Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




Zukunft der Volksfeste bedroht

Noch ist Deutschland das Volksfestland Nummer eins in der Welt. Nirgendwo sonst finden so viele Kirmessen und Weihnachtsmärkte statt. Doch die Schausteller sorgen sich um die Zukunft des beliebten Freizeitvergnügens. Traditionsveranstaltungen stehen vor dem Aus und damit sind auch Arbeitsplätze bedroht.

 

DSB-Pressegespräch im Rathaus Vechta.

Gesprächsprächspartner der Medien: (v.l.) Jürgen Meyer, 1. Vorsitzender Verein reisender Schausteller Vechta e.V.; Bürgermeister Helmut Gels; Präsident Albert Ritter; Geschäftsführer Frank Hakelberg. Fotos: DSB

Vor allem kleine und mittlere Volksfeste seien in Gefahr, erklärte der Präsident des Deutschen Schaustellerbundes, Albert Ritter, am 16. Januar 2012 bei einem Pressegespräch zu Beginn des 63. Delegiertentages seines Verbandes in Vechta. „Und wir reden hier nicht von einer handvoll kleiner Stadtteilkirmessen, sondern von Veranstaltungen mit einer jahrhundertealten Tradition“, sagte Ritter. Die angespannte Situation werde zu einer existenziellen Bedrohung für viele Schaustellerbetriebe.
Gründe für diese Entwicklung sieht der DSB u.a in der zunehmenden Privatisierung von Volksfesten, in der Unwirtschaftlichkeit aufgrund gestiegener Standgebühren und Energiekosten sowie durch konkurrierende Veranstaltungen im Freizeitbereich. Auch der demografische Wandel in der Gesellschaft habe massive Auswirkungen auf das Besucherverhalten auf den Volksfesten.
Bei aller Kritik an der Veranstaltungs- und Gebührenpolitik der Kommunen sieht sich der Deutsche Schaustellerbund zunächst einmal selbst in der Pflicht, „das Ruder in die Hand zu nehmen und das Produkt Volksfest immer weiter zu verbessern und sich so gegenüber den Mitkonkurrenten im Freizeitsektor zu positionieren“, so Präsident Ritter. Der DSB habe bereits frühzeitig eine Marketingstudie beauftragt und die Bedeutung der demografischen Entwicklung für die deutschen Volksfeste erkannt.
„Wir haben ein Bündel notwendiger Maßnahmen entwickelt“, so Albert Ritter, „und sind dabei, unsere Volksfeste mit neuen Aktionen und Gestaltungselementen umzustrukturieren. Nur so haben wir es selbst in der Hand, das Sterben der Volksfeste zu stoppen.“

Neue Angebote auf den Volksfesten
„Volksfest – wir machen Freizeit zum Vergnügen!“ lautet des Motto des Marketingkonzeptes, mit dem die Schausteller für frischen Wind auf den Volksfesten sorgen. Dabei stehen die verbindliche Vereinbarung von Qualitätsstandards und konzeptionelle Verbesserungen in Platzgestaltung und Werbung im Vordergrund. Beispiele sind die Einführung von Thementagen, wie etwa für die Generation „Ü50“, mit speziellen Angeboten, Führungen über das Volksfest mit einem „Blick hinter die Kulissen“ oder aber „Romantische Abende“, auf denen den Besuchern ein besonderes Volksfest-Ambiente mit Kerzenschein und stimmungsvoller Musik geboten wird.

Jahrestreffen der Schausteller in Vechta
Vom 17. bis 19. Januar 2012 veranstaltet der Deutsche Schaustellerbund in Vechta seinen 63. Delegiertentag. Das Schaustellerparlament tritt mit über 400 Delegierten in der Heimatstadt des bekannten Stoppelmarktes zusammen, um die beruflichen Weichen für die Zukunft der Branche zu stellen. Doch in Vechta soll nicht nur gearbeitet, sondern auch gefeiert werden – schließlich ist der Delegiertentag das gesellschaftliche Schaustellerereignis des Jahres. Der gastgebende Schaustellerverband Vechta hat hierfür ein buntes Rahmenprogramm vorbereitet.