Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




DSB zu Gast im Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen: Personalmangel steht im Fokus

Das Thema des Arbeitskräftemangels war nicht das einzige, aber das drängendste, das auf der Tagesordnung des Gesprächs zwischen dem Deutschen Schaustellerbund mit dem nordrhein-westfälischen Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen Karl-Josef Laumann stand.

Da Drittstaatenregelungen mit der Ukraine oder den Staaten Nordafrikas nicht kurzfristig zu erwarten sind, liegt der Fokus neben den Arbeitskräften aus Rumänien und Bulgarien bei dem Arbeitskräftepotenzial, das im Inland besteht.

Hierzu hat die Bundesanstalt für Arbeit ein milliardenschweres Förderprogramm aufgelegt, über das sie gemeinsam mit dem DSB informiert (Weitere Informationen stehen im Mitgliederbereich des DSB zum Download).

Diese Maßnahme zur „Eingliederung von langzeitarbeitslosen Menschen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt“ sieht Lohnkostenzuschüsse bis zu 5 Jahren und bis zu 100 % (!) vor und war dann auch Thema des Gesprächs, an dem für den DSB Präsident Albert Ritter, der Zweite Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Schaustellerverbände in NRW (ARGE NRW), Johann Luxem und DSB-Hauptgeschäftsführer Frank Hakelberg, teilnahmen.

Arbeitsminister Laumann bot an, die Information über diese Fördermöglichkeiten zu intensivieren, indem Mitarbeiter der Regionaldirektion z.B. zu Beschickerversammlungen erscheinen und im direkten Gespräch Auskunft über mögliche Wege geben, Arbeitskräfte zu gewinnen.

Mit Interesse ließ sich der Minister berichten, dass die von der Arbeitsagentur anlässlich einiger großer Volksfeste vor Ort eingerichteten temporären Vermittlungsbüros Erfolge erzielen. Hier werden Aushilfskräfte für den Service, den Verkauf, aber auch für Auf- und Abbau vermittelt. Arbeitnehmer lernen dabei die Arbeit auf dem Volksfest kennen, Arbeitgeber können sich von der Einsatzbereitschaft der neuen Kräfte ein Bild machen. Nicht selten entstehen hieraus langfristige Arbeitsverhältnisse.

Minister Laumann erklärte sich anschließend bereit, zukünftig mehr solcher mobilen Vermittlungsstationen der Arbeitsagentur insbesondere auf mittleren und großen Volksfesten einzurichten.

Diese Aktion soll auch als Beispiel für andere Bundesländer dienen.

Der DSB wird nun eine Liste hierfür besonders in Betracht kommender Feste an das Arbeitsministerium NRW leiten.

Auch das Arbeitszeitgesetz, das mit seinem starren 8-Stunden-Tag nicht mehr in die heutige Zeit – und erst recht nicht in den Alltag der Schausteller – passt, wurde diskutiert.

Bei allem Respekt vor den Belangen des Arbeitsschutzes ist eine flexiblere Regelung, die mehr Rücksicht auf die betrieblichen Erfordernisse nimmt, dringend überfällig.

Im Schulterschluss mit dem DEHOGA fordert der DSB hier den Übergang von einer Tages- zu einer Wochenarbeitszeit, die dann insbesondere an den Wochenenden längere Dienste zulassen würde.

Fotonachweis: DSB