Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




Schaustellerparlament tagt in Berlin

Vom 12. bis 14. Januar 2009 fand in Berlin der 60. Delegiertentag des Deutschen Schaustellerbundes statt. Über 300 Delegierte aus 64 Mitgliedsverbänden diskutierten in Fachgruppen, Arbeitskreisen und im Delegiertenforum aktuelle Themen des Berufsstandes.

Bundesjustizministerin Brigitte Zypries zu Gast auf dem Delegiertentag des Deutschen Schaustellerbundes 2009 in Berlin

Bei den Präsidiumswahlen wurde Albert Ritter mit großer Mehrheit in seinem Amt als Präsident der weltgrößten Schaustellerorganisation bestätigt. Ihm zur Seite stehen die Vizepräsidenten Klaus Wilhelm (Berufsfragen), Lorenz Kalb (Organisation) und Michael Hempen (Marketing), die ebenfalls mit sehr guten Wahlergebnissen in ihren Ämtern bestätigt wurden. Der 1. Vorsitzende des Fachverbands reisender Schausteller Land Brandenburg, Thilo-Harry Wollenschlaeger, wurde zum neuen Vizepräsidenten für Finanzen gewählt. Der bisherige Amtsinhaber Willi Schemel hatte nicht mehr kandidiert. Für seine herausragenden Verdienste um den DSB und das Schaustellergewerbe ernannte Präsident Ritter Willi Schemel zum Ehrenmitglied. Die Ehrenmitgliedschaft ist die höchste Auszeichnung des DSB. Neben Willi Schemel ist der langjährige Vizepräsident Karl-Heinz Fehrensen Träger dieses Ehrentitel.


Schwerpunkte 2009: Bildung und Kulturgut Volksfest
In seinem Geschäftsbericht verwies Hauptgeschäftsführer Helmut Gels auf die Erfolge des DSB beim Kampf um die Erhaltung von Volksfestveranstaltungen. Diese Ergebnisse seien aber auch in Zukunft nur dann möglich, wenn alle Schausteller in einer starken Berufsorganisation organisiert seien. Die Mitgliedschaft und der Zusammenhalt im DSB seien eine unbedingte Voraussetzung für die Sicherung des Schaustellergewerbes.
Die Delegierten bekräftigten in Berlin die Forderung nach einer Anerkennung der Volksfeste als schutzwürdiges immaterielles Kulturgut. Kulturstaatsminister Bernd Neumann hatte auf einer Großkundgebung zu Beginn des Delegiertentages bereits die Unterstützung der Bundesregierung zu diesem Thema zugesagt. Weiterhin beschloss das Schaustellerparlament für dieses Jahr eine Bildungsinitiative zur Verbesserung der Bildungschancen für Schaustellerkinder und -jugendliche im Rahmen der Individualförderung.


Zukunft des Schaustellerparlamentes gefestigt
Im Rahmen der Beratungstagung diskutierte das Plenum Anträge zu Berufsfragen und Organisation. So wurden das Präsidium und die Hauptgeschäftsstelle aufgefordert, mit dem Bundesverkehrsministerium Gespräche zu führen, um Erleichterungen im Verfahren für Fahrstreckengenehmigungen für Schwertransporte zu erzielen. Weiterhin wird der DSB die Rechtmäßigkeit der Abgabepflicht nach dem Künstlersozialversicherungsgesetz überprüfen und sich für eine praktikable Regelung einsetzen, um die ordnungsgemäße Anmeldung von Arbeitskräften, die kurzfristig an Wochenenden und Feiertagen angestellt werden, zu gewährleisten.
Zur Durchführung von Delegiertentagen wurden folgende Beschlüsse gefasst: Optionen erhielten die Städte Düsseldorf (2010), Vechta (2012), Frankfurt (2013) und das Ruhrgebiet/ArGe NRW Mitte (2014). Im Jahr 2011 ist Paderborn Gastgeber des Delegiertentages.


