Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




Eindrucksvoller 70. Jubiläumsdelegiertentag in Essen

Es war ein ganz außerordentlicher Delegiertentag, der vom 29. Januar bis zum 1. Februar in Essen begangen wurde. Gleich vier Jubiläen feierten die Schausteller im Herzen des Ruhrgebietes: den 70. Jubiläumsdelegiertentag des Deutschen Schaustellerbundes e.V., das 100-jährige Bestehen des Schaustellerverbandes Essen/Ruhrgebiet von 1919 e.V., das 65-jährige Jubiläum der Europäischen Schausteller-Union von 1954 und das 40-jährige Bestehen der Arbeitsgemeinschaft der Schaustellerverbände NRW im DSB.

Viele Vertreter der regionalen und überregionalen Presse sowie Redakteure der Deutschen Presseagentur besuchten die Pressekonferenz am 29. Januar zum Auftakt des Delegiertentages und sorgten mit ihrer anschließenden Berichterstattung für ein großes, bundesweites Medienecho.

Fachlich eingeleitet wurde der Delegiertentag vom Arbeitskreis Marketing am 29. Januar und den Fachberatersitzungen am Vormittag des 30. Januar.

Pressekonferenz

Am Tag vor der Großkundgebung stand Albert Ritter in seiner Funktion als Präsident des DSB und Erster Vorsitzender des gastgebenden Schaustellerverbandes Essen/Ruhrgebiet von 1919 e.V. gemeinsam mit DSB-Hauptgeschäftsführer Frank Hakelberg den Journalisten im Rahmen der Pressekonferenz Rede und Antwort. Einleitend gab der Geschäftsführer der Essen Marketing GmbH Dieter Groppe den Journalisten einen Einblick in die Essener Volksfest- und Weihnachtsmarktkultur.

Nachdem Präsident Ritter und Hauptgeschäftsführer Hakelberg anschließend zunächst eine Bilanz der Volksfest- und Weihnachtsmarktsaison 2018 zogen, warfen sie einen Ausblick auf die kommende Saison 2019. Darüber hinaus erläuterten sie den Journalisten, dass sich an den Ergebnissen der jüngst durchgeführten Studie zur wirtschaftlichen Bedeutung der Volksfeste in Deutschland eine durchaus positive Entwicklung ablesen lässt: Nach durchschrittener Talsohle in den vergangenen Jahren sind die Besucherzahlen auf Volksfesten mit ggw. ca. 190 Mio. wieder deutlich gestiegen.

Dies liege zum einen an der weiteren Professionalisierung des Schaustellergewerbes. Die Schausteller sind noch besser auf die Wünsche ihrer Gäste eingegangen, haben Trends erkannt und bedient und in den vergangenen Jahren kontinuierlich in die Attraktivität ihrer Geschäfte investiert, so Präsident Ritter.

Weiter sei eine gewachsene Bereitschaft der Kommunen zu verzeichnen, die Volksfeste und Weihnachtsmärkte als Besucher-Magneten in den Innenstädten und als Leuchttürme für den Tourismus vor Ort zu unterstützen.

Es zeige sich außerdem ein Trend zurück zur „analogen Welt“: „Wir stellen fest, dass die Besucher Sehnsucht nach „echten Erlebnissen“ haben, die sie weg von PC & Co. und wieder zurück auf die Volksfestplätze zieht“, betonte DSB-Hauptgeschäftsführer Frank Hakelberg.

Während der Pressekonferenz verdeutlichten Ritter und Hakelberg den Journalisten zudem, dass die Schaustellerbranche weiterhin mit vielen bürokratischen Hürden zu kämpfen hat, wobei sie insbesondere auf den Arbeitskräftemangel und die drohenden Diesel-Fahrverbote als große Probleme der Branche eingingen. „Wir benötigen bundesweite Ausnahmegenehmigungen, sonst droht uns angesichts unterschiedlicher Gastspielorte ein Genehmigungs-Bürokratiemonster“, mahnte Präsident Ritter mit Blick auf mögliche Dieselfahrverbote.

Engagierte Diskussionen in den Fachgruppensitzungen

Die Fachgruppensitzungen sind ein wichtiger Bestandteil der DSB-Verbandsarbeit und somit auch für die Fortentwicklung des Schaustellergewerbes. Die Delegierten diskutieren hier aktuelle und dringliche Themen und bringen gemeinsam Lösungsvorschläge für die Branche auf den Weg. Im Vorfeld des Delegiertentages stellten die Bundesfachberater auch in diesem Jahr ihre Berichte zu den Themen Fahrgeschäfte, Verkauf und Zelte, Bildung, Schau und Belustigung, Schießen und Ausspielung vor. Bereits am 29. Januar kamen die Mitglieder des AK Marketing zusammen und besprachen die aktuellen Themenschwerpunkte.

