Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




Workshop zum Immateriellen Weltkulturerbe in Brüssel!

Belgische Schaustellerkollegen erörtern zentrale Fragen zum Schutz der Volksfestkultur durch die UNESCO / DSB-Pressereferentin Lucinde Boennecke mit von der Partie /

UNESCO-Bewerbungsprozess gestartet

© Deutscher Schaustellerbund e.V.

Am 23. August trafen sich in Brüssel die belgischen Schausteller, unter ihnen ESU-Generalsekretär Steve Severeyns, Frank Delforge und die Vorsitzende der BOVAK Nicole Vermolen, zu einem „Runden Tisch“ mit belgischen Platzmeistern sowie Vertretern belgischer Kulturzentren. Das Treffen diente dazu, die zentralen Eckpunkte für die Bewerbung der belgischen Schausteller zur Anerkennung ihrer Volksfestkultur als immaterielles Kulturgut bei der UNESCO herauszuarbeiten. Auch der DSB befindet sich aktuell in der Bewerbungsphase zur Anerkennung der deutschen Volksfestkultur. Die nachfolgenden, zentralen Ergebnisse des Workshops sollen auch bei der deutschen Bewerbung berücksichtigt werden:

 

  • Die Schausteller sind die Träger der Volksfestkultur, sie halten Traditionelles lebendig und entwickeln zugleich ständig neue Attraktionen. Ohne Schausteller keine Kirmes. Der Mix von historisch und modern, alt und neu auf den Volksfesten und Kirmessen soll deutlich gemacht werden.
  • Mit ihren Darbietungen auf Volksfesten fördern die Schausteller den sozialen und kulturellen Austausch über nationale Grenzen und sprachliche Barrieren hinweg. Sie entführen die Besucher in eine Traumwelt und leben den europäischen Gedanken der Völkerverständigung.
  • Die Schausteller sind zukunftsorientiert und gehen mit der Zeit, sie bewerben ihre Volkfeste in den neuen Medien und binden Veranstalter und Besucher interaktiv, z.B.  auf Facebook, mit ein.
  • Schausteller, lokale Vereine und lokale Politik haben ein gemeinsames Interesse an attraktiven Volksfestveranstaltungen. Vielerorts arbeiten sie daher von der Planung bis zur Umsetzung eng zusammen.
  • Die Schausteller geben ihr Wissen (von bestimmten Rezepten, über den Betrieb eines Fahrgeschäfts bis hin zum Rekommandieren) mündlich von Generation zu Generation weiter. Dieses Wissen gilt es zu schützen, denn es ist nicht verschriftlicht.

Die Schausteller sind es, die dafür sorgen, dass Jahrhundertealte Feste weiterhin aktuell und attraktiv bleiben – für die Besucher, aber auch für die lokale Wirtschaft. Mit der Aufnahme der deutschen Volksfestkultur in die Liste des immateriellen Weltkulturerbes will der DSB den Schutz der Volksfestkultur durch die Bundesregierung erreichen.

Das UNESCO-Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes

Mit diesem Übereinkommen sollen kulturelle Ausdrucksformen, lebendige Traditionen, überliefertes Wissen und Fertigkeiten sowie Alltagskulturen, die entscheidend von menschlichem Wissen und Können getragen werden, erhalten werden. Damit verbunden ist die Sichtbarmachung des kulturellen Reichtums in Deutschland. Zum immateriellen Kulturerbe können traditionelle und bis heute gepflegte kulturelle Bräuche wie etwa Tanz, Theater, Musik und mündliche Überlieferungen ebenso zählen wie traditionelle Handwerkstechniken oder Wissen im Umgang mit der Natur. Mehr Informationen zum Immateriellen Kulturerbe: www.unesco.de/immaterielles-kulturerbe.html.

Und was bringt das Ganze?

Die Aufnahme kultureller Ausdrucksformen, Bräuche und Traditionen in die Liste des immateriellen Kulturerbes hält diese auch in Zukunft lebendig. Wird die Bewerbung des DSB um Anerkennung der deutschen Volksfestkultur als Immaterielles Kulturerbe von der UNESCO angenommen, verpflichtet sich die Bundesregierung Volksfeste, Kirmessen und Jahrmärkte in Deutschland zu schützen und auch in Zukunft für deren Erhalt zu sorgen.