Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




„Einfach zum Verlieben“

Seit 2003 verbindet die Stadt Rhede ihre Kirmes mit verschiedenen Aktionen rund um die Themen Flirten und Verlieben.

Im Interview erklärt Rhedes Marktmeister Daniel Ehlting alles Wissenswerte rund um die romantische Marketingidee.

 

Sehr geehrter Herr Ehlting, Sie haben sich für Ihr Fest ein ganz besonderes Marketing-
konzept ausgedacht, das Ihre Besucher zum Flirten und Verlieben einlädt. Können Sie uns kurz erklären, was genau dahinter steckt?

Das Markenzeichen der Rheder Kirmes ist seit 1987 der rote Paradiesapfel. Erweitert wurde dieses Kirmeslogo im Jahr 2003 um den Slogan „einfach zum Verlieben“. Im Jahr 2016 haben wir dann erstmalig 5.000 „Rheder Flirtdeckel“ erstellt: einen Bierdeckel. Auf der Vorderseite des Flirtdeckels prangt das Rheder Kirmeslogo mit dem Slogan während die Rückseite Platz bietet, um persönliche Daten wie Namen, Vorlieben und Handynummer zu notieren. Jetzt heißt es Mut fassen und der „Zielperson“ den Flirtdeckel zustecken. Während der viertägi- gen Spielzeit liegen an allen Ausschankstellen und im Festzelt der Junggesellenschützen die Flirtdeckel zum Gebrauch aus. Die Deckel werden gut genutzt und erzielen ihre Wirkung.

Wie ist die Idee zu dem Konzept entstanden?

In der Pressemitteilung zum Flirtdeckel heißt es „[…] bietet er Singles eine ideale Möglich- keit, abseits der ganzen Online-Welten, im „richtigen Leben“ unkompliziert zu flirten. […] Neben der Möglichkeit zum Flirt, kann man übrigens auch hervorragend sein Bierglas auf dem Deckel abstellen.“ Damit ist schon alles gesagt. Die Idee war das Thema „Verlieben“ in einer neuen Form zu präsentieren und damit nochmal auf die Möglichkeiten bei einer
Kirmesveranstaltung hinzuweisen: verlieben wie in alten Zeiten – als es noch kein Internet gab. Daraus ist eine romantische, witzige Idee geworden, die genau zu dem Markenzeichen der Rheder Kirmes passt.

Welche Kanäle haben Sie genutzt, um die Aktion und die verschiedenen Maßnahmen zu bewerben?

Passend zum Flirtdeckel erstellen wir eine kurze und amüsante Pressemitteilung, die wir je- des Jahr über unseren städtischen Presseverteiler an alle lokalen und überregionalen
Medien versenden. Zudem verbreiten wir die Pressemitteilung mit dem Foto eines jungen Liebepärchens online und in den sozialen Medien.

 

Haben sich schon Paare bei Ihnen gemeldet, die sich über die Aktion gefunden haben?

Bisher wissen wir aus dem privaten Umfeld heraus, dass sich bereits Personen kennenge- lernt haben. Um hier mehr Gewissheit zu erlangen, planen wir im Jahr 2019 herauszufinden, wie viele Pärchen sich über diesen Weg bereits kennengelernt haben und wollen dies auch
öffentlich bekannt geben. Hierzu soll es eine weitere öffentlichkeitswirksame Aktion geben, die den Flirtdeckel ergänzt. Auch hier wollen wir wieder mit einem kleinem Budget für
große Aufmerksamkeit sorgen.

 

Welche Tipps haben Sie für unsere Leser, die ähnliche Marketingaktionen durchführen möchten?

Jedes Mal, wenn wir im Team kreative Marketingideen benötigen, setzen wir uns zusammen und jeder bringt sich mit seinen Vorschlägen ein – hieraus entwickeln sich dann schnell kleine umsetzbare Maßnahmen. Im Gegensatz zu anderen uns bekannten Stadtverwaltungen finden sich bei uns im Stadtmarketing Berufsbilder mit einer Affinität zum Marketing, wie z.B. Veranstaltungskaufleute – was sich für solche Aufgabenstellungen als sehr erfolgreich herausgestellt hat. Das Wichtigste ist aber die Leidenschaft für das Thema Kirmes sowie immer neugierig zu sein und Ausschau nach aktuellen Trends und Entwicklungen zu halten.

 

Sehr geehrter Herr Ehlting, haben Sie vielen Dank für das Interview!