Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




Festlicher Jahresempfang der Arbeitsgemeinschaft der Schaustellerverbände in NRW ArGe NRW im DSB in Hamm

Auszeichnung des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet mit dem „Goldenen Karussellpferd“

Paderborner Erzbischofs Hans-Josef Becker hält Laudatio

 

Am 16. Februar beging die Arbeitsgemeinschaft der Schaustellerverbände in Nordrhein-Westfalen im DSB in Hamm ihren traditionellen Jahresempfang. Zahlreiche Vertreter von Seiten der Bundes-, Kommunal- und Landespolitik nahmen teil, um die Belange des Schaustellergewerbes zu unterstützen. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet wurde in diesem Jahr mit dem „Goldenen Karussellpferd“ ausgezeichnet. Mit dem traditionellen Fahneneinmarsch verliehen die Schausteller ihren politischen Forderungen Nachdruck.

Über 600 Gäste waren der Einladung des Gastgebers des diesjährigen Empfangs, dem Schaustellerverein „Hand in Hand“ Hamm e.V. und der Schausteller der ArGe NRW im DSB gefolgt. Darunter waren neben dem Preisträger des „Goldenen Karussellpferdes“ Ministerpräsident Armin Laschet, die 1. Vizepräsidentin des nordrhein-westfälischen Landtages Carina Gödecke, der Oberbürgermeister der Stadt Hamm Thomas Hunsteger-Petermann, zahlreiche Vertreter der Landes- und Kommunalpolitik und der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker, der als Preisträger des Jahres 2017 die Laudatio auf Armin Laschet hielt. Darüber hinaus kamen zahlreiche Entscheidungsträger aus allen Bereichen, die für den Fortbestand der Kirmessen in NRW von Bedeutung sind.

Die NRW-Schausteller und befreundete Schaustellerverbände aus ganz Deutschland bereiteten den Gästen zu Beginn der Veranstaltung mit dem feierlichen Fahnendefilee einen imposanten Empfang und hoben damit zugleich die Geschlossenheit der Branche mit Blick auf die vielen Hürden hervor, die ihnen bei ihrer täglichen Arbeit begegnen.

In seiner Eröffnungsansprache betonte der Erste Vorsitzende des Schaustellervereins „Hand in Hand“ Hamm e.V. Uwe Röhrig, dass das Miteinander der Menschen, ganz gleich welcher Herkunft, gerade auf den Volksfesten in Deutschland sehr intensiv gelebt werde. In Zeiten ständiger häufig negativer Berichterstattung sei es daher wichtig, dass die Medien der Bevölkerung gerade auch solch positive Nachrichten häufiger übermitteln.

Der Vorsitzende der ArGe NRW Albert Ritter sprach in seiner beherzten Rede gewohnt offen jene tagesaktuellen politischen Themen an, die den Schaustellern die Ausübung ihres Gewerbes erschweren: so u.a. der Bürokratieabbau, der mit der Schaffung eines unternehmerfreundlichen Gaststättengesetzes gerade in NRW einen großen Schritt voran kommen könnte, die geforderte Herauslösung aus dem Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz sowie die Kostentragung für erhöhte Sicherheitsmaßnahmen auf Volksfesten. Die aktuelle Sicherheitsdebatte betreffend betonte Ritter erneut, dass der Terror durch keine Kirmes und keinen Weihnachtsmarkt verursacht werde, sondern von außen drohe. Die Produktion von Sicherheit sei daher eine hoheitliche Aufgabe – die auch vom Staat übernommen und bezahlt werden müsse: „Wenn Politiker davon sprechen, dass wir uns das Lachen unserer Kinder nicht verbieten lassen dürfen, dann brauchen wir auch gerade diese Politiker an unserer Seite, wenn es darum geht, den Schutz der Volksfeste zu gewährleisten und zu finanzieren“, so Ritter in seiner Rede.
Mit Blick auf die Zollkontrollen auf Volksfestplätzen zur Einhaltung des Mindestlohns appellierte er an die Zuständigen, jene Kontrollen zukünftig mit Augenmaß durchzuführen und die Volksfestbesucher nicht durch den Auftritt von Zollbeamten in voller Kampfmontur zu verunsichern: „Wir sind gute, ordentliche Geschäftsleute und das muss anerkannt werden!“, hob Ritter dazu hervor. 
Zugleich sprach er der Landespolitik seinen Dank für ihre Unterstützung hinsichtlich der bundeseinheitlichen Herausnahme der Schaustellerfahrzeuge aus dem Sonn- und Feiertagsfahrverbot sowie für die Abschaffung der Hygieneampel aus. 

