Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




Brief an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn: Ihr Statement in der BILD am 10. Juni 2021

Berlin, den 11. Juni 2021

Sehr geehrter Herr Bundesminister Spahn,

im April vergangenen Jahres haben Sie der Öffentlichkeit im Rahmen einer Pressekonferenz in Aussicht gestellt, dass Partys und Volksfeste das Letzte seien, was wieder stattfinden werde, derartige Veranstaltungen seien aber auch am verzichtbarsten.

Wir berichteten Ihnen seinerzeit in einem offenen Brief von der Wut und Enttäuschung unserer Mitglieder, dass das, wofür sie ihr Herzblut geben, so pauschal und – bitte entschuldigen Sie – auch so unwissend von Ihnen abgeurteilt wurde.

Wir haben 10.000 Volksfeste in Deutschland, nicht 10.000 Trinkgelage!

Die kleinen familienorientierten Kirmessen, Dulten, Kerben uvm. auf dem Dorf und in der Region stellen das Gros der Feste dar!

Sie haben uns im vergangenen Jahr fair darauf geantwortet, dass man darüber sicher zukünftig anders reden könne, wenn es gelänge, überzeugende hygienische Konzepte für die Feste zu erarbeiten, ohne ihnen ihren eigentlichen Charakter zu nehmen.

Viel ist seitdem geschehen.

(Anders geredet wird aber offensichtlich nicht!)

Die Forschung bestätigt, dass Infektionen unter freiem Himmel äußerst unwahrscheinlich sind – und den Menschen Anreize geschaffen werden müssen, raus an die frische Luft zu kommen.

Wir haben überzeugende Hygienekonzepte erarbeitet, die unzeitgemäße Nähe unterbinden und in Sachen Hygiene neue Maßstäbe setzen.

Diese Konzepte liegen allen Kommunen Deutschlands – übrigens auch Ihrem Haus – vor und haben ihre Leistungsfähigkeit in steter Abstimmung mit den Gesundheitsbehörden vor Ort längst bewiesen.

Dessen offenbar vollkommen ungeachtet, erläutern Sie jetzt der Bild-Zeitung zwar zunächst vollkommen richtig, nicht pauschal „so rum oder so rum“ entscheiden zu können, lassen dann aber im nächsten Satz (erneut) jede gebotene Differenzierung vermissen und werfen Partys mit Volksfesten in einen Topf.

Sehr geehrter Herr Bundesminister, es geht um unsere Arbeitsplätze!

Wir wollen arbeiten, wir können arbeiten – selbstverständlich unter Beachtung der aktuellen Gegebenheiten.

Was wir nicht gebrauchen können, sind pauschale Wertungen, die in den Ohren derer, die sich jeden Tag mühen, wie Herabwürdigungen klingen.

Wir sollten ins Gespräch kommen, nicht ins virtuelle, sondern ins echte.

Gerne kommen wir zu Ihnen ins Haus – der Weg vom Weidendamm ist denkbar kurz. Wir bitten um einen Termin!

Mit besten Grüßen!

Für das Präsidium

Albert Ritter                                                            Frank Hakelberg
Präsident                                                                Rechtsanwalt
                                                                               Hauptgeschäftsführer