Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




Tausende Besucher feiern Neueröffnung des ältesten Karussells der Welt in Hanau

Am 22. Juli konnte das älteste noch erhaltene Karussell der Welt in Hanau-Wilhelmsbad nach jahrzehntelanger Renovierung endlich wieder seine Runden drehen. Bis zum 24. Juli feierten die Hanauer ein Karussellfest mit einem abwechslungsreichen Unterhaltungsprogramm, das Besucher aus aller Welt begeisterte.

Die restaurierten Kutschen und Pferde wurden bereits Mitte Juni zum Einbau angeliefert, knapp einen Monat später stellten der hessische Kunst- und Kulturminister Boris Rhein und Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky das Kulturdenkmal im Staatspark Hanau-Wilhelmsbad der gespannten Öffentlichkeit vor.

Auch DSB-Präsident Albert Ritter ließ es sich nicht nehmen, seine Glückwünsche zur Neueröffnung persönlich zu überbringen: "Ich freue mich sehr, dass das älteste Karussell der Welt seit heute endlich wieder seine Runden dreht und den Menschen wie schon vor mehr als 200 Jahren auch in Zukunft Freude schenken wird. Das Wilhelmsbader Karussell ist ein prachtvolles Zeitzeichen für das jahrhundertealte Bestehen unseres Schaustellergewerbes.", so Ritter bei der Eröffnungsveranstaltung.

Auch Daniela Schad, die Lebensgefährtin des Bundespräsidenten Joachim Gauck, war als Ehrengast vor Ort, da sie in Hanau aufwuchs und sich bereits als Kind sehnlichst eine Fahrt im Wilhelmsbader Karussell gewünscht hatte. Während der Eröffnung hatte sie nun die besondere Ehre, das Karussell mit einem Knopfdruck wieder zum Leben zu erwecken.

Während der Eröffnungsfeierlichkeiten konnten sich die Besucher auch mit der Technik unter dem Karussell vertraut machen und ließen sich mit großem Interesse die mechanischen Details des Karussells erklären: Alleine die Säule, um die das Karussell auf seinem künstlichen Hügel rotiert, ist neun Meter hoch. Der riesige Zahnkranz unter der Bodenplatte hat einen Durchmesser von 16 Metern.

Der Ansturm am Eröffnungswochenende übertraf alle Erwartungen der Veranstalter. Wegen des großen Interesses der Besucher wurde das Karussell am 31. Juli daher spontan ein weiteres Mal geöffnet. Zukünftig wird das Karussell an ausgewählten Tagen fahren. Fahrgäste dürfen ihre Runden dann allerdings nur in den schmuckvoll verzierten Kutschen drehen, damit so die liebevoll restaurierten Pferde geschont werden können.

Das Karussell erzählt eine mehr als 200-jährige Geschichte: Im Jahre 1779 ließ Erbprinz Wilhelm I. von Hessen-Kassel im Kurpark Hanau-Wilhelmsbad unter Leitung seines Architekten Franz Ludwig von Cancrin ein einmaliges Bauwerk errichten, das die Menschen heute ebenso wie damals anzieht und begeistert.

Fotonachweis: Stefan Bahn