Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




DSB im Gespräch mit Bundeswirtschaftsminister Altmaier: Dramatischer Personalmangel in der Schaustellerbranche steht im Vordergrund

Nach dem Gespräch im Bundesministerium für Arbeit und Soziales im Oktober hatten DSB-Präsident Albert Ritter und Hauptgeschäftsführer Frank Hakelberg nun auch die Gelegenheit, den Arbeitskräftemangel auf deutschen Volksfesten und Weihnachtsmärkten im Bundeswirtschaftsministerium zu thematisieren.

Zunächst erfolgten einstündige Diskussionen auf Fachebene, um die Auswirkungen des Arbeitskräftemangels und die bisherige Arbeit des DSB näher zu erläutern.

Anschließend bat Bundesminister Altmaier zum Gespräch, in dem er mehrere Lösungsansätze vorstellte.

Die zukünftigen gesetzlichen Regelungen zur geordneten Einwanderung von Fachkräften könnten Möglichkeiten schaffen, einwandernden Fachkräften zumindest in der Zeit, in der sie in ihrem angestammten Beruf noch keine Tätigkeit gefunden haben, zu erlauben, Beschäftigungen auf Volksfesten anzunehmen.

Ob dies zahlenmäßig für die Schaustellerbranche allerdings von Relevanz sein wird, bliebe abzuwarten.

Hinsichtlich der West-Balkan-Regelung pflichtete Bundesminister Altmaier dem DSB darin bei, dass die Botschaften bei der Erteilung der derzeit erforderlichen Visa deutlich zu langsam sind. Er denkt daher ein Pilotprojekt Visaverfahren an, mit denen Saisonkräfte beschleunigt ins Land kommen können. Ein solcher Pilot wird nun auf Fachebene weitergedacht.

Hinsichtlich einer möglichen Regelung mit den sogenannten Maghreb-Staaten schloss er eine Drittstaatenregelung wie seinerzeit mit Polen oder Rumänien aus.

Ob die Maghreb-Staaten zukünftig einen Status erhalten könnten, wie aktuell der West-Balkan, sei zunächst davon abhängig, dass sie erst einmal zu sicheren Drittstaaten erklärt werden – was wiederum gegenwärtig von den Grünen blockiert wird. Diese Option steht also nicht unmittelbar bevor.

Auf die dem DSB von Bundesminister Heil unterbreiteten Empfehlungen angesprochen, dass die Schausteller sich auf Geflüchtete und Langzeitarbeitslose konzentrieren sollten, stellte der Bundesminister Präsident Ritter und Hauptgeschäftsführer Hakelberg insbesondere in Bezug auf die Vermittlung von Geflüchteten die Hilfe seines Hauses in Aussicht.

Während dieses Gespräches zeigte sich erneut, dass es sich bei der Ukraine gegenwärtig um keine erfolgversprechende Alternative handelt, da das Land sich aus Furcht vor einem Exodus der eigenen Arbeitskräfte gegen eine solche Regelung stellt.

Der DSB wird seine Mitglieder über die weiteren Entwicklungen in der Angelegenheit an dieser Stelle weiter auf dem Laufenden halten.

Fotonachweis: BMWI/Andreas Mertens