Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




DSB im Gespräch mit der SPD zur aktuellen Situation der Schausteller

Soforthilfen, Überbrückungshilfen, Novemberhilfe, Veranstaltungsverbote, Beherbergungsverbote, Lockdown – in dem sich praktisch wöchentlich verändernden Umfeld der tatsächlichen und politischen Gegebenheiten bittet der Tourismusausschuss der SPD-Bundestagsfraktion die führenden Verbände in Abständen im Rahmen einer Videokonferenz um einen „Frontbericht“.

Wenige Tage zuvor lud das Wirtschaftsforum der SPD zur Digitalkonferenz „Unter Druck – Wirtschaftliche Herausforderungen für Veranstalter, Gastronomie und Tourismus im Lockdown“ mit dem Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen Wolfgang Schmidt.

Wie geht es der Branche? Kommen die Hilfen an? Wo klemmt es?

DSB-Präsident Albert Ritter und Hauptgeschäftsführer Frank Hakelberg nutzten zu Beginn ihrer Statements die Gelegenheit, auch einmal Dank an die Politik auszusprechen.

Nachdem die bisherigen Überbrückungshilfen nicht alle Schausteller in ihrer Lebenswirklichkeit abholten, lagen die Hoffnungen der Branche auf den Weihnachtsmärkten. Dass deren Absage nicht zur befürchteten Katastrophe wurde, ist auf die beherzte Ausdehnung der Novemberhilfe auf den Dezember zurückzuführen.

Wie wichtig diese Unterstützung für die Branche der Schausteller ist, verdeutlichten sie mit einem Blick auf die für die erste Jahreshälfte angekündigte Überbrückungshilfe III.

Diese soll sich zwar inhaltlich verbessern, auch Tilgungskostenzuschüsse für laufende Kreditverbindlichkeiten sind vorgesehen. Sie wird aber im Januar und Februar für viele Schausteller schwer zu erlangen sein, wenn die Zugangsvoraussetzung ein relevanter Umsatzrückgangvergleich zum Vorjahreszeitraum ist.

Die saisonale Winterpause ohne jegliche Einnahmen im Zeitraum Januar bis März gehört grundsätzlich zum Wirtschaftsjahr eines jeden Schaustellerbetriebes. Ihr geht aber im Regelfall eine funktionierende, eine stattgefundene Saison voraus.

Insofern, so appellierten die beiden, sollten die Zugangsvoraussetzungen für die Überbrückungshilfe III überdacht werden und sich an einem Vergleich der Jahresumsätze orientieren.

Gabriele Hiller-Ohm, die Vorsitzende der Arbeitsgruppe Tourismus der SPD-Bundestagsfraktion und tourismuspolitische Sprecherin sicherte ihnen und den Vertretern anderer Branchen, so zum Beispiel auch den Messebauern und Beherbergungsbetrieben, die das Problem in ähnlicher Weise aufzeigten, zu, diesen Punkt nochmals im SPD-geführten Bundesfinanzministerium zu thematisieren.

DSB-Präsident Ritter und Hauptgeschäftsführer Hakelberg richteten jedoch auch den Blick in die Zukunft – auf die Saison 2021.

Mehren sich auch positive Nachrichten über erfolgreiche Impfstoffe und die Einrichtung über Impfzentren, so steht doch in der ersten Jahreshälfte eine Welle von Volksfest-Absagen zu befürchten.

Sie warnten vor einer pauschalen Betrachtung der vielen unterschiedlichen Feste und warben hinsichtlich jedes einzelnen um Augenmaß, dies umso mehr, da die Schausteller mit den „Temporären Freizeitparks“ des Jahres 2020 bewiesen haben, dass Feste unter Corona-Bedingungen verantwortlich veranstaltet werden können.