Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




DSB bedauert Oktoberfest-Absage

Das Corona-bedingte Aus des Münchner Oktoberfestes 2021 darf aber nicht automatisch das Aus aller deutschen Volksfeste bedeuten!

Berlin, 03.05.2021 – Das Münchner Oktoberfest ist weltweit das Aushängeschild und Flaggschiff der deutschen Volksfeste, kein anderes Fest ist in den Medien so präsent. Bei aller Wertschätzung für dieses wunderbare Fest muss aber festgestellt werden, dass es nicht repräsentativ für die 9.750 anderen deutschen Volksfeste und Kirmessen ist. Es ist in seiner Einzigartigkeit nicht mit ihnen vergleichbar. Denn: Das Münchner Oktoberfest ist ein Fest der Superlative.

Kein anderes deutsches Volksfest

  • zieht so viele (ca. 6 Mio.!) Besucher in seinen Bann,
  • ist Magnet für Millionen Touristen aus ganz Europa, Südostasien und den USA,
  • begrüßt bis zu 400.000 Besucher an einem einzigen Tag,
  • verfügt über eine so große Anzahl an Festzelten mit Plätzen für jeweils bis zu 8.000 Gäste,
  • benötigt aufgrund seiner Größe und Struktur einen derart langen Vorlauf für Planung, Vorbereitung und Aufbau.

Das familienorientierte deutsche Volksfest

  • wendet sich mit seinem vielfältigen Angebot an die Einheimischen vor Ort und die Gäste aus dem nahen Umland,
  • stellt die Familie von nebenan in den Fokus aller Bemühungen
  • wird von den Kommunen, häufig aber auch von lokalen Vereinen organisiert,
  • bildet den alljährlichen Höhepunkt des lokalen Veranstaltungskalenders der Städte und Gemeinden.

„Wir appellieren an die Veranstalter der Volksfeste, diese strukturellen Unterschiede bei ihren Planungen zu berücksichtigen. Die Absage des Oktoberfestes darf kein Indikator dafür sein, um andere Volksfeste in Deutschland voreilig abzusagen!“, sagt der Präsident des Deutschen Schaustellerbundes e.V. (DSB) Albert Ritter.

Zudem wird die Corona-Krise mit dem Voranschreiten der Impfungen bis zum Spätsommer, nach Aussage der Bundesregierung, ein gutes Stück weit gemeistert sein und das normale gesellschaftliche Leben wieder zurückkehren.
„Unsere Geschäfte stehen abfahrbereit auf unseren Betriebshöfen. Wir sind jederzeit startklar, können in der Regel binnen weniger Tage auf dem Festplatz erscheinen und das Fest aufbauen. Wir fordern die Veranstalter daher dazu auf, im Falle einer unvermeidlichen Absage den letztmöglichen Zeitpunkt zu nutzen. Die Schaustellerfamilien müssen zumindest die Chance haben, endlich wieder mit der eigenen Hände Arbeit ihren Lebensunterhalt zu bestreiten – und das zu tun, was sie am besten können: Den Menschen mit ihren Volksfesten Freude bereiten“, erklärte Ritter weiter.

Die Schausteller haben bereits im vergangenen Jahr mit verantwortungsvollen und mit den Gesundheitsbehörden abgestimmten Hygienekonzepten Wege aufgezeigt, um das Infektionsrisiko zu minimieren. Über all dem steht nach wie vor der entscheidende Vorteil, den Volksfeste gegenüber vielen anderen Veranstaltungen haben: sie finden unter freiem Himmel und an frischester Luft statt. Das Infektionsrisiko durch den Ausstoß von Aerosolen ist auch nach der Beurteilung des Robert-Koch-Institutes ausgesprochen gering.

Die Feste sind für die Schausteller von existenzieller Bedeutung und für die einheimische Bevölkerung zentraler Anker ihres gesellschaftlichen und kulturellen Zusammenlebens. Von allen Branchen stehen die Schausteller am längsten still und sind seit Beginn der Corona-Pandemie mit einem faktischen Berufsausübungsverbot belegt.