Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




Eindrucksvoller 71. Delegiertentag in München

Vom 23. bis 26. Januar 2020 kamen die Schausteller aus ganz Deutschland in der bayerischen Landeshauptstadt München zusammen, um den diesjährigen Delegiertentag zu begehen. Zahlreiche Vertreter der regionalen und überregionalen Presse sowie Redakteure der Deutschen Presseagentur besuchten die Pressekonferenz am 23. Januar zum Auftakt des Delegiertentages und sorgten mit ihrer anschließenden Berichterstattung für ein großes, bundesweites Medienecho. Fachlich eingeleitet wurde der Delegiertentag von den Arbeitskreisen Marketing und Zukunft am 23. Januar und den Fachberatersitzungen am Vormittag des 24. Januar.

Am Tag vor der Großkundgebung standen Präsident Albert Ritter und Vizepräsident Edmund Radlinger in seiner Funktion als Erster Vorsitzender des gastgebenden Münchner Schausteller-Vereins e.V. gemeinsam mit DSB-Hauptgeschäftsführer Frank Hakelberg den Journalisten im Rahmen der Pressekonferenz Rede und Antwort. Von Seiten der Stadt München waren der Zweite Bürgermeister Manuel Pretzl (CSU) und der frühere Wiesn-Stadtrat Helmut Schmid (SPD) zu Gast und gaben den Medienvertretern ergänzend Auskunft zu den lokalen Volksfestfragen, insbesondere natürlich zum Oktoberfest.

Nachdem die Vertreter des DSB zunächst eine Bilanz der Volksfest- und Weihnachtsmarktsaison 2019 zogen, warfen sie einen Ausblick auf die kommende Saison 2020. Sie erläuterten den Journalisten, dass die drei Hauptthemen, die die Schausteller im vergangenen Jahr beschäftigt haben, der Klimawandel, der Arbeitskräftemangel und die Kosten der Sicherheit auf Volksfesten gewesen seien.

Mit Blick auf das Thema Sicherheit waren sich die Vertreter von Seiten der Schausteller und die politischen Gäste der Stadt München einig: Die Produktion von Sicherheit sei eine hoheitliche Aufgabe des Staates. „Von einem Volksfest geht keine Gefahr aus, von einem Volksfest gehen Spaß und Freude aus, der Terror kommt von außen“, unterstrich DSB-Präsident Albert Ritter.

Zum Thema Arbeitskräftemangel erklärte Ritter, dass ein Problem darin bestehe, dass der diplomatische Dienst in den zuständigen Ländern teilweise über zwölf Monate brauche, um Arbeitsvisa für namentlich bekannte Arbeitskräfte auszustellen: „Wir können als Schausteller nicht darauf warten, dass der diplomatische Dienst der Bundesrepublik irgendwann reformiert wird, wir brauchen die Arbeitskräfte in diesem Jahr auf den Volksfesten und Kirmessen.“ Man baue daher darauf, dass das Fachkräfteeinwanderungsgesetz zukünftig auch für Nicht-Facharbeiter geöffnet werde: „Uns fehlen auch der Fassroller und der Geschirrspüler. Wir suchen auch nicht hoch qualifizierte Mitarbeiter händeringend“, ergänzte Ritter.

DSB-Hauptgeschäftsführer Frank Hakelberg erläuterte den anwesenden Journalisten darüber hinaus, dass sich auch die Schulbildung der Schaustellerkinder nach wie vor problematisch gestalte: „Gerade das Ländergrenzen überschreitende Reisen bereitet im föderalen System Schwierigkeiten“, so Hakelberg. Der DSB beteilige sich daher aktuell gemeinsam mit weiteren Bildungsverbänden daran, das Projekt DigLu (Digitales Lernen unterwegs) für ein digitales Schultagebuch auf den Weg zu bringen.

Der Zweite Bürgermeister Münchens Manuel Pretzl erläuterte den Journalisten die Bedeutung des Kulturgutes Volksfest für seine Stadt: „Wir als Landeshauptstadt München sind stolz auf unsere Schausteller und unsere Volksfeste und wollen sie in der Form, in der wir sie kennen, auch dauerhaft behalten. Bei allen Problemen ist mir um die Zukunft der Volksfeste nicht bange,“ so Pretzl. Die Stadt versuche daher, einige der Herausforderungen, vor denen die Schausteller stehen, so gut es gehe abzumildern. Mit Blick auf das Thema Nachhaltigkeit und Umweltschutz erklärte Bürgermeister Pretzl: „Für die Stadt München kann ich sagen, dass das Schaustellergewerbe seit langem sehr viel tut und an einigen Stellen sogar Vorreiter war.“ Er habe zudem den Eindruck, dass die Schausteller ökologische Maßnahmen nicht nur ergreifen, weil das Punktesystem ein solches Verhalten belohnt, sondern auch, weil sie Nachhaltigkeit tatsächlich leben. Präsident Ritter unterstrich dies in seinem anschließenden Vortrag anschaulich mit mehreren Beispielen und Bereichen, in denen die Schausteller bereits seit Jahrzehnten nachhaltig und umweltfreundlich arbeiten.

Der ehemalige Wiesn-Stadtrat Helmut Schmid brachte in seinen Worten seine Hochachtung vor dem Schaustellergewerbe deutlich zum Ausdruck: „Was mich besonders fasziniert, ist die Leistung, die von den Schaustellern erbracht wird. Es gibt vielfältige Fragen, die von relativ kleinen Unternehmen bewältigt werden müssen. Dazu zählen u.a. Verwaltungsfragen, rechtliche Fragen, technische Fragen oder kaufmännische Fragen. Wenn ich mir vorstelle, wie viele Behörden sich bemühen, Ihnen aus ganz verschiedenen Perspektiven Vorschriften zu machen und Sie diese dann bewältigen müssen, habe ich großen Respekt vor dieser Leistung. Das Wichtigste ist, dass die Schausteller, die an den Volksfesten beteiligt sind, auch weiterhin in der Lage sind, die Energie auf- und die Freude mitzubringen, diese Arbeit zu erledigen und damit zur Freude der Menschen beizutragen.“

Der DSB dankt allen, die dazu beigetragen haben, die Pressekonferenz mit 29 journalistischen Gästen so erfolgreich zu gestalten. Das überwältigende nationale und internationale Presseecho im Nachgang an die Pressekonferenz trug dazu bei, die Probleme der Schausteller auch in den Medien nochmals gegenüber der Politik darzulegen.

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