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Deutscher Schaustellerbund e.V.

Große Schaustellersolidarität in Neu-Ulm

Die rund 27 Millionen Euro teure Halle, die von beiden Städten finanziert wird, soll für kulturelle und sportliche Ereignisse genutzt werden und rund 6000 Besucher fassen. Es ist eine folgenschwere Entscheidung, bei der die Interessen der betroffenen Schausteller aber auch der Bürger der Stadt von Anfang an weder gesehen noch diese in die Entscheidungsfindung einbezogen worden sind. Enttäuscht zeigt sich der DSB vor allem darüber, dass trotz der bislang guten kooperativen Zusammenarbeit zwischen der Stadt Neu-Ulm und den Beteiligten der Volksfeste, diese nunmehr bei einer sie existenziell betreffenden Frage nicht beteiligt worden sind. Nun bereiten mehrere Schausteller aus der Region eine Klage gegen die Stadt vor und berufen sich dabei auf die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichtes.  In dieser wichtigen Entscheidung hat das Gericht die besondere Bedeutung von Volksfesten für das Gemeinwesen herausgestellt. Städte und Gemeinden übernehmen dabei eine besondere Verantwortung und deren Bestand. Eine vorübergehende Verlegung auf die württembergische Donauseite in die Friedrichsau, wo dann im Juli das Ulmer Volksfest stattfinden soll, lehnt ein Großteil der betroffenen Schausteller ab. Hierfür gebe es zwei Gründe: Einerseits wollen sich die Schausteller nicht gegenseitig Konkurrenz machen, andererseits soll das Neu-Ulmer Volksfest auch ein bayerisches Volksfest bleiben.

Kämpferische Schaustellertruppe in Neu-Ulm, u. a. mit dem Präsidenten des DSB und der ESU, Albert Ritter, dem BLV-Präsident Wenzel Bradac und dem örtlichen Vorsitzenden Mafred Winter (Fotos: M. Winter)

Guttenberg wird Grünkohlkönig 2010 – Volksfestherz mit von der Partie

Zu diesem Rendezvous verhalfen der 1. Vorsitzende des Oldenburger Schaustellerverbandes und DSB-Vizepräsidenten für Marketing Michael Hempen und Helmut Mondorf. Sie verstanden es auch in diesem Jahr vorzüglich, für die Volksfeste in Deutschland aber auch für ihre Stadt Oldenburg kräftig die Werbetrommel zu rühren.

Grünkohl satt - 270 Kilo wurden zubreitet
Am traditionellen Mahl nahmen am 22. März – der Frühling stand auch in Berlin in den Startlöchern, rund 300 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung teil, darunter auch Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (Kohlkönig 2005) und die scheidende Grünkohlkönigin, Bundesbildungsministerin Annette Schavan, die nach 14 Monaten ihre Amtsgeschäfte an Guttenberg abgibt. Der neue Grünkohlkönig verpflichtet sich nun, in seiner Amtszeit mindestens einmal nach Oldenburg zu kommen. Für den aus Oberfranken stammenden Guttenberg gibt es schon zwei gute Gründe, in die Stadt an der Hunte zu reisen. Zum einen, um den berühmten Kramermarkt mit seinen vielen Traditionen zu erleben. Zum anderen natürlich, um das Rezept für einen defftig Ollnborger Gröönkohl zu beschaffen, der in Oberfranken bislang keine Tradition hat. Adel verpflichtet eben.

Großer Andrang beim Jahresempfang des Süddeutschen Schaustellerverbandes

Volkstümliche Preise contra kommunale Gebühren
Aus diesem Grund sei auch die Kostenflut, die auf die Schausteller zukomme, nicht mehr tragbar, sagte Kalb zu den zahlreich anwesenden Politiker. Höhere kommunale Gebühren und volkstümliche Preise stünden im Widerspruch zueinander. „Dennoch, wir sind Berufsoptimisten, keine Jammerer“, stellte Kalb fest. An Oberbürgermeister Ulrich Maly richtete er die Bitte, dass das Kulturgut Volksfest nicht untergehe.Der Oberbürgermeister konnte zwar nicht versprechen, dass Schausteller künftig von Preiserhöhungen verschont bleiben, zeigte sich aber überzeugt, dass das Frühlingsfest nach dem kalten Winter ein voller Erfolg werde. Auch die Zukunft der Volksfeste sieht der Oberbürgermeister optimistisch: „Ihr Schausteller seid in der Lage, euch mit unglaublicher Kreativität immer neu zu erfinden“, sagte Maly.
Dank für langjährige Zusammenarbeit
Michael Weber, scheidender Leiter der Congress- und Tourismuszentrale erhielt ein Geschenk der besonderen Art: Mit einem Miniatur-Karussell bedankte sich der Schaustellerverband bei Weber für die langjährige Kooperation. Der Fremdenverkehrschef versprach, auch im Ruhestand ein Freund der Schausteller zu bleiben.