Auch der Oberbürgermeister der Stadt Hamm Thomas Hunsteger-Petermann mahnte in seiner Rede an, den Bürokratieabbau weiter voranzutreiben. Manche Forderung, die Kommunen an die Veranstaltung von Festen knüpfen, würden schlichtweg über das Ziel hinaus schießen und seien absurd. Zudem zeigte er großes Unverständnis darüber, dass staatlicherseits Millionen für Fußballveranstaltungen ausgegeben werden, die Volksfeste als Traditionsveranstaltungen jedoch, die seit Jahrhunderten zum Stadtbild und -leben gehören, in seinen Augen zu kurz kämen.
Die anderen anwesenden Politiker sagten den Schaustellern ebenfalls ihre Unterstützung bei ihren drängenden Problemen zu. 

Auch in diesem Jahr bildete die Verleihung des „Goldenen Karussellpferdes“ schließlich den Höhepunkt der Veranstaltung. Die Schausteller zeichneten den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet mit dem „Goldenen Karussellpferd“ aus, da er seinem Kabinett bereits zu Beginn seiner Amtszeit mit auf den Weg gegeben habe, den Schaustellern stets die Türen zu öffnen und die Signale auf grün zu stellen, wenn sie sich mit ihren Problemen an die Landesregierung wenden.
Traditionell hielt der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker als Preisträger des vergangenen Jahres die Laudatio auf den diesjährigen Geehrten Laschet: In diesem Jahr erhalte das „Goldene Karussellpferd“ ein echter Landesvater, so Becker. Die Ehrung werde stets nicht nur als Geschenk, sondern auch als verantwortungsvolle Aufgabe verliehen und Laschet zeichne sich im besten Sinne dafür aus. So habe er von seinem Vater, der als Bergmann arbeitete, eine wichtige Haltung gelernt: Unter Tage zählt nicht, wer man ist, sondern einzig und allein die Frage, ob man sich aufeinander verlassen kann. Zuverlässigkeit und Zusammenhalt seien daher zwei bedeutsame Tugenden, die ihn mit den Schaustellern verbinden, bekräftigte Erzbischoff Becker.
Ministerpräsident Laschet betonte in seiner anschließenden Dankesrede, dass er sich sehr über die Auszeichnung gefreut habe und jedes Mal wieder überwältigt sei, wenn die Schausteller mit ihren Traditionsfahnen in den Saal einziehen. Als Aachener erinnere er sich an viele Besuche als Kind mit seinen Eltern auf dem Öcher Bend, habe das Volksfest aber auch mit den eigenen Kindern häufig besucht und schon heute freue er sich darauf, in Zukunft mit seinen Enkeln dorthin zu gehen.
Die Kirmessen seien ein wichtiger kultureller und wirtschaftlicher Teil von Nordrhein-Westfalen. Er sei deshalb sicher, dass die Feste eine lange Zukunft haben. Denn je mehr man in der digitalen Welt alles spielen und erleben könne sowie immer weiter digitalisiert und virtuell vernetzt würde, desto mehr sehnen sich die Menschen nach Dingen zum Anfassen, nach Realität und eben nicht nur nach virtuellen Wesen, sondern ganz normalen Menschen, mit denen man sprechen und denen man auf der Kirmes begegnen könne. Dieses Kulturerbe müsse daher unbedingt bewahrt werden, so der Ministerpräsident. Man dürfe sich das friedliche Zusammenleben aller Kulturen, das die Schausteller mit den Volksfesten als wichtige Säule mittragen, nicht kaputt machen lassen.
Hinsichtlich der von Albert Ritter angesprochenen politischen Forderungen der Schausteller unterstrich er, dass Gesetze im Prinzip für alle gleich sein müssten. Ein kluger Rechtsstaat und Gesetzgeber müsse aber auch anerkennen, dass eben nicht alle gleich seien. Die Probleme, die während des Abends diskutiert wurden, seien genau jene, die sich aus den besonderen Gegebenheiten des Schaustellerwesens ergeben. Mit Blick auf ein mögliches Dieselfahrverbot betonte Laschet, dass die Schausteller davon ausgenommen werden müssten, denn der Schausteller müsse ja mit seiner Zugmaschine auch auf den Volksfestplatz kommen: „Da braucht man dann einen besonderen Blick auf diese besonderen Belange.“

