Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




Telefonbuchwerbung auf dem Rücken der Schaustellerbranche

Mit einem bundesweiten Radio-Funkspot bewirbt die „Das Örtliche Service- und Marketinggesellschaft“ seit dem 14. November 2011 ihre Telefonbücher – und beleidigt damit einen ganzen Berufszweig.

Eine Frau bestellt lauwarmen Glühwein, verbrannte Mandeln und eine Karte für das nicht TÜV-geprüfte Kinderkarussell – der angesprochene Verkäufer erwidert patzig, dass er dafür 41,50 Euro bekäme. So die Handlung des Spots, dessen Ausstieg dann die Empfehlung ist, mit dem Telefonbuch einen besseren Weihnachtsmarkt zu finden.
Die Branche der ca. 5.000 Schausteller in Deutschland findet das gar nicht witzig. „Freizeit zum Vergnügen zu machen, ist unser Job“, sagt Albert Ritter, Präsident des Deutschen Schaustellerbundes, „und wir können auch eine Menge Spaß verstehen. Doch geht es zu weit, wenn man uns miserable Qualität, Unfreundlichkeit und Wucher unterstellt.“
Der Gipfel sei, so Ritter, zu suggerieren, dass es auf den jetzt startenden Weihnachtsmärkten Karussells ohne TÜV-Prüfung gäbe. „Nirgends auf der Welt werden Fahrgeschäfte intensiver und kontinuierlicher überprüft, als in Deutschland. Neben Betriebserlaubnis, Ausführungsgenehmigungen und weiteren turnusmäßigen Checks gibt es vor jeder Inbetriebnahme eine technische Gebrauchsabnahme durch das örtliche Bauordnungsamt.“
Die Schausteller monieren, dass hier mit der Angst um Leib und Leben der Kinder Werbung gemacht wird. Sie haben nach Ausstrahlung des Spots vergeblich den Dialog gesucht, nun leiten sie rechtliche Schritte gegen „Das Örtliche“ ein, hinter dem u.a. der Branchenriese Deutsche Telekom steht.
„Allerorten beginnen die Märkte, die sich seit Jahren wachsender Beliebtheit der Gäste erfreuen. Ohne das Weihnachtsgeschäft kommt der Schausteller schon seit Jahren nicht mehr über die Runden. Eine Telefonbuchwerbung, die unseren ganzen Berufsstand in den Dreck zieht, können wir uns nicht leisten“, so Ritter.

Treatment Radiospot „Das Örtliche“
Weihnachtsmarktatmo, aber etwas nervig: ein weinendes Kind im Hintergrund, leiernder Sound
Eine Frau freundlich: „Hallo!“
Ein Mann antwortet grummelig: „Tach.“
Frau: „Zweimal lauwarmen Glühwein, bitte!“
Mann: „Klar.“
Frau: „Und eine Tu?te verbrannte Mandeln.“
Mann: „Auch das.“
Frau: „Ach, und eine Karte fu?r das nicht TÜV-geprüfte Kinderkarussell.“
Mann: „Ja, macht dann 42,50.“
Frau: „Boah..“
Off: Vielleicht mal einen anderen Weihnachtsmarkt ausprobieren? Die Weihnachtsmarktsuche von Das Örtliche hilft: Über 1.500 Märkte finden, testen und bewerten auf dasoertliche.de/weihnachtsmarkt
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