Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




Volksfeste bleiben auch 2009 Publikumsmagnet

Zum Auftakt seiner 173. Hauptvorstandssitzung informierte der Deutsche Schaustellerbund (DSB) am 12. November 2009 in Oldenburg auf einer Pressekonferenz über die wirtschaftliche Lage des Schaustellergewerbes.

Pressekonferenz mit Pressereferent Norbert Faltin, Hauptgeschäftsführer Helmut Gels, Präsident Albert Ritter und Michael Hempen, Vizepräsident und 1. Vorsitzender des Oldenburger Schaustellerverbandes e.V. (v.l.)

Verbandspräsident Albert Ritter betonte, dass der wegen der Wirtschaftskrise zu Jahresbeginn befürchtete schwere Besucher- und Umsatzrückgang ausgeblieben sei. "Die Krise ist zwar nicht spurlos an uns vorübergegangen, aber wir sind mit einem blauen Auge davongekommen", sagte Ritter. Die Besucherzahlen auf den rund 12 000 Volksfesten in Deutschland seien in diesem Jahr mit 178 Millionen konstant geblieben. Und auch bei den Umsätzen rechne man mit einem ähnlichen Ergebnis wie 2008; möglicherweise könnten die Schausteller sogar leicht zulegen. Den leichten Aufwärtstrend führt Ritter vor allem darauf zurück, dass die Deutschen im Urlaub weniger ins Ausland reisen und sich stattdessen lieber zuhause ein paar schöne Stunden auf dem Volksfest gönnen.  Dabei zeichne sich auf den Plätzen deutlich der Trend weg von der Devise "schneller, höher, gewaltiger" und hin zu mehr Aufenthaltsqualität ab. Sicherheit und Sauberkeit ständen im Vordergrund. Ritter warnte zugleich Veranstalter und Energieversorger davor, die Schausteller mit steigenden Gebühren und Kosten zu belasten. Vor allem kleinere Schaustellerbetriebe würden dadurch in Schwierigkeiten geraten.

DSB begrüßt Mittelstandsentlastungsgesetz
Hauptgeschäftsführer Helmut Gels forderte von der neuen Bundesregierung die rasche Umsetzung der angekündigten Steuersenkungen. "Der Deutsche Schaustellerbund schaut hoffnungsvoll nach Berlin und begrüßt das neue Mittelstandsentlastungsgesetz, welches jetzt von den Bundesländern schnell angewendet werden muss. Der DSB fordert, dass für Reisegewerbegaststätten künftig keine zusätzliche Erlaubnis mehr verlangt werden soll, sondern eine klarstellende Festlegung, in der eine Reisegewerbekarte ausreichen muss“, sagte Gels. Er unterstrich zugleich, dass das Bundesverwaltungsgericht die traditionelle und kulturelle Bedeutung von Volksfesten festgelegt habe, die somit schützenswert seien. Dies solle nun auch die Politik schriftlich verankern.
Michael Hempen, Vizepräsident des DSB und Vorsitzender des Oldenburger Schaustellerverbandes, hob hervor, dass die vor einigen Jahren eingeführte Marketing-Aktion "Wir machen Freizeit zum Vergnügen" deutschlandweit Früchte trägt. "Die Städte haben erkannt, dass Volksfeste Wirtschaftskraft haben und sich die Menschen mit ihnen identifizieren", sagte der Marketing-Experte. "Wir wollen keine Unsummen erwirtschaften, sondern unseren Lebensunterhalt bestreiten."