Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




Erfolgreiche 184. Hauptvorstandssitzung in Stuttgart

Die Landeshauptstadt Stuttgart war diesjähriger Veranstaltungsort der mittlerweile 184. Hauptvorstandssitzung des Deutschen Schaustellerbundes seit 1950. Am 14. November 2019 tagten die Vorsitzenden der DSB-Mitgliedsverbände im traditionsreichen Kursaal in Bad Cannstatt. Im Vorfeld der Sitzung fand auch in diesem Jahr eine Pressekonferenz statt, gefolgt von einer Sitzung des Präsidiums. Am Vorabend der Sitzung lud der Schaustellerverband Südwest Stuttgart e.V. aus Anlass seines 125-jährigen Bestehens zu einem Jubiläumsball ein, bei dem zahlreiche Vertreter aus Landes- und Kommunalpolitik sowie der Verwaltung zu Gast waren.

Pressekonferenz

Am Morgen des 13. November zogen Präsident Albert Ritter, der Erste Vorsitzende des Schaustellerverbandes Südwest Stuttgart e.V. Mark Roschmann und DSB-Hauptgeschäftsführer Frank Hakelberg auf einer Pressekonferenz Bilanz der Volksfestsaison 2019 und stellten sich im Anschluss den Fragen der Journalisten. Als weiterer Gesprächspartner stand der Bürgermeister für Wirtschaft, Finanzen und Beteiligungen Thomas Fuhrmann (CDU) den Medienvertretern Rede und Antwort. Das zentrale Thema war unter anderem der dramatische Personalmangel im Schaustellergewerbe.
Präsident Ritter erläuterte der Presse, dass die Gewinnung von Arbeitskräften aus dem Ausland nach wie vor mit einem erheblichen bürokratischen Aufwand verbunden ist. Zudem unterstrich er erneut die Forderung des DSB an das Bundesarbeitsministerium: „Unseres Erachtens bedarf es dringend neuer bilateraler Abkommen mit Staaten wie der Ukraine, deren Bevölkerung ein hohes Interesse hat, kurzfristig und auskömmlich in Deutschland zu arbeiten“, so Ritter. Ähnliche Probleme sind laut Ritter u.a. auch dem Hotel- und Gaststättengewerbe, dem Gartenbau, den Spediteuren oder den Landwirten bekannt. Ritter und Hakelberg berichteten den Journalisten im weiteren Verlauf des Gespräches von dem aktuellen Projekt der Bundesagentur für Arbeit, mit dem Langzeitarbeitslose und Geflüchtete in den Arbeitsmarkt integriert werden sollen. Dabei könnten vor allem Geflüchtete mit Aufenthaltsstatus nach Ansicht von Präsident Ritter über den Beruf des Schaustellergehilfen in den deutschen Arbeitsmarkt einsteigen: „Die reisende Tätigkeit kann man auch erlernen, wenn die Sprachkenntnisse anfangs bescheiden sind“, sagte Ritter. Bei Langzeitarbeitslosen sei vor allem das Heranführen an den anspruchsvollen und termingebundenen Arbeitsalltag der Schausteller eine große Herausforderung: „Eine Kirmes muss fristgerecht beschickt, aufgebaut und eröffnet werden, jeder Handgriff muss sitzen, auch unter großem Zeitdruck“, so Hauptgeschäftsführer Hakelberg.
Angesichts der bevorstehenden Weihnachtsmärkte konnten die DSB-Vertreter den Journalisten berichten, dass Weihnachtsmärkte und Volksfeste die besucherstärksten Veranstaltungen in jeder Stadt sind. Es gibt in Deutschland kein anderes Freizeitangebot, das mehr Gäste begrüßen kann. Dies belegt auch die jüngst aktualisierte Wirtschaftsstudie des DSB, die zeigt, dass die Besucherzahlen wieder steigen und das befürchtete Sterben der Volksfeste gestoppt ist. Die Studie ist unter http://url.dsbev.de/2e zum Download oder in der Hauptgeschäftsstelle in Papierform erhältlich.