Hinsichtlich der aktuellen Sicherheitsdebatte stimmte Ministerpräsident Laschet mit den Schaustellern darin überein, dass Sicherheit Aufgabe des Staates sei. Man müsse nun an gemeinsamen Lösungen arbeiten, damit die Schausteller die Kosten nicht alleine tragen. Bezüglich des nordrhein-westfälischen Gaststättenrechtes stellte er den Schaustellern außerdem in Aussicht, dass er nach einem Weg suchen werde, damit diese zukünftig nicht mehr jedes Mal eine neue Genehmigung der zuständigen Gemeinde einholen müssen.

Nach den Feierlichkeiten führten die Schaustellervertreter mit ihren Gästen im festlich dekorierten Saal bei Speisen, Getränken und Tanzmusik noch bis zum Sonnenaufgang intensive Gespräche.

Weitere Impressionen finden Sie in unserer Bildergalerie.

Save the Date 2019: Der Jahresempfang zum 40. Bestehen der ArGe NRW findet am 30. Januar 2019 verbunden mit der Großkundgebung des 70. Jubiläumsdelegiertentages des DSB in der denkmalgeschützten Grugahalle in Essen statt.

 

Ein herzliches Dankeschön an die Fahnendelegationen aller befreundeten Schaustellerverbände, die mit ihren Traditionsfahnen die politischen Forderungen der Schausteller so eindrucksvoll unterstützt haben! Einen großen Dank auch an die Kolleginnen und Kollegen sowie die Schaustellerjugend des Schaustellervereins „Hand in Hand“ Hamm e.V., die alle gemeinsam mitgeholfen haben, Gästen und Schaustellern einen eindrucksvollen Jahresempfang 2018 zu bereiten!
Einigkeit macht stark! Glück auf!

 

Mit dem „Goldenen Karussellpferd“ zeichnet die Arbeitsgemeinschaft der Schaustellerverbände NRW jedes Jahr Persönlichkeiten aus Nordrhein-Westfalen aus, die sich um die Volksfeste und Weihnachtsmärkte besonders verdient gemacht haben. Bisherige Träger des auch als „Kirmes-Oscar“ bekannten Preises sind der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker, die damalige nordrhein-westfälische Landtagspräsidentin Carina Gödecke, die damalige Ministerin für Schule und Weiterbildung sowie stellvertretende Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen Sylvia Löhrmann, Bundestagspräsident a.D. Norbert Lammert, der damalige EU-Parlamentspräsident Martin Schulz, die NRW-Ministerpräsidentin a.D. Hannelore Kraft, Albert Ritter als langjähriger Vorsitzender der ArGe der Schaustellerverbände NRW, der Unternehmer und Vorsitzende der Wittener Gesellschaft für Volksfeste Hermann Bonner e.V. Rolf Ostermann, der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland Nikolaus Schneider, die Bundesminister a.D. Franz Müntefering und Wolfgang Clement, die ehemaligen NRW-Landesminister Dr. Ingo Wolf, Eckhard Uhlenberg, Christa Thoben, Wolfram Kuschke und Harald Schartau, sowie der verstorbene Vorsitzende der Migrationskommission der katholischen Kirche, Weihbischof Dr. Josef Voß.