Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




Schaustellerverband beweist seine Stärke

Der Delegiertentag des Deutschen Schaustellerbundes stand in diesem Jahr unter dem Motto "Wir machen Freizeit zum Vergnügen!" Doch um den Besuchern der Volksfeste auch in Zukunft dieses Vergnügen bereiten zu können, müssen die Rahmenbedingungen für die Schausteller stimmen. Vor dem Hintergrund aktueller Branchenprobleme wie den Windlast- und Umweltschutzzonen sowie Gebührenbelastungen trafen sich vom 26.-28. Januar 2008 in Stuttgart die Delegierten der DSB-Mitgliedsverbände zum Informations- und Meinungsaustausch.

Einigkeit macht stark! Tagung des deutschen Schaustellerparlaments in Stuttgart

Einstimmung beschloss das höchste Gremium im Deutschen Schaustellerbund Maßnahmen zu den Themen "Bearbeitungsgebühren für Bewerbungen", "Zulassungsverfahren", "Beschäftigung von Saisonarbeitskräften aus Bulgarien und der Ukraine", "Platzvergabe" und "Umweltzonen". Bereits im Vorfeld der Tagung hatte Präsident Albert Ritter auf einer Pressekonferenz hinsichtlich der Umsetzung der Kennzeichnungsverordnung generelle Ausnahmen für Schaustellerfahrzeuge gefordert und die Fahrverbote als ein "Berufsverbot" für das Schaustellergewerbe kritisiert. Diese Praxis gefährde die berufliche Existenz der Schausteller.

Kundgebung mit politischen Signalen
"Deutschland wäre ärmer ohne die Schausteller, den sie schaffen den Menschen Träume und Illusionen!" Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium Ullrich Kasparick geizte in seiner Rede an die über 500 Gäste der Abschlusskundgebung nicht mit Lob und Anerkennung für das Schaustellergewerbe. Doch Kasparick beließ es – im Gegensatz zu manchen Berufsspitzenpolitikern – nicht bei verbalen Streicheleinheiten, sondern signalisierte in seinen Ausführungen zu den aktuellen Themen wie Umweltschutzzonen, Lenkzeitenüberwachung, Tachografenbefreiung und Windlastzonen die Bereitschaft seines Ministeriums, diese "heißen Eisen" anzupacken und gemeinsam mit dem DSB Lösungen zu schaffen.
Für den Tourismusausschuss des Deutschen Bundestages, dem für das Gewerbe wichtigsten politischen Gremium in Berlin, verwies Ernst Burgbacher MdB, Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion und Sprecher für Tourismuspolitik, auf die Bedeutung des Bundestagsbeschlusses zur Sicherung der Volksfeste. Dieses politische Statement sei das Ergebnis einer jahrelangen partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen den Schaustellern und der Politik.
Der Chef der Staatskanzlei des Landes Baden-Württemberg, Hubert Wicker, erklärte zum Thema Umweltzonen, dass die Spezialfahrzeuge der Beschicker generell und auf Dauer von den Fahrverboten ausgenommen seien. "Spezialfahrzeuge", so Wicker, "sind im Wege der Allgemeinverfügung von den Fahrverboten ausgenommen, wenn sie nicht nachrüstbar sind." Dies bedeute, dass die Beschicker etwa zum Auf- und Abbau des Stuttgarter Frühlingsfestes mit ihren alten Fahrzeugen auf den Wasen fahren dürfen. Damit erfüllte das Land Baden-Württemberg eine zentrale Forderung der DSB.
Bei allen Redebeiträgen wurde deutlich, dass der DSB eine anerkannte Größe in allen politischen Entscheidungsgremien ist. Zahlreiche Vertreter der Europäischen Schausteller-Union äußerten sich im Anschluss an die Kundgebung anerkennend über die Schlagkräftigkeit und Effektivität des Verbandes.
Präsident Albert dankte den Rednern für ihre Verbundenheit zum deutschen Schaustellergewerbe. Er forderte die Verantwortlichen im Bund, den Ländern, Gemeinden und Städten auf, die Volksfeste weiter zu unterstützen. Gleichzeitig warnte Ritter davor, das Kultur- und Wirtschaftsgut Volksfest einer Behördenwillkür auszusetzen. Ritter: "Wir brauchen keine Subventionen, jedoch die Luft zum Atmen!"

Rund um das Jahrestreffen: Workshops Fachsitzungen und Rahmenprogramm
Mit den Workshops "E-Learning – Lernen auf der Reise", Referenten Dr. Ulrich Voigt und Detlef Schubert von der Bezirksregierung Detmold und "Qualitätssicherung Glühwein", Referent Peter Rotthaus, Geschäftsführer Bundesverband der Deutschen Weinkellereien und des Weinfachhandels, präsentierte der DSB wie bereits auf den vergangenen Tagungen auch in Stuttgart kostenlose Weiterbildungsangebote. Das große Interesse an beiden Veranstaltungen gibt dem DSB-Konzept recht. Schon "traditionell" fand in Stuttgart das von Vizepräsident Hempen moderierte Jugendforum statt.
Dass auf dem Stuttgarter Delegiertentag auch ausgiebig gefeiert werden konnte, dafür hatte der gastgebende Schaustellerverband Südwest Stuttgart mit einem attraktiven Rahmenprogramm aus Kommersabend, Jugendball, Damennachmittag und Damen-Gala-Ball gesorgt.

Fachmesse Interschau-Technofolies 2008 erstmals in Stuttgart
Der 59. Delegiertentag bildete den Auftakt für eine weiteres Branchenhighlight, das im Oktober 2008 in Stuttgart stattfindet. Vom 29. bis 31. Oktober öffnet erstmals die Interschau-Technofolies in den neuen Stuttgarter Messehallen ihre Pforten. Die europäische Leitmesse für Freizeitparks, Amusement und Schausteller präsentiert einen Überblick zu den neuesten Entwicklungen rund um Fahrgeschäfte, Freizeitpark-Einrichtungen, Ausrüstungen und Veranstaltungstechnik. Präsident Ritter: "Unser Ziel ist es nach wie vor, alle Kräfte der Freizeitbranche zu einer große Messe zusammenzuführen. Jeder, der etwas anderes behauptet, zitiert den DSB falsch."