Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




DSB vertritt Schaustellerinteressen bei Bundestagung der Volksfestreferenten 2019

Hamburg war dieses Jahr das Ziel von Volksfest-Verantwortlichen aus ganz Deutschland, die sich einmal jährlich zu einem Erfahrungsaustausch treffen. Vertreter der namhaftesten Volksfeste waren der Einladung der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation gefolgt.

Seit vielen Jahren haben die Berufsverbände die Gelegenheit, im Rahmen dieses Treffens ihre Sicht der Dinge zu den aktuellen Themen vorzutragen.

Für den DSB erschienen mit dem Vorsitzenden des Schaustellerverbandes Hamburg von 1884 e.V. Robert Kirchhecker, Präsident Albert Ritter, Vizepräsident Thomas Meyer, Vizepräsident Kevin Kratzsch und Hauptgeschäftsführer Frank Hakelberg.

Auf der Themenliste stand u.a. die positive Bewertung der nordrhein-westfälischen Freizeitlärmrichtlinie. Die Vertreter des Deutschen Schaustellerbundes bewerteten die sich am Freizeitlärmerlass orientierende Verwaltungspraxis als begrüßenswert. Insbesondere sei erfreulich, dass der Erlass ausdrücklich betont, dass die historische und kulturelle Bedeutung einer Veranstaltung bei der Abwägung der unterschiedlichen Interessen zu berücksichtigen sind. Damit werde der Stellenwert der nordrhein-westfälischen Traditionsveranstaltungen unterstrichen und ihre wichtige gesellschaftliche Funktion anerkannt. Mit Bedauern wurde jedoch festgestellt, dass gerade kleine Städte und Gemeinden den ihnen durch den Freizeitlärmerlass verfügbare Gestaltungsspielraum nicht genutzt werde, teilweise sei der Erlass dort gar nicht bekannt.
So kamen die anwesenden Verbandsvertreter überein, dass der Erlass wichtig und richtig für die nordrhein-westfälische Festkultur sei, das Ministerium und die kommunalen Spitzenverbände aber aufgefordert seien, die Genehmigungsbehörden noch besser zu informieren und zu schulen.

Die Zukunft der Fahrgeschäfte, die sich angesichts erheblicher Kostensteigerungen als immer schwieriger erweist, war ein weiteres, von allen Referenten leidenschaftlich diskutiertes Thema.

Der DSB betonte die besondere Bedeutung und Funktion der Fahrgeschäfte als Zugpferde jeder Veranstaltung und warnte davor, Volksfeste in erster Linie als „Feiermeilen“ zu bewerben, sondern ihren Charakter als Familienfeste – und dazu gehören Karusselle für Jung und Alt – auch werblich in den Vordergrund zu stellen.

Er regte dazu an, die Betreiber von Fahrgeschäften zu unterstützen, z.B. auch durch frühzeitige Entscheidungen über Standplätze, damit die Tourneeplanung für die schweren, nur mit hohen Kosten zu transportierenden Geräte erleichtert werde.

Ein weiteres Thema war der Klimaschutz und inwieweit dieser auch auf Volksfesten und Weihnachtsmärkten stattfindet.

Die Referenten bestätigten einhellig, dass sie mittlerweile praktisch tagtäglich mit diesen Diskussionen befasst sind und zeigten sich dankbar für die Argumente des DSB, die ihnen helfen, diese Diskussionen auf eine sachliche Ebene zu stellen.

Besonders leidenschaftlich wird in Rathäusern und sozialen Netzwerken gegenwärtig die Frage diskutiert, ob Feuerwerke in heutiger Zeit überhaupt noch vertretbar sind.

Hier betonten die Verbandsvertreter, dass der Vorteil der Volksfestfeuerwerke darin besteht, dass EIN Feuerwerk ZEHNTAUSENDE erfreut, dass bei professionell veranstalteten Feuerwerken praktisch kein Verpackungsmaterial in den Himmel geschossen wird und dass die Abschussrohre mehrfach verwendbar sind.

Der auf dem Boden verbleibende Abfall wird immer fachgerecht entsorgt und die CO2-Belastung ist selbst bei einem großen Höhenfeuerwerk nicht größer, als bei einem familiären Grillabend im Sommer.

Die nächste Referententagung wird im September 2020 in Bonn stattfinden.

Fotonachweis: DSB