rauer geworden. Aber das müsst ihr aushalten“, sagte Ritter in Richtung Politik. Die Absage bis Ende Oktober auch der kleinsten Kirmes – nur weil der Begriff Volksfest darüber steht – ist eine Ungleichbehandlung des Schaustellergewerbes gegenüber anderen Gewerbetreibenden und bringe die Schausteller massiv in Existenznot mahnte Ritter: „Wir sind in der Corona-Krise eine Branche ohne Perspektiven. Die Weihnachtsmärkte müssen laufen“, unterstrich der DSB-Präsident. Bei dem Überbrückungshilfeprogramm der Bundesregierung gäbe es zudem noch viele Probleme zu lösen.

Laut Paderborns Bürgermeister Michael Dreier arbeite die Stadt bereits mit Hochdruck an einem entsprechenden Konzept für den Weihnachtsmarkt unter Corona-Bedingungen: „Wir werden dabei klare Kante zeigen“, versprach er den Schaustellern.

Der Erste Vorsitzende des Schaustellervereins Paderborn e.V. zeigte sich grundsätzlich zufrieden mit dem bisherigen Ergebnis des „Tivoli-Wunderlandes“, dem temporären Freizeitpark, der in diesem Jahr anstelle des Libori-Festes von den Schaustellern organisiert wird. Der Freizeitpark zeige laut Bröckling klar, dass Kirmes auch unter Corona-Bedingungen funktioniere.

Er freue sich zudem, dass die Stadt Paderborn ihren Weihnachtsmarkt nicht in Zweifel ziehe. Dennoch richtete er einen dringenden Appell an die Paderborner Stadtpolitik: Um die aktuell dramatische Situation der Schausteller zu berücksichtigen, solle die Stadt die Standgebühren zukünftig nicht mehr vor dem jeweiligen Fest, sondern erst etwa zur Mitte der Veranstaltung hin einfordern, da es bisher noch nie einen Schausteller gegeben habe, der seine Zahlung nicht geleistet hat, so Bröckling.

Am Ende des Frühstücks sprachen die Schausteller den Vertretern der Stadt und den anwesenden Politikern für die insgesamt gute Zusammenarbeit und die stets konstruktiven Gespräche ihren Dank aus.

Fotonachweis: Hans-Dieter Winkler