Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




DSB nimmt an Verbandstreffen des Tourismusausschusses der SPD-Bundestagsfraktion teil

Der dramatische Personalmangel im Schaustellergewerbe steht im Vordergrund

Die Vertreter der Branchen, die eine führende Rolle im deutschen Tourismus spielen, haben alljährlich im Rahmen des sogenannten „Tourismuspolitischen Dialogs“ der SPD-Bundestagsfraktion die Gelegenheit, den Politikern ihre Anliegen vorzutragen.

In verschiedenen Gremien werden hier die Probleme diskutiert, die die Branchen bewegen, so z.B. die Auswirkungen der Digitalisierung und die internationalen Perspektiven.

DSB-Hauptgeschäftsführer Frank Hakelberg diskutierte in der Runde mit, die sich mit der Situation der Arbeitskräfte, der Fachkräfte sowie der Aus- und Weiterbildung beschäftigt.

Dort machte er deutlich, dass es ihm, genauso wie z.B. dem anwesenden Deutschen Hotel- und Gaststättenverband e.V. (DEHOGA), dem Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt e.V. (BDB) und anderen in dieser Runde, nicht primär um den Fachkräftemangel geht, sondern allein der schlichte Mangel an Arbeitskräften die Schaustellerbranche vor immer größer werdende Probleme stellt.

Zum Stichwort der Westbalkanregelung erläuterte er den Anwesenden die intensiven Bemühungen des Deutschen Schaustellerbundes nicht nur auf nationaler Ebene, sondern auch in Gesprächen mit den Botschaftern Rumäniens, Mazedoniens, Bosnien-Herzegowinas usw., neue Arbeitskräfte für eine Tätigkeit in Deutschland zu gewinnen. Dabei machte er aber auch die Schwierigkeiten deutlich, vor denen Schausteller stehen, wenn sie denn Kontakt zu potenziellen Arbeitskräften aus dem Gebiet des Westbalkans, so z.B. Mazedonien hergestellt haben.

Konkret zeigte der DSB das Beispiel eines Schaustellers auf, der Arbeitskräfte aus Mazedonien gewinnen wollte, jedoch an der Hürde scheiterte, dass die deutsche Botschaft in Mazedonien elf Monate (!) für die Erteilung eines Visums benötigt.

Hakelberg kritisierte, dass bilaterale Verträge zur Gewinnung von Arbeitskräften wenig nützen, wenn die Umsetzung schließlich an der personellen Unterbesetzung in den Botschaften scheitert. Hier müsse dringend Abhilfe geschaffen werden. Er berichtete den Anwesenden zudem, dass das Präsidium des Deutschen Schaustellerbundes mit dem Bundesarbeitsministerium in Kontakt steht, um für den Abschluss einer Drittstaatenregelung mit der Ukraine zu werben.

DSB-Präsident Albert Ritter dazu: „Der DSB plädiert mit Vehemenz dafür, neue Wege zu gehen. Die Ukraine mit ihren 42 Mio. Einwohnern wäre ein Kandidat für ein Abkommen, von dem beide Seiten sehr profitieren könnten. Für uns als DSB geht es dabei nicht nur darum, den Schaustellern in der sich seit Jahren immer weiter verschärfenden Personalnot zu helfen, sondern mittlerweile auch darum, die Karussells auf unseren Volksfesten vor dem Stillstand zu bewahren.“

Fotonachweis: spdfraktion.de