Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




Karussell feiert 400-jähriges Jubiläum

In diesen Tagen feiert das Karussell einen ganz besonderen runden Geburtstag: Bereits seit 400 Jahren drehen die Fahrgeschäfte ihre Runden auf den Volksfesten in der ganzen Welt – ein großartiges Jubiläum in der mehr als 1.200-jährigen Geschichte der Volksfeste. Am 17. Mai 1620 findet erstmals ein Karussell Erwähnung, als der Asien-Reisende Peter Mundy auf einem großen Fest in der osmanischen Handelsstadt Philippopel, dem heutigen Plowdiw in Bulgarien, ein Karussell zu Gesicht bekommt. Die einfache Konstruktion bestand aus einem großen Wagenrad, das mit Sitzpolstern bestückt war und per Handkurbel in Bewegung gesetzt wurde.

Ursprünglich stammte die Idee von mittelalterlichen Ritterspielen. Dabei saßen die Männer auf dem Rand eines sich drehenden Gestells und verbesserten ihre Geschicklichkeit, indem sie versuchten, mit einer Lanze um die Drehscheibe herum angeordnete Ringe zu durchstoßen.
Das Wort Karussell entstammt dem französischen „carousel“ und italienischen „carosello“.
Wurden die Karussells zunächst noch von Menschenhand oder mit Pferden angetrieben, sorgte die Industrialisierung im 19. Jahrhundert dafür, dass in England die ersten dampfgetriebenen Karussells ihre Fahrt aufnehmen konnten. In der weiteren Entwicklung wurden sie von Elektromotoren in Bewegung gesetzt und bis zum heutigen Tage sind sie von keinem Volksfestplatz mehr wegzudenken, ganz gleich ob Kettenflug, Achterbahn, Breakdance, Riesenrad o.ä.: „Die Schausteller haben neue technische Möglichkeiten seit jeher aufgegriffen und mit ihren Kirmes-Innovationen im Laufe der jahrhundertealten Tradition der Volksfeste stets für leuchtende Augen und Staunen bei den Besuchern gesorgt“, so DSB-Präsident Albert Ritter.

Das weltweit älteste erhaltene feststehende Karussell aus dem Jahr 1780 steht noch heute im Staatspark Hanau-Wilhelmsbad und konnte nach einer aufwendigen Restaurierung im Jahr 2016 wieder seine Runden drehen.

Aufgrund der Beschränkungen im Zuge der Corona-Krise stehen die Karussells in Deutschland jedoch bis mindestens 31. August still: „Wir hoffen, dass das Berufsausübungsverbot für unseren Berufsstand schnellstmöglich aufgehoben wird, damit wir Schausteller wieder unserer Berufung folgen können und all unseren treuen Volksfestbesuchern, ganz besonders den Kindern, wieder Freude bereiten dürfen. Sobald es uns wieder erlaubt wird, Volksfeste zu feiern, werden wir dieses wunderbare Jubiläum umgehend nachholen“, betonte Ritter.