AK Marketing
Der Leiter des AK Marketing und DSB-Vizepräsident für Marketing Ralf Leonhard stellte in der Sitzung des Arbeitskreises zunächst das neu designte Schaustellerherz-Logo sowie das Online-Befragungstool des DSB vor, mit dem die regionalen Verbände ab der kommenden Volksfestsaison schnell und unkompliziert die Zufriedenheit ihrer Besucher abfragen können. Anschließend gab der Polizeibeamte Andreas Henschel am Beispiel der Polizei in Rheinland-Pfalz einen Einblick in die Bedeutung, Wirkung und Entwicklung eines Leitbildes und unterstrich dabei insbesondere, welche positiven Effekte sich durch ein solches Leitbild für das Image einer Organisation und ihrer Mitglieder ergeben können. Während der Sitzung und auch im Plenum des Delegiertentages wurde das Thema anschließend rege diskutiert.

Die einzelnen Fachgruppensitzungen
Unter der Leitung von Bundesfachberater Josef Diebold kam die Fachgruppe Fahrgeschäfte am Morgen des 30. Januars zusammen. Hauptgeschäftsführer Frank Hakelberg warf zunächst einen Blick zurück auf das Jahr 2018, hier insbesondere das Normungsgeschehen in Bezug auf die DIN EN 13814, auf Veränderungen innerhalb der Landesbauordnungen und auf die Fortentwicklung des VEMAG-Systems. Zu diesem Thema begrüßte der DSB auch Herrn Erwin Schneider von der Trans-Solution-Service, der den anwesenden Mitgliedern seine Dienstleistungen zur Beantragung und Erteilung von Streckengenehmigungen erläuterte. Im Anschluss moderierte Bundesfachberater Diebold die lebhaften grundsätzlichen und technischen Diskussionen mit den anwesenden Vertretern der Prüforganisationen.
Tobias Hoffmann von der Dr. Becher GmbH, Hans Peter Riedmiller vom Landesverband der Lebensmittelkontrolleure NRW, Dr. Christa Hilmes von der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe und Dr. Christian Lutzky von Winkler & Schorn Papier- und Kunststoffverpackungen brachten ihre Fachkenntnis zu den Themen Trinkwasserschläuche, Hygieneleitlinie und Verpackungsgesetz in der Fachgruppensitzung Verkauf und Zelte ein, die von den Bundesfachberatern für reisende Zeltgaststätten nach Schaustellerart Guido Ehlers und für Verkaufsgeschäfte nach Schaustellerart Andreas Manke geleitet wurde.
Die Mitglieder der Fachgruppe Schau und Belustigung erörterten unter der Leitung des Bundesfachberaters Rudolf Schütze intensiv technische Fragen zum Bau und Betrieb ihrer Geschäfte.
In der Sitzung der Fachgruppe Schießen und Ausspielung, die von den Bundesfachberatern für Ausspielungsgeschäfte Bernhard Kracke und für Schießgeschäfte Diana Schliebs moderiert wurde, standen ebenfalls unterschiedlichste Themen auf der Agenda, so zum Beispiel die Voraussetzungen der Genehmigungsfreiheit des Spiels auf Volksfesten nach der Spielverordnung, die insbesondere bei unerfahrenen Veranstaltern nicht hinreichend bekannt sind und so immer wieder zu freudlosen Diskussionen führen. Darüber hinaus stand Tobias Schmidt von der DIANA Mayer & Grammelspacher GmbH & Co. KG den Delegierten Rede und Antwort und stellte für die nahe Zukunft die Serienfertigung eines neuen leistungsfähigen Luftdruckgewehrs in Aussicht.
Die Referenten Friedhelm Jennessen und Matthias Otto, die beide im Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen für das Projekt DigLu zuständig sind, stellten den in diesem Jahr startenden Pilotversuch des digitalen Schultagenbuchs in der von Andreas Horlbeck moderierten Fachgruppensitzung Bildung vor. Auch der neue Präsident des Verbandes zur Förderung der schulischen Bildung und Erziehung von Kindern der Angehörigen reisender Berufsgruppen in Deutschland e.V. (BERiD), Herr Jürgen Hein war zu Gast.

AK Zukunft
Die Mitglieder des Arbeitskreises Zukunft erarbeiteten während ihres Treffens nach einem Impulsvortrag von Polizist Andreas Henschel in mehreren Kleingruppen unterschiedliche Ansätze zu einem möglichen Schausteller-Leitbild. Die Schaustellerjugendlichen stellten sich dabei u.a. folgende Fragen: Welche Veränderungen stehen dem Schaustellergewerbe bevor? Wie mache ich mich fit für die Zukunft? Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung auf das Schaustellergewerbe? Die Ergebnisse wurden am Ende des Workshops von den einzelnen Gruppen vorgestellt und im Plenum gemeinsam intensiv diskutiert.
Während der Sitzung wurde auch eine neue Arbeitskreisleitung für die nächsten zwei Jahre gewählt: Franziska Schunk, Norbert Fellerhoff und Rudi Anton werden die Leitung des AK ab sofort übernehmen.

Die Fachberaterberichte sowie weitere Informationen zu den Vorträgen sind online im Mitgliederbereich verfügbar.

Weitere Fotos und Berichte zum 70. Delegiertentag des Deutschen Schaustellerbundes finden Sie in unserer Galerie.