Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




Verbesserung der schulischen Versorgung für die Kinder der beruflich Reisenden in Schleswig-Holstein: Zusätzliche Vollzeitbereichslehrerstelle ab dem kommenden Schuljahr

Am 20. Juni trafen sich DSB-Fachberater für Bildung Andreas Horlbeck, DSB-Hauptgeschäftsführer Frank Hakelberg, die Fachberater für Bildung Frank Parge (Standort Neumünster) und Oliver Deutsch (Standort Heide) sowie Thomas Horlbeck mit dem Staatssekretär im schleswig-holsteinischen Ministerium für Schule und Berufsbildung Dirk Loßack, um gemeinsam die Bildungssituation beruflich Reisender in Schleswig-Holstein zu diskutieren. Weitere Teilnehmer des Termins waren die Referentin für sonderpädagogische Förderung, Inklusion und Integration Martina Fey, die Referentin für die berufsbildenden Schulen Anja Siegel, der Leiter der berufsbildenden Walther-Lehmkuhl-Schule Udo Runow, die Lehrkraft für beruflich Reisende Kai Jost sowie die Lehrkraft für die Beschulung der Kinder der Sinti und Roma Nicole Zwirner.

Zum kommenden Schuljahr wird es einige personelle Umbesetzungen am BeKoSch-Standort Neumünster geben, da zwei Lehrkräfte ihren Dienst altersbedingt beenden werden. Aktuell kümmert sich in Schleswig-Holstein einzig der Bereichslehrer Kai Jost um die Beschulung der beruflich reisenden Schülerinnen und Schüler. Dank seines enormen Einsatzes ist die schulische Versorgung des Schaustellernachwuchses in Schleswig-Holstein zwar nach vor gesichert, um diese aufrecht zu erhalten nimmt der Bereichslehrer allerdings auch erhebliche Belastungen in Kauf. Bei einem Flächenland wie Schleswig-Holstein bedeutet dies für Jost beispielsweise, viele Festorte im gesamten Bundesland zu besuchen, wodurch er große Distanzen und somit lange Autofahrten auf sich nehmen muss.

Nachdem über viele Jahre hinweg zwei Vollzeitbereichslehrerstellen für die Schausteller eingerichtet waren, sieht sich Herr Jost aktuell dieser Aufgabe allein ausgesetzt. Die DSB-Vertreter verdeutlichten dem Staatssekretär daher während des Gespräches den Bedarf einer zweiten Lehrerstelle, die nun nach Zustimmung durch die schleswig-holsteinische Bildungsministerin Frau Britta Ernst im kommenden Schuljahr eingerichtet wird.

Der BeKoSch-Standort Neumünster wird zudem trotz der Pensionierung des Schulleiters Herrn Udo Runow und der federführenden Berufsschullehrerin Marlies Kozielski-Nuske mit unvermindertem Engagement weitergeführt. Herr Runow kündigte hierzu an, dass Frau Kozielski-Nuske trotz ihres Ruhestandes noch auf Honorarbasis weiter für die Schausteller tätig sein und mittelfristig für eine adäquate Nachfolge gesorgt wird.

Die Sorgen um die Zukunft des BeKoSch-Stützpunktes konnten den Schleswig-Holsteiner Schaustellern somit im weiteren Verlauf des Gespräches genommen werden.

Staatssekretär Loßack lobte das große Engagement aller Beteiligten und kündigte an, sich zeitnah selbst vor Ort einen Eindruck von der Arbeit am Standort Neumünster verschaffen zu wollen, um die BeKoSch-Lehrgänge auch in Zukunft von Seiten des Ministeriums bestmöglich unterstützen zu können: "Neben der schulischen Bildung ist eine qualifizierte berufliche Aus- und Weiterbildung  der Schlüssel für eine erfolgreiche Zukunft. Umso wichtiger ist es, dass wir mit vereinten Kräften Perspektiven für die individuelle Entwicklung der Schaustellerjugend schaffen.", so Staatssekretär Loßack während des Gespräches.

Darüber hinaus erläuterten die DSB-Vertreter das Konzept des von der EU geförderten, deutsch holländischen Projekts "INVET", zur Feststellung informeller Kompetenzen, die sich der Schaustellernachwuchs im Alltag bereits aneignen konnte. Gedanke hinter dieser Maßnahme ist, den Jugendlichen nach Feststellung ihrer Kompetenzen geeignete, zusätzliche Bildungsangebote unterbreiten zu können, um im Beruf des Schaustellers noch besser und damit konkurrenzfähiger zu werden. Das Projekt schloss mit der Absicht ab, dass den Jugendlichen zukünftig an allen BeKoSch Standorten in Deutschland feststellende Gespräche dieser Art angeboten werden können.

Nachdem im letzten Jahr bereits ein Gespräch mit der schleswig-holsteinischen Bildungsministerin Britta Ernst stattfand, schlug Staatssekretär Loßack abschließend vor, zukünftig jährlich im persönlichen Gespräch in einen Dialog zu treten, was von Seiten der Schausteller sehr begrüßt wurde.

DSB-Fachberater Andreas Horlbeck wird sich auch in Zukunft gemeinsam mit der DSB-Hauptgeschäftsstelle für die Verbesserung der Lehrsituation für den Schaustellernachwuchs in Schleswig-Holstein einsetzen: "Das Bundesland hat im Bereich der Bildung von beruflich Reisenden seit vielen Jahren vorbildliche Arbeit geleistet. Nun freuen wir uns auf die weitere Zusammenarbeit und sind zuversichtlich, dass Schleswig-Holstein auch zukünftig an diese gute Tradition anknüpfen und die schulische Versorgung für Schaustellerkinder weiter vorantreiben wird."