Der Erste Vorsitzende des Stuttgarter Schaustellerverbandes Mark Roschmann ergänzte, dass er sich zudem über das steigende Traditionsbewusstsein der Besucher mit Blick auf die jahrhundertealten Volksfeste freue, was sich z.B. an dem großen Erfolg des Historischen Volksfestes in Stuttgart zeige, das im vergangenen Jahr anlässlich des 200-jährigen Jubiläums des Cannstatter Volksfestes erstmalig stattgefunden und alle Erwartungen übertroffen habe.
„Die Besucherzahlen sind beeindruckend“, betonte auch Bürgermeister Fuhrmann. „Wir brauchen die Schausteller, die Menschen dafür begeistern, die Veranstaltungen zu besuchen“, so Fuhrmann weiter. Es sei ihm daher seit seinem Amtsantritt im März des Jahres ausgesprochen wichtig, für die Probleme der Schausteller gemeinsam nach einer Lösung zu suchen.

Jubiläumsball anlässlich des 125-jährigen Bestehens des Schaustellerverbandes Südwest Stuttgart e.V.

Am Abend hatte der Schaustellerverband Südwest Stuttgart e.V. Abgeordnete des baden-württembergischen Landtages, Vertreter der Kommunalpolitik und der Verwaltung sowie von weiteren Verbänden zum Jubiläumsball im traditionsreichen Kursaal Bad Cannstatt eingeladen. Die Stuttgarter Schausteller und befreundete Schaustellerverbände aus ganz Deutschland bereiteten den Gästen zu Beginn der Veranstaltung mit dem feierlichen Fahneneinmarsch einen imposanten Empfang und hoben damit zugleich die Geschlossenheit der Branche mit Blick auf die vielen Hürden hervor, die ihnen bei ihrer täglichen Arbeit begegnen. Zur offiziellen Eröffnung hießen der Erste Vorsitzende der Stuttgarter Schausteller Mark Roschmann und DSB-Präsident Albert Ritter die Gäste herzlich willkommen.  Anschließend überreichte Mark Roschmann Präsident Ritter als Dank und Anerkennung für seine stetige und langjährige Unterstützung eine Ehrenurkunde des Stuttgarter Verbandes.

Höhepunkt des Abends war dann die Auszeichnung des Bürgermeisters für Wirtschaft, Finanzen und Beteiligungen Thomas Fuhrmann als Wasenbürgermeister. Traditionell verleiht der Schaustellerverband Südwest Stuttgart e.V. die Amtskette für den Wasenbürgermeister nach entsprechendem Einsatz für das Cannstatter Volksfest an den jeweils amtierenden Wirtschaftsbürgermeister. Bürgermeister Fuhrmann bedankte sich herzlich für die Ehrung und betonte, dass er die Amtskette von nun an mit Stolz tragen werde und auch in Zukunft stets ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte der Schausteller habe.

Hauptvorstandssitzung

Am folgenden Morgen eröffnete DSB-Präsident Albert Ritter pünktlich um neun Uhr die 184. Hauptvorstandssitzung im Kursaal Bad Cannstatt. Mit Blick auf die Kernaufgabe des DSB – die Vertretung von Schaustellerinteressen auf kommunaler Ebene, Landes- und Bundesebene sowie bei der Europäischen Union – ließ Präsident Ritter zu Beginn der Sitzung wichtige Ereignisse des Jahres 2019 Revue passieren. Er erläuterte dabei unter anderem, dass der DSB in den vergangenen Monaten zahlreiche Gespräche zum Thema Arbeitskräftemangel geführt habe. Darüber hinaus stand die aktuelle Klimaschutzdebatte im Fokus der Verbandsarbeit.

