Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




Bundestag zu Gast beim Bundesglühweinstammtisch in Berlin

Bundesministerin Klöckner unterstreicht Bedeutung der deutschen Volksfestkultur

Einer guten Tradition folgend bedankte sich der Deutsche Schaustellerbund am 10. Dezember 2019 im Rahmen des alljährlichen Bundesglühweinstammtischs auf dem Weihnachtsmarkt auf dem Breitscheidplatz bei den Mitgliedern des Bundestages für die konstruktive Zusammenarbeit zum Erhalt der deutschen Volksfeste.

Rund 100 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Verbandswesen waren der Einladung des DSB gefolgt. Darunter die Staatssekretärin aus dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales Leonie Gebers, zahlreiche Bundestagsabgeordnete, Mitglieder des Berliner Abgeordnetenhauses und weitere politische Vertreter. Auch die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft Julia Klöckner gab sich die Ehre und besuchte den Bundesglühweinstammtisch. Ebenfalls vor Ort waren die DSB-Vizepräsidenten Edmund Radlinger, Thomas Meyer und Kevin Kratzsch, um die Anliegen der Schausteller zu unterstützen.

Der Bürgermeister von Charlottenburg-Wilmersdorf Reinhard Naumann begrüßte die Gäste zu Beginn der Veranstaltung in seinem Bezirk und bedankte sich bei den Schaustellern für die stets gute Zusammenarbeit.

DSB-Präsident Albert Ritter fand zu Beginn der Veranstaltung deutliche Worte, um die Gäste auf die Probleme der Schaustellerbranche aufmerksam zu machen. Dabei betonte er, dass der Weihnachtsmarkt auf dem Breitscheidplatz auch in diesem Jahr wieder bewusst als Ort für den Bundesglühweinstammtisch ausgewählt wurde. Er erinnerte, dass die Berliner Schausteller nach dem Attentat auf dem Breitscheidplatz vor drei Jahren als Ersthelfer zur Stelle waren, um den Opfern zu helfen – aber auch maßgeblich mit dafür gesorgt haben, dass es nach der schrecklichen Tat wieder möglich war, nach vorne zu schauen und gemeinschaftlich zu feiern.

Präsident Ritter betonte in seiner Rede nochmals, dass Sicherheit eine hoheitliche Aufgabe sei und die Kosten für Terrorabwehrmaßnahmen nicht auf die Schausteller abgewälzt werden dürfen. Als positives Beispiel nannte er das jüngst ergangene Urteil des Verwaltungsgerichtes Charlottenburg, das die Rechtsauffassung des Deutschen Schaustellerbundes bestätigt hat.

Weiterhin erläuterte er den anwesenden politischen Vertretern, dass die Schausteller in diesem Jahr insbesondere das Thema Nachhaltigkeit in allen Bereichen beschäftigt hat, sie hier aber ausgesprochen gut aufgestellt seien: „Wir Schausteller engagieren uns schon seit Jahrzehnten für die Nachhaltigkeit auf den Volksfesten und Weihnachtsmärkten. Dabei sei auch vor allem gesagt, dass Nachhaltigkeit nicht nur Umweltschutz bedeutet. Nachhaltigkeit ist auch Integration, Inklusion, Wirtschaftlichkeit, kulturelle Anerkennung und Brauchtumspflege. Aber auch gerade im Bereich des Umwelt- und Klimaschutzes brauchen wir Schausteller uns nicht zu verstecken. Wenn wir uns den Leitfaden des Bundesumweltministeriums zur nachhaltigen Organisation von Veranstaltungen anschauen, stellen wir fest, dass wir bereits seit Jahren einen grünen Haken hinter die meisten Forderungen setzen können, sei es die Umstellung auf LED vor Jahren oder der Einsatz von Mehrweggeschirr, um nur zwei Beispiele von vielen weiteren zu nennen“, so Präsident Ritter. Weiterhin sei es ein enormer Klimavorteil, dass die Schausteller mit ihren Attraktionen zu den Menschen in die Innenstädte in ganz Deutschland kommen und sie keine langen Anreisewege, wie bei vielen anderen Angeboten im Freizeitsektor, auf sich nehmen müssten. 

Die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft Julia Klöckner pflichtete Präsident Ritter anschließend bei und erklärte mit Augenzwinkern, dass der wahre Klimaschutz ihrem Eindruck nach von den Schaustellern erfunden worden sei. Im Weiteren erinnerte sie sich an ihre eigene Kindheit und erklärte, dass der Jahrmarkt in Bad Kreuznach, der jedes Jahr im August stattfindet, seit jeher eine große Rolle für sie gespielt habe, da sie aufgrund des landwirtschaftlichen Hintergrundes ihrer Familie seltener in den Urlaub gefahren sei, dafür aber ihre schönsten Erinnerungen Jahr für Jahr auf dem Jahrmarkt gesammelt habe: „Die Volksfeste sind ein schönes Brauchtum. Sie sind nicht nur ein Stück Kindheit, sondern auch Familientradition. Sie bringen Familien zusammen, sie entschleunigen. Ich möchte Ihnen Danke sagen für ein Stück Lebensqualität“, unterstrich Klöckner in ihrer Rede.

Anschließend bot der Bundesglühweinstammtisch in gemütlicher Runde erneut ausreichend Gelegenheit zur Diskussion der drängenden Themen. In zahlreichen Einzelgesprächen sagten die Vertreter von Seiten der Politik und der Verwaltung den anwesenden Schaustellern dabei zu, ihr Gewerbe auch in Zukunft zu unterstützen.

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