DSB-Präsident Albert Ritter trifft Nürnbergs Oberbürgermeister Ulrich Maly (alle Fotos: Dieter Germann)

Viel Tradition und historische Kirmesexponate lockte Besucherscharen in die Bochumer Jahrhunderthalle

Zum dritten Mal wurde der historische Jahrmarkt in der traditionsreichen Jahrhunderthalle durchgeführt. Ich kann den Mitgliedern der Historischen Gesellschaft Deutscher Schausteller nicht genug danken für ihr ehrenamtliches Engagement für dieses gewaltige Stück positiver Öffentlichkeitsarbeit“. Mit dieser Veranstaltung seien Besucherschichten angesprochen worden, die man normalerweise nicht auf einer Kirmes antreffe: Der sogenannte Bildungsbürger - jeder zweite mit einem Fotoapparat ausgestattet und höchst neugierig auf die Geschichte der deutschen Schausteller“, resümierte Ritter.
Die Organisationen haben sich als erstes Ziel auf ihre Fahne geschrieben, die Jahrtausend alte Volksfesttradition in Deutschland als schützenswertes Stück Brauchtum und typisches deutsches Kulturgut zur Anerkennung zu bringen. Sichtlich begeistert von den Exponaten war auch Christa Thoben, NRW-Ministerin für Wirtschaft, Mittelstand und Energie, die sich von DSB-Präsident Albert Ritter zu einer Fahrt in der legendären Raupe hinreißen ließ, bei der sich der Himmel am Ende der Fahrt schließt. 

Grußwort von Staatsminister Bernd Neumann

Furchtlose Erwachsene zog es in die Geisterbahn (Fotos: Jahrhunderthalle Bochum, Fotograf M. Grossler)

Arbeitskreis Bildung - Berufliche Qualifizierung für Schausteller wichtiger denn je

Nachhaltiges professionelles Know-how in technischem und kaufmännischem Wissen wird jedoch in Zukunft auch im Schaustellergewerbe darüber entscheiden, ob ein Betrieb lebensfähig ist oder nicht. Deshalb ist die Berufsausbildung heute eine der wichtigsten Voraussetzungen für den Erfolg eines Schaustellerunternehmens.
Auf dem 60. Delegiertentag 2009 in Berlin beschlossen die DSB-Vertreter einstimmig die Gründung eines Arbeitskreises Bildung. Am 27. März 2009 tagte der Arbeitskreis erstmals in Hamburg.In der letzten Sitzung hat sich der Arbeitskreis mit der Entwicklung eines Leitbildes zur Entwicklung eines Berufsbildungsganges Schausteller für die weitere notwendige Arbeit auseinandergesetzt und wird seine Vorschläge beim nächsten Delegiertentag dem Plenum zur Diskussion und Entscheidung vorlegen können. Hauptgeschäftsführer Helmut Gels stellte das besondere ehrenamtliche Engagement der im Arbeitskreis beteiligten in den bisherigen Prozessen gemeinsamer Arbeit heraus und machte deutlich, dass mit dem eingeschlagenen Weg, dass Betroffene sich mit der Entwicklung wichtiger sie persönlich betreffender Zukunftsfragen auseinandersetzen, eine Garantie dafür sei, dass praktikable Lösungen und Vorschläge wahrscheinlich seien und richtige Entscheidungen getroffen würden. Er sagte gleichzeitig zu – wie schon auf den Delegiertentagen angekündigt – dass man die Mitglieder über jeden Schritt in der weiteren Entwicklung umfassend und kontinuierlich auf dem Laufenden halten werde.

WDR-Programmhinweis


Unter dem Titel „Die Kirmes-Könige - Familie Schneider“ sendet der WDR am 14. Mai um 20.15 Uhr eine Dokumentation über die Dynastie Schneider. Der Film von Arnd Güttgemanns zeigt den Alltag der Schaustellerfamilie und blickt hinter die Kulissen der Kirmes-Industrie. Mit bisher noch unveröffentlichten Fotos und Filmen der Familie gibt die Dokumentation einen einzigartigen Einblick in die Firmen- und Familiengeschichte - und in ein Stück Kulturgeschichte der Jahrmärkte in Deutschland. Porträtiert werden im Film folgende Unternehmen:
Michael Schneider, Pirates Adventure, Lippstadt; Johann Schneider, Autoskooter, Münster; August Schneider, Berg- und Talbahn Achterbahn, Lippstadt sowie
Walter und Ewald Schneider, Power Tower, Bielefeld.

Download für weitere Informationen zum Film:
www.wdr.de/unternehmen/presselounge/programmhinweise/fernsehen/2010/05/20100514_dynastieninnrw_schneider.phtml

Termine - Termine - Termine

174. Hauptvorstandssitzung des Deutschen Schaustellerbundes e.V.
12.-13. November 2010 in Bad Kreuznach

62. Delegiertentag des Deutschen Schaustellerbundes e.V.
17.-19. Januar 2011 in Paderborn