Marcus Christen, der Abteilungsleiter der in.Stuttgart Veranstaltungsgesellschaft mbH & Co. KG, sprach als Veranstalter des Cannstatter Volksfestes und aller städtischen Großveranstaltungen in Stuttgart ein Grußwort und gratulierte dem Stuttgarter Schaustellerverband zum Jubiläum. Während seiner Rede betonte er, dass die Vertreter der Schaustellerverbände seit jeher wichtige Ansprechpartner für ihn und die in.Stuttgart seien. Er freue sich auch in Zukunft auf die weitere gute Zusammenarbeit, da Veranstalter und Schausteller nicht nur häufig vor den gleichen Herausforderungen stehen, sondern auch das gemeinsame Ziel haben, Volksfeste und Weihnachtsmärkte weiter nach vorne zu bringen.

Arbeitsschwerpunkte des DSB

Im Anschluss an den Bericht des Präsidenten stellte Hauptgeschäftsführer Frank Hakelberg die aktuellen Arbeitsschwerpunkte des DSB vor. Dabei ging er u.a. auf die nach jahrelanger Arbeit nun endlich erreichte Befreiung vom Sonn- und Feiertagsfahrverbot für LKW ein, die ausnahmslos im Schaustellergewerbe unterwegs sind. Nach einem bürokratischen Flickenteppich mit unterschiedlichen Erlassen in den Bundesländern und halbherzigen Lösungen für sog. Inventar-Fahrzeuge wird zukünftig eine verständliche und praktikable Regelung den Alltag der Schausteller erleichtern. Weiter berichtete er von anstehenden Tarifverhandlungen mit der GEMA, dem Klimaschutz auf Volksfesten u.v.a.m.

Besonderes Augenmerk widmete er den Fliegenden Bauten und hielt Rückschau auf den gerade in Weimar absolvierten zweitägigen Arbeitskreis der Argebau, an dem die Verbände bereits seit Jahrzehnten als ständige Gäste teilnehmen.

Berufsfragen

Vizepräsident Thomas Meyer berichtete unter anderem von der jüngst in Soest stattgefundenen Sitzung der DSB-Arbeitsgruppe „2030“, die sich zur Aufgabe gemacht hat, Konzepte zur Verbesserung von Volksfesten zu entwickeln. Sie hat sich auf die Fahne geschrieben, die sogenannte Verballermanisierung der Volksfeste aufzuhalten. Er führte aus, dass eine Fokussierung auf ein Party-Publikum zwar durchaus zu hohen Besucherzahlen führen kann, das Familienpublikum sich jedoch von einem solchen Angebot weniger angesprochen fühlt, wenn nicht sogar abgeschreckt wird. Die Arbeitsgruppe wird zeitnah Konzepte zur Sensibilisierung der Veranstalter für dieses Problem entwickeln.

Organisationsfragen

DSB-Vizepräsident für Organisationsfragen Lorenz Kalb berichtete zu den laufenden Vorbereitungen des 71. Delegiertentages vom 23. bis zum 26. Januar 2020 in München unter dem Motto „Mia san Volksfest“. Der Vizepräsident und Erste Vorsitzende des gastgebenden Münchner Schausteller-Vereins e.V. Edmund Radlinger berichtete in diesem Zuge detailliert über den aktuellen Planungsstand des Delegiertentages und lud nochmals alle Schausteller herzlich nach München ein.

Anschließend gab Vizepräsident Kalb die Antragsfristen bekannt (Anträge, die bis zum 10. Januar 2020 bei der Hauptgeschäftsstelle eingehen, werden schriftlich zum Versand gebracht; Anträge die bis zum 17. Januar 2020 bei der Hauptgeschäftsstelle eingehen, werden schriftlich beim Delegiertentag vorgelegt; Anträge, die danach eingehen, werden als Dringlichkeitsanträge behandelt).
Auch der Erste Vorsitzende des Schaustellerverbandes Kassel-Göttingen e.V. Konrad Ruppert nutzte die Gelegenheit und lud alle Anwesenden zum 72. Delegiertentag unter dem Motto „Ab in die Mitte“ 2021 nach Kassel ein und stellte den aktuellen Planungsstand vor.

