Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




Zählprotokolle nicht zwingend erforderlich

Finanzämter und Steuerberater empfehlen häufig, sogenannte Zählprotokolle zu erstellen. Zählprotokolle dokumentieren die exakte Stückelung der Münzen- und Geldscheine.

Finanzexperte Dr. Christian Kläne



Sind solche Zählprotokolle nun zwingend erforderlich? – Verbindliche Aussagen oder Richtlinien des Bundesfinanzministeriums gibt es zu dieser speziellen Frage nicht, auch keine gesetzliche Regelung. Wir haben den Finanzexperten Dr. Christian Kläne deshalb um Auskunft gebeten. Er hat die Schausteller bereits auf dem Delegiertentag 2013 in Osnabrück beraten (Vortrag: Steuerinfos für Schausteller, siehe www.dsbev.de/mitgliederbereich).




Herr Dr. Kläne, müssen Schausteller Zählprotokolle erstellen, wenn Sie abends die Kasse zählen?

Das Land Niedersachsen hat sich zum Zählprotokoll in einem unverbindlichen Informationsschreiben wie folgt geäußert. „Darüber hinaus sollten Sie die Ermittlung des Geldbestandes am Ende des Tages durch ein sog. Za?hlprotokoll nachweisen.“ Hierbei handelt es sich allerdings um eine Empfehlung, nicht um eine rechtlich verbindliche Vorgabe. Meiner Einschätzung nach ist es in rechtlicher Hinsicht also nicht zwingend erforderlich, ein Zählprotokoll anzufertigen, um eine ordnungsgemäße Kassenbuchführung nachzuweisen.

Worauf müssen die Schausteller bei Betriebsprüfungen achten?

Den Finanzgerichten und auch der Betriebsprüfung genügt es, wenn die tägliche Auszählung der Kasse in einer Summe im Kassenbericht dokumentiert wurde, wenn insgesamt keine Mängel vorliegen. Fertigt der Schausteller also keine Zählprotokolle an, können allein daraus keine negativen Schlussfolgerungen gezogen werden. In seiner Entscheidung, wie die Einnahmen dokumentiert werden, ist also jeder Schausteller grundsätzlich frei. Zählprotokolle können jedoch die Beweiskraft stärken, um kleinere Mängel, die regelmäßig vorliegen, „ausgleichen“ zu können.