Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




Volksfestbilanz 2011: Wetterlage dominiert Geschäft

Die Volksfeste sind der Deutschen liebstes Freizeitvergnügen – und das seit Generationen. Die Besucherzahlen sprechen für sich. Auch im Jahr 2011 zog es nach Angaben des Deutschen Schaustellerbundes (DSB) wieder über 170 Millionen Menschen auf die Kirmessen und Jahrmärkte im Land. Der DSB spricht von stabilen Umsatzergebnissen der Branche.

Pressegespräch des Deutschen Schaustellerbundes in Oberhausen. Foto: DSB

Zum Abschluss der Saison informierte der Deutsche Schaustellerbund am 14. November 2011 zu Beginn der 175. Hauptvorstandstagung in Oberhausen über die wirtschaftliche Entwicklung des Schaustellergewerbes. Großen Einfluss auf die Einnahmen hatten in diesem Jahr die Wetterkapriolen. „Nach einem optimistischen Beginn im Frühjahr fielen zur Hauptsaison viele Veranstaltungen, wie beispielsweise die Cranger Kirmes oder die Düsseldorfer Rheinkirmes, buchstäblich ins Wasser“, erklärte Präsident Albert Ritter. Für die Schausteller ein erheblicher wirtschaftlicher Schaden, denn bei nur 120 Spieltagen pro Saison zählt für sie jeder Tag, vor allem an den umsatzstarken Wochenenden.
Aufwärts ging es für die Branche wieder im Herbst, der aufgrund des Bilderbuchwetters in vielen Teilen Deutschlands die Menschen auf die Volksfeste lockte und den Betrieben zufrieden stellende Einnahmen bescherte.

Umsatzrückgang bei Kinderfahrgeschäften
Trotz der insgesamt stabilen Gesamtumsätze fielen die wirtschaftlichen Ergebnisse in den einzelnen Branchen nach Auskunft des DSB unterschiedlich aus. So verzeichneten die Betreiber von Kinderfahrgeschäften in diesem Jahr einen deutlichen Umsatzrückgang – eine Folge des demografischen Wandels unserer Gesellschaft. Auch die Spielbranche mit ihren Verlosungen und Automatengeschäften hätte das Umsatzziel nicht erreicht. „Aufgrund gesetzlicher Regelungen können an den Losbuden nur geringe Gewinne ausgespielt werden“, sagte Präsident Ritter. Auch stünden die Geschäfte unter einem großen Konkurrenzdruck durch Spielangebote im Internet und Fernsehen.

Volksfeste als immaterielles Kulturgut schützen
Die Ankündigung der deutschen Bundesregierung, die Ratifizierung der UNESCO Konvention zum immateriellen Kulturerbe voranzutreiben, ist vom Deutschen Schaustellerbund mit großer Freude aufgenommen worden. Präsident Ritter: „Nicht nur historische Bauwerke, sondern auch die gelebten regionalen Feste in Deutschland sind ein bedeutendes Kulturgut.“
Nach der Ratifizierung wird der DSB sich dafür einsetzen, die Aufnahme der hiesigen – und weltweit einmaligen – Volksfestkultur in die Liste zu beantragen.“ Davon verspricht sich der Deutsche Schaustellerbund auch einen Schutz für das Volksfest in seiner ursprünglichen und damit familienfreundlichen Form. Der zunehmenden „Ballermannisierung“ erteilte Ritter eine deutliche Absage und erklärte:  „Wir wollen keine Ballermann-Volksfeste in Deutschland, sondern Feste auf denen sich die Menschen aller Generationen und Altersgruppen wohl fühlen.“
Ein besonderes Augenmerk richtet die Branche auf die kommende Weihnachtsmarktsaison. Das Geschäft mit Glühwein und Bratäpfeln bedeutet für viele Schaustellerbetriebe schon seit Jahren eine wichtige zusätzliche Einnahmequelle.