Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




Schausteller demonstrieren für Erhalt des Baumblütenfestes in Werder

Bereits im Jahr 1879 beschloss der Obstbau-Verein Werder, den Höhepunkt des Blütenstandes öffentlich bekanntzugeben, damit möglichst viele Menschen diese Pracht genießen können. Dies war die Geburtsstunde des Baumblütenfestes, das alljährlich Hunderttausende in die Stadt und auf die Höfe der Obstbauern lockt. Mittlerweile gibt es einen Blütenball, Blütenköniginnen, einen Baumblütenlauf u.v.m. Doch nach mehr als 140-jährigem Bestehen soll das Fest nun aufgrund eines Entschlusses der Stadt Werder plötzlich abgesagt werden, da das Fest in den vergangenen Jahren in den Ruf geraten ist, von einem fröhlichen Volksfest zu einem Trinkfest mutiert zu sein.

Hat die Stadt Werder zunächst angekündigt, die Konzeption kurzfristig zu überdenken, entschied sie sich dann für eine Absage des Festes im Jahr 2020, möglicherweise sogar 2021. Diese, wohl einsame Entscheidung der Bürgermeisterin, stieß nicht nur auf Widerwillen, sondern blankes Entsetzen bei den Obstbauern und auch den Schaustellern, da das Baumblütenfest traditionell eines der größten Feste Deutschlands und mit seinen zehn Tagen ein fester und keinesfalls entbehrlicher Bestandteil der jährlichen Tourneeplanung ist.

Um die Gefahren, die allen an diesem Fest beteiligten Gewerken durch eine Absage drohen, deutlich zu machen, wurde am 19. September in Windeseile eine Demonstration im Stadtzentrum von Werder organisiert. Nicht nur die Obstbauern und Gewerbetreibenden Werders machten hier ihrem Unmut Luft, auch hunderte Schausteller reisten von nah und fern an, um ihrer Forderung nach einem Umdenken und einer Fortsetzung des Baumblütenfestes Nachdruck zu verleihen.

Schaustellerverbände aus ganz Deutschland entsandten Delegationen und Vertreter – natürlich mit ihren Traditionsfahnen und Zugmaschinen – und zeigten damit einmal mehr, dass der Leitspruch „Einigkeit macht stark“ keine leere Phrase ist.

Gemeinsam mit Schaustellern und Obstbauern aus der Region wurde die Demonstration organisiert und angemeldet. Der angereiste Präsident des Deutschen Schaustellerbundes Albert Ritter verdeutlichte seine Forderungen auf offener Bühne. Auch von den regionalen Medien wurde die Demonstration intensiv begleitet.

In der anschließenden Sitzung der Stadtverordnetenversammlung wurde die weitere Planung des Festes an einen städtischen Arbeitsausschuss unter der Mitarbeit der Kultur- und Brauchtumsträger des Festes, den Schaustellern und den Obstbauern, verwiesen, der nun ein gemeinsames Konzept zur Weiterführung erarbeiten soll.

Präsident Albert Ritter betonte gegenüber den Medien, dass der Beitrag der Schausteller für ein Volksfest mit Familiencharakter unverzichtbar sei, da sie mit ihren Karussells, Süßwarenständen, Belustigungen u.v.m. ein Garant für die Familienfreundlichkeit von Volksfesten sind und ein Angebot für alle Generationen bieten sowie für Spaß und Freude auch ohne Alkohol stehen und sorgen.

Der DSB wird seine Mitglieder über den weiteren Verlauf in der Angelegenheit an dieser Stelle und seinen weiteren Verbandsmedien informieren.

Ein herzliches Dankeschön an alle Schaustellerkolleginnen und -kollegen, die uns dabei unterstützt haben, der Politik während der Demonstration in einer großen Solidargemeinschaft die Wichtigkeit unseres Gewerbes vor Augen zu führen.

Einigkeit macht stark!

Impressionen von der Demonstration finden Sie hier.

Fotonachweis: DSB