Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




Nach Forderung eines Corona-Rettungsschirms: DSB-Vertreter führen intensive Gespräche mit der Politik

Nachdem der DSB bereits im Nachgang an den „schwarzen Mittwoch“ Mitte April einen Rettungsschirm für die ca. 5.000 Schaustellerbetriebe in Deutschland gefordert hat, fanden in der Zwischenzeit bereits zahlreiche Gespräche von Seiten der DSB-Vertreter mit Politikern verschiedenster Ebenen zu dem Ruf der Schausteller nach staatlichen Unterstützungen statt.

Bevorzugt das Präsidium auch immer das Gespräch von Angesicht zu Angesicht, werden in Corona-Zeiten die Reisetätigkeiten auf ein Mindestmaß heruntergefahren und stattdessen alle technischen Möglichkeiten genutzt. In den vergangenen Wochen führte das Präsidium u.a. Telefonkonferenzen mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), hat seit sechs Wochen jeden Freitag eine „Schalte“ mit der baden-württembergischen Landesministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) und allwöchentlich auch eine Runde mit dem nordrhein-westfälischen Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie Prof. Dr. Andreas Pinkwart (FDP). Zudem steht das Präsidium in ständigem Austausch mit der Bundesregierung, insbesondere dem Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie Dr. Ulrich Nußbaum, der für die Abteilungen Wirtschafts-, Industrie- und Außenwirtschaftspolitik, für die Digital- und Innovationspolitik sowie für die Mittelstandspolitik zuständig ist, der Staatssekretärin im Bundesministerium für Arbeit und Soziales Leonie Gebers und der Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesfinanzministerium Sarah Ryglewski zur Vorbereitung eines Rettungsschirms für die Schausteller. In gesonderten Einzeltelefonaten wurde u.a. mit dem hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier und dem niedersächsischen Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung Dr. Bernd Althusmann (CDU) gesprochen, persönlich auch vor Ort (unter hohen Sicherheitsauflagen) mit der Arbeitsgemeinschaft Tourismus der SPD-Fraktion im Bundestag und dem Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie sowie stellvertretenden Ministerpräsidenten von Bayern Hubert Aiwanger (Freie Wähler) in München.

Am häufigsten finden nach wie vor Videokonferenzen so z.B. mit NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU), den beiden Bundesvorsitzenden der SPD Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans oder dem Bundesvorsitzenden der FDP Christian Lindner statt.

Auf operativer Ebene stimmt sich Hauptgeschäftsführer Frank Hakelberg in zahlreichen Gesprächen mit Vertretern verschiedener Organisationen wie beispielsweise dem Deutschen Städtetag, dem Deutschen Tourismusverband (DTV), dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband e.V. (DEHOGA), dem Verband Deutscher Freizeitparks und Freizeitunternehmen e.V. (VDFU) oder dem AK Fliegende Bauten ab, um die sich laufend ändernde Situation tagesaktuell zu besprechen.

Zentrale Ankerpunkte der Gespräche waren stets die für den DSB in den vergangenen Monaten wichtigsten strategischen Punkte, um die Schaustellerbranche vor der kollektiven Insolvenz zu bewahren: Erstens der Erhalt der traditionellen Veranstaltungen und somit der Arbeitsplätze der Schausteller. Zweitens die Einforderung staatlicher Hilfe mittels eines geeigneten Rettungsschirms. Sowie drittens das Aufzeigen von Alternativlösungen, durch die Beschreitung neuer Wege und Erstellung von Konzepten für Sonderveranstaltungen als temporären Ersatz traditioneller Feste.

Dem Wahlspruch „Einigkeit macht stark“ folgend setzen sich die Verbände vor Ort in ganz Deutschland für die Interessen der Schaustellerbranche ein. Die vom DSB zur Verfügung gestellten Positionen bringen sie in ihren unzähligen Gesprächen mit „ihren“ Bundes- und Landtagsabgeordneten und Bürgermeistern unermüdlich zur Sprache. So hatten z.B. die Vertreter der Schleswig-Holsteiner Verbände bereits im März die Gelegenheit, dem Ministerpräsidenten Schleswig-Holsteins Daniel Günther (CDU) und dem Minister für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus Dr. Bernd Buchholz (FDP) die Anliegen der Schausteller im Rahmen einer Telefonkonferenz aufzuzeigen. Mitte Mai trafen sich die Vorsitzenden der Thüringer Verbände mit dem Thüringer Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (Die Linke) in der Staatskanzlei in Erfurt, um gemeinsam über die Lage der Schausteller in der Corona-Pandemie zu sprechen, um nur zwei von vielen weiteren Beispielen zu nennen. Auf diesen Wegen konnten die Not und die Forderungen der Schausteller überall im Land Gehör finden.  

In all den Dialogen zeigten sämtliche Gesprächspartner großes Verständnis für die prekäre Lage der Branche. Sie sagten den Schaustellern, die durch das krisenbedingt verhängte Berufsausübungsverbot unverschuldet in eine existenzbedrohliche Situation geraten sind, zudem zu, sich nach Kräften für entsprechende finanzielle Hilfen einzusetzen, um das 1.200-jährige Kulturgut Volksfest nicht in Gefahr zu bringen.