Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




Appell zur Rettung des Berufsstandes in Bergisch-Gladbach: Schausteller fordern Hilfe von NRW-Innenminister Herbert Reul

Schausteller aus ganz Nordrhein-Westfalen kamen am 8. August 2020 in Bergisch-Gladbach zusammen, um die Landesregierung dazu aufzufordern, Kirmessen und Volksfeste in NRW nach dem monatelagen Verbot von Großveranstaltungen wieder zu erlauben. Auch DSB-Präsident Albert Ritter nahm an der Veranstaltung teil und verdeutlichte den anwesenden politischen Vertretern erneut die Notlage der Schausteller.

Aufhänger der Aktion war die Laurentiuskirmes, das größte und älteste Volksfest in Bergisch Gladbach, das seit 178 Jahren im Stadtzentrum, stets um den Laurentiustag herum, an vier Tagen Vergnügen für die ganze Familie bietet und in diesem Jahr, ebenso wie alle anderen Volksfeste in ganz Deutschland, nicht stattfinden konnte. 

Bereits einige Tage zuvor wurde auf Initiative von Burkhardt Unrau, dem Geschäftsführer des Schaustellervereins Bergisch Gladbach e.V., mitten im Herzen der Stadt ein Kinderkarussell als Mahnmal aufgebaut, um auf die existenzbedrohende Situation der Schausteller hinzuweisen.

Unrau warnte davor, dass das Kulturgut Kirmes und Volksfest verloren zu gehen drohe, da die Schausteller bei noch längeren Schließungen dazu gezwungen wären, ihre Geschäfte aufzugeben. Es sei keine Kirmes, wenn irgendwo ein Riesenrad oder eine Mandelbude aufgebaut würden, so Unrau weiter, dies sei nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Auch DSB-Präsident Albert Ritter forderte von den anwesenden Politikern, die Volksfeste endlich wieder zu öffnen: „Lassen Sie uns endlich wieder arbeiten! Wir haben fertige Hygiene- und Sicherheitskonzepte und können unsere Veranstaltungen unter den üblichen Corona-Schutzmaßnahmen problemlos durchführen. Wir Schausteller sorgen schon seit Jahrhunderten für die Produktion von Sicherheit auf Volksfesten und Weihnachtsmärkten. Wir haben noch nie ein Vakuum von Sicherheit oder Hygiene auf unseren Festen gehabt!“, betonte Albert Ritter in seiner Rede. Die Weihnachtsmärkte müssten nun als letzter Rettungsanker unbedingt laufen, um das Gewerbe zu retten, so Ritter weiter.

Der anwesende NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) sagte, dass die Kirmes-Tradition ein wertvolles Kulturgut sei. Durch das Verbot der Großveranstaltungen benötigen die Schausteller daher unbedingt die  Solidarität der politischen Verantwortlichen. Es komme jetzt darauf an, dass sie möglichst schnell wieder ihre Geschäfte öffnen dürfen. Mit Blick darauf zeigte er sich zuversichtlich, dass er gemeinsam mit dem Kabinett in Düsseldorf bald Wege finde, um auch größere Veranstaltungen ab dem 31. Oktober wieder durchführen zu können. Mit einer abgestuften Vorgehensweise bei Lockerungen ergänzt mit erweiterten finanziellen Hilfe für diejenigen, die durch die Corona-Pandemie in Riesennot seien, werde man Antworten finden, um das wichtige Kulturgut Volksfest und Kirmes zu erhalten und damit auch das Schaustellergewerbe vor dem Sterben zu bewahren.

Fotonachweis: Anton Luhr; DSB