Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




Klima- und Umweltschutz auf deutschen Volksfestplätzen

Das Volksfest ist so bunt wie unser Leben – und ebenso facettenreich.

In all diesen Bereichen praktizieren wir Schausteller Umweltschutz – und das schon seit Jahrzehnten:

 

Gastronomie (Geschirr)

Fast die Hälfte aller Kirmesgeschäfte hat sich auf Ausschank und Verzehr spezialisiert.

Hinsichtlich der Verwendung von Geschirr hat sich die Branche schon vor dreißig Jahren selbst verpflichtet, den Umweltschutz voranzutreiben:

  • Seitdem wird z.B. die Bratwurst im Brötchen und nicht mehr auf dem Pappteller serviert, an anderen Stellen wurde auf Produkte aus Maisstärke als Alternative zu Pappe und Plastik umgestellt.
  • Mehrweggeschirr wird überall dort verwendet, wo entsprechende Spülstationen eingerichtet werden können. Darüber hinaus gewährleisten die Schausteller bereits seit Jahren trotz widriger Bedingungen ein fast komplettes Getränke-Mehrwegsystem auf den Volksfesten und Weihnachtsmärkten.
  • Biologisch abbaubare Verpackungsmaterialien werden dort eingesetzt, wo keine hygienischen Bedenken bestehen.
  • Schausteller kochen frisch und in großen Mengen, hier fällt pro Mahlzeit weniger Abfall an, als am heimischen Herd.

 

 

 

Beleuchtung

Schon weit vor dem Verbot der klassischen Glühbirne haben die Schausteller begonnen, ihre gesamte Beleuchtung auf LEDs umzustellen und so den Stromverbrauch der Anlagen und der Dekorationen drastisch – bis zu 90 Prozent! – reduziert.

Die Branche darf sich rühmen, bei diesem aufwendigen und kostenintensiven Wandel Vorreiter gewesen zu sein.

 

 

Stromverbrauch der Fahrgeschäfte

Deutsche Fahrgeschäfte gehören zu den sichersten der Welt, sie werden intensiv gewartet und stehen unter regelmäßiger Aufsicht der Prüfinstitute und bauaufsichtlichen Genehmigungsbehörden.

Die Karussells – und damit auch ihre Elektrotechnik – werden alle ein bis zwei Jahre einer kompletten Überprüfung unterzogen, Verschleißteile werden regelmäßig erneuert bzw. neue Komponenten eingebaut.

Dies dient nicht nur der Sicherheit, sondern auch dem Umweltschutz.

 

Grüner Strom

Wir sind stolz darauf, dass mehr und mehr Volksfeste mit grünem Strom betrieben werden, wie bspw. die größte Kirmes in NRW, die Cranger Kirmes, und sind höchst interessiert daran, dass die Stromversorgung auf Volksfesten und Weihnachtsmärkten mit Ökostrom weiter ausgebaut wird.

 

Abfallentsorgung

Der Abfall, der nicht zu vermeiden ist, wird auf allen Volksfestplätzen fachgerecht entsorgt.

An allen gastronomischen Betrieben und Verkaufsgeschäften sind Abfalleimer postiert, der Abfall wird täglich gesammelt, sortiert und über den örtlichen Entsorger dem Recycling zugeführt.

Die Kosten dafür tragen die Schausteller.

 

 

Feuerwerk

Das Höhenfeuerwerk ist traditionsreicher Höhepunkt vieler Volksfeste, der eine einzigartige Stimmung schafft: Das Licht erlischt, häufig ertönt ein gleichmäßiger Klangteppich auf dem Volksfestplatz, zu dem Zehntausende das Spektakel am Himmel bewundern.

Natürlich werden bei einem solchen Feuerwerk auch geringe Mengen CO2 und Feinstaub freigesetzt. Aber EIN Feuerwerk unterhält Zehn- manchmal Hunderttausende – hier werden die Verhältnisse gewahrt.

Auch liegt nicht, wie an einem Neujahrsmorgen, allerorten Feuerwerksabfall auf den Straßen – unsere Feuerwerke werden professionell durchgeführt und die Reste ebenso professionell entsorgt.

 

 

Transport der Geschäfte

Die LKW der Schausteller haben äußerst geringe Laufleistungen.

Sie werden nur für den Transport von einem Volksfestplatz zum anderen benutzt und stehen dort häufig über Wochen still.

Bereits seit Jahren betonen wir, wie sehr wir die Privatisierung der Bahn bedauern, die den damals gängigen Güterverkehr für Schausteller abgeschafft und uns dazu gezwungen hat, auf LKW umzusteigen.

 

Der große klimatechnische Vorteil der Volksfeste

Unsere Volksfeste finden seit jeher in den Zentren der Städte statt. Mit nur wenigen Fahrzeugen bringen wir das Event direkt vor die Tür unserer Besucher.

Sie sind für jedermann zu Fuß, mit dem Fahrrad, mindestens aber mit dem öffentlichen Nahverkehr zu erreichen. Das Auto bleibt stehen.

Das ist ihr großer Vorteil gegenüber vielen anderen Freizeitaktivitäten, die meist eine längere Anreise erfordern.

Eine Studie zum Züricher Volksfest (Zürifäscht)[1] kommt zu dem Ergebnis, dass die Stadt an dem Volksfestwochenende weniger CO2 verursacht, als an jedem anderen Wochenende!

Zudem: Schausteller wohnen für die Zeit des Festes auf den Volksfestplätzen, die ihre Arbeitsplätze sind. Es findet kein Berufsverkehr statt.

Dies sind nur ein paar Beispiele jener Bereiche, in denen Schausteller sich um Nachhaltigkeit auf Volksfesten bemühen. Sie zeigen, dass die Ökobilanz der Volksfeste und Weihnachtsmärkte insgesamt positiv ist, weshalb die geringen freigesetzten Mengen CO2 und Feinstaub zu vernachlässigen sind.


[1] https://www.zuerifaescht.ch/sites/default/files/inline-files/Pr%C3%A4sentation%20CO2-Footprint%20Z%C3%BCrif%C3%A4scht%202019_myclimate.pdf