Mit Rücksicht auf die hohe Arbeitsbelastung der Schausteller im November wurde bereits im vergangenen Jahr beschlossen, im Jahr 2020 erstmalig eine Hauptvorstandssitzung im Sommer anzuberaumen. Sie findet am 25. Juni in Berlin statt.

Darüber hinaus brachte Lorenz Kalb den Antrag des neu gegründeten Zwickauer Schausteller
Verbandes e.V. auf Aufnahme in den DSB ein, der von den anwesenden Vorständen mit großer Mehrheit angenommen wurde.

Marketing

DSB-Vizepräsident für Marketing Kevin Kratzsch stellte die ersten Arbeitsergebnisse seiner seit Januar laufenden Amtszeit vor. Dabei berichtete er u.a. von der Aktualisierung und Intensivierung des Corporate Designs des DSB, dem Ausbau des PR-Netzwerkes und der geplanten Erweiterung der Onlinemarketing-Maßnahmen unter Einbeziehung neuer sozialer Medien. Zudem berichtete er vom Dreh eines neuen Imagefilms, der zum Delegiertentag in München vorgestellt wird. Die Regie- und Filmaufnahmen hat Ralf Clauß übernommen, mit dem der DSB bereits seit Jahren erfolgreich zusammenarbeitet. Für den Imagefilm wurde ein eigener Song von einem professionellen Produzenten komponiert, der das Lebensgefühl auf den Volksfesten widerspiegelt. Drehorte des Films waren Volksfeste in ganz Deutschland.

Für das kommende Jahr plant der DSB außerdem, Weiterbildungskurse zu verschiedenen Marketingthemen als Serviceangebot an die Verbände vor Ort zu veranstalten.

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

DSB-Pressereferentin Nina Göllinger gab einen kurzen Überblick über die diesjährigen Themen im Bereich der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des DSB. So war der DSB u.a. auch 2019 wieder mit einem gut besuchten kirmestypischen Informationsstand nach Schaustellerart auf dem Sommerfest des Parlamentskreises Mittelstand der CDU/CSU und dem Jahresfest der Hamburgischen Landesvertretung in Berlin vertreten. Bei beiden Festen nutzten die Mitarbeiter der Hauptgeschäftsstelle die Möglichkeit, den politischen Gästen die drängenden Probleme des Schaustellergewerbes aufzuzeigen. Darüber hinaus hatte der DSB in diesem Jahr die besondere Gelegenheit mit seinem Stand, einem historischen Kinderkarussell der Familie Fredebeul und einem Hau den Lukas für Groß und Klein das Bürgerfest des Bundespräsidenten in Schloss Bellevue zu bereichern. Auch hier konnte der DSB mit seinen Attraktionen äußert großes Interesse an der Schaustellerbranche wecken und insbesondere das starke ehrenamtliche Engagement der Schausteller in den regionalen Verbänden darstellen.

Finanzen

DSB-Vizepräsident für Finanzen Edmund Radlinger informierte über die Finanzlage des DSB und erklärte, dass die Mitgliederzahl im Jahr 2019 um ca. 30 Schaustellerinnen und Schausteller weiter angestiegen sei.

Zum Abschluss der 184. Hauptvorstandssitzung zeigte Präsident Ritter sich erfreut darüber, dass die Vorstände trotz der für Schausteller arbeitsreichen Zeit unmittelbar vor Eröffnung der Weihnachtsmärkte nach Stuttgart gekommen sind.

Er bedankte sich zudem herzlich beim Schaustellerverband Südwest Stuttgart e.V. für die hervorragende Organisation der 184. Hauptvorstandssitzung des DSB. In seinem Schlusswort wünschte er allen Vorständen erfolgreiche Weihnachtsmärkte und betonte, dass er sich darauf freue, sie alle gesund auf dem Delegiertentag 2020 in München wiederzusehen.

Vergabe zukünftiger Hauptvorstandssitzungen (HV):

Ab 2020: Deutscher Schaustellerbund e.V. (Berlin, 25. Juni 2020)

Die genauen Termine ab 2021 werden noch bekannt gegeben.

Impressionen der Hauptvorstandssitzung finden Sie hier.