Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




First Lady Elke Büdenbender besucht den DOM und diskutiert mit Schaustellervertretern über die Bildung auf der Reise

Am 18. November 2019 konnten die Hamburger Schausteller auf Einladung des Verbandes zur Förderung der schulischen Bildung und Erziehung von Kindern der Angehörigen reisender Berufsgruppen in Deutschland e.V. (kurz: BERiD) einen ganz besonderen Gast auf ihrem Winterdom begrüßen: Die First Lady der Bundesrepublik Deutschland Elke Büdenbender gab sich die Ehre und sprach in der Bauernkate des Ersten Vorsitzenden des Schaustellerverbandes Hamburg von 1884 e.V. Robert Kirchhecker mit den Schaustellervertretern über die besonderen Herausforderungen, denen sich die Kinder beruflich Reisender im Schulalltag stellen müssen.

Bereits seit Beginn der Amtszeit ihres Mannes, des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier, ist Bildung eines der Themen, das Elke Büdenbender sich als persönliches Herzensanliegen ganz besonders auf die Fahnen geschrieben hat, viele verschiedene Projekte hat sie in diesem Bereich bereits unterstützt.

Zu Beginn des Besuches erläuterten DSB-Präsident Albert Ritter und Bundesfachberater für Bildung Andreas Horlbeck zunächst die ganz speziellen Gegebenheiten der schulischen und beruflichen (Aus-)Bildung der Schausteller. Dabei hoben sie hervor, dass es den Schaustellern seit Jahrzehnten wichtig ist, den Schaustellernachwuchs im regulären Schulsystem zu integrieren – auch um die Abgrenzung zu Kindern aus nicht reisenden Haushalten möglichst gering zu halten.

BERiD-Präsident Jürgen Hein stellte ein neues Konzept speziell zur Förderung auch der frühkindlichen Bildung vor.

Über das Bildungswerk der deutschen Schausteller bis hin zum erfolgreichen Schulprojekt Berufliche Kompetenz für Schausteller (BeKoSch) erhielt Frau Büdenbender außerdem einen detaillierten Einblick in die unterschiedlichen Fördermaßnahmen, die für die Verbesserung der Bildungssituation beruflich Reisender bisher geschaffen wurden.

Obwohl all jene Angebote den Bereich der Bildung in den vergangenen Jahren bereits deutlich nach vorne gebracht haben, stehen die beruflich reisenden Eltern durch den häufigen Ortswechsel, teilweise über die Grenzen der Bundesländer hinaus, oftmals vor Problemen, die das föderalistische Bildungssystem mit sich bringt.

Insbesondere die Kommunikation zwischen der Stammschule und den Stützpunktschulen müsse zukünftig noch optimiert werden, so die DSB-Vertreter, man setze hier auch auf die baldige Einsatzfähigkeit des digitalen Schultagebuchs im Rahmen des Diglu-Projektes.

Andreas Horlbeck erklärte weiterhin, dass Schausteller bereits seit jeher traditionell parallel zu ihrer Schulausbildung generationsübergreifend die verschiedenen Arbeitsabläufe auf den Volksfesten und Weihnachtsmärkten auf natürliche Weise kennenlernen. So sind die Schaustellerjugendlichen nach Abschluss ihrer Schulausbildung bereits bestens gerüstet, wenn sie in den elterlichen Betrieb mit einsteigen oder sich selbstständig machen möchten.

Mit Blick auf diese Herangehensweise begrüßen die Schausteller es sehr, dass mittlerweile im Rahmen der BeKoSch-Kurse speziell auf die Bedürfnisse der Schausteller zugeschnittene zusätzliche Module in die IHK-geprüfte Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann/zur Einzelhandelskauffrau münden können.

Die First Lady diskutierte die angesprochen Themen hochinteressiert mit den Schaustellern und versprach ihnen anschließend, sich für die Bildungsanliegen des Schaustellernachwuchses stark zu machen.

Neben dem ausführlichen Dialog über die Bildung im Schaustellergewerbe durfte auch ein Blick in den Schulwagen auf dem Hamburger Dom nicht fehlen. Hier schaute Elke Büdenbender sich mit besonders großem Interesse die Lehrmaterialien der Schüler an und ließ sich vom Schulalltag der Stützpunktlehrkräfte berichten.

Als letzte Station stand schließlich der Besuch des Schaustellerkindergartens auf dem Programm, in dem die aufgeweckten Schaustellerkinder der First Lady stolz eigens für den Besuch gebastelte Blumen überreichten und ihr fröhlich und munter von ihrem Kindergartenalltag berichteten.  

Am Ende zeigte Büdenbender sich dankbar für den informativen Vormittag und den interessanten Einblick in die Welt der Schausteller.  

Fotonachweis: DSB