Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




Download Marktstudie "Wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste in Deutschland"

Kennzahlen

Zur Schaustellerbranche zählen insgesamt rund

  • 4.950 Schaustellerunternehmen,
  • die mit ihren 22.770 Beschäftigten und
  • insgesamt rund 11.100 Geschäften vom Imbiss bis zur Achterbahn die
  • ca. 9.900 deutschen Volksfeste
  • sowie ca. 1.450 Weihnachtsmärkte in Deutschland beschicken.

Besuche pro Jahr

  • Volksfeste: rund 148 Mio.
  • Weihnachtsmärkte rund 85 Mio. (Anstieg um knapp 70 % ggü. 2000)
  • Insgesamt: 233 Mio. Besuche pro Jahr.

Ausgaben pro Besuch

  • Volksfest: rund 22,20 Euro
  • Weihnachtsmarkt: rund 11,50 Euro

Bruttoumsätze der Branche

  • Volksfeste: rund 2,65 Mrd. Euro
  • Weihnachtsmärkte rund 1,05 Mrd. Euro
  • Insgesamt: 3,7 Mrd. Euro

Wirtschaftliche Effekte in den Kommunen

  • Zuflüsse aus Standgebühren und andere Abgaben: rund 350 Mio. Euro + rund 60 Cent in Form kommunaler Steuern (pro Volksfest- u. Weihnachtsmarkt-Besuch)
  • Insgesamt fließen rund 3,00 Euro pro Besuch in den kommunalen Haushalt der ausrichtenden Stadt oder Gemeinde.
  • Unter Berücksichtigung von Umsatzsteuer und Einkommenssteuer fließen den öffentlichen Haushalten insgesamt sogar ca. 1,25 Mrd. Euro pro Jahr oder 8,45 Euro pro Besuch aus der Schaustellerbranche zu.
  • Schaffung und Sicherung von rund 13.750 externen Arbeitsplätzen.

Volksfestnachfrage

Der Anteil der Bundesbürger, die in den letzten zwölf Monaten

  • ein Volksfest besuchten 31,6% der Befragten.
  • Einen Weihnachtsmart besuchten 33% der Befragten.

Über 80 % Zustimmung zu

  • „Volksfeste sind ein wichtiger Teil von Kultur und Tradition.“
  • „Die Volksfestkultur sollte gegenüber anderen Kulturbereichen nicht schlechter gestellt werden.“

Die dt. Schaustellerunternehmen sind vor allem mit

  • Fahrgeschäften (27%)
  • Verkaufsgeschäften nach Schaustellerart (überwiegend Süßwaren, 27%)
  • Imbissbetrieben (17%) und
  • Ausspielungen (16%)

auf den deutschen Volksfesten und Weihnachtsmärkten unterwegs und das
im Durchschnitt bereits seit 65 Jahren, also in dritter Generation. Sie betreiben durchschnittlich 2,25 unterschiedliche Geschäfte. Rund 25% der Unternehmen gaben in den vergangenen fünf Jahren jedoch ein oder mehrere Geschäfte auf.

Beschäftigung

  • Durchschnittlich 4,6 feste Mitarbeiter pro Schaustellerunternehmen
  • Davon sind durchschnittlich 2,1 Personen Familienangehörige.
  • Branche ist damit durch Kleinst- und kleine Unternehmen geprägt.

Im Durchschnitt beschicken die Unternehmen mit ihrem wichtigsten Geschäft 21,4 Veranstaltungen pro Jahr (einschließlich Weihnachtsmärkte, die von 88,2% der Unternehmen beschickt werden). Insgesamt stehen die Schausteller (ohne Tage für Auf- und Abbau) durchschnittlich an 141,7 Tagen pro Jahr auf Volksfesten und Weihnachtsmärkten.

Ihre wirtschaftliche Situation bewerten die Schausteller insgesamt als befriedigend, allerdings hat diese sich für 53,4% der Unternehmen in den letzten drei Jahren verschlechtert, insbesondere wegen gestiegener Gebühren und Einkaufspreise sowie der unzureichenden Möglichkeit, Kostensteigerungen über Preiserhöhungen auszugleichen. Auch die rückläufige Attraktivität und das Wegbrechen kleiner und mittlerer Volksfeste trugen dazu bei. Angesichts der sich eintrübenden Situation bei den Volksfesten nimmt die Bedeutung der Weihnachtsmärkte für die Branche seit Jahren stetig zu. Inzwischen machen die Umsätze auf Weihnachtsmärkten 28,5% der Branchenumsätze aus.

Entwicklung 2000 bis 2012

  • Die Anzahl der Volksfeste schrumpft, der Konkurrenzdruck steigt.
  • Rückgang der Volksfesttage bis 2012 um 33 %
  • Rückgang der Veranstaltungen um 23,4% (betroffen davon waren überwiegend Kleinstveranstaltungen)
  • Rückgang der Besuchszahlen bei den vielen kleinen und mittleren Volksfesten um insgesamt 17%
  • Ende neuer Superlative bei den Fahrgeschäften
  • Steigender Zuspruch bei den Weihnachtsmärkten (Besuchszahl +70%) und Top-Volksfesten
  • Deutlich erhöhte Pro-Kopf-Ausgaben (+37,9%) – von denen wegen sinkender Nachfrage und gestiegener Kosten (bei den Wareneinkäufen +108,8%, bei den Standgebühren +192,5%) aber kaum etwas bei den Unternehmen der Branche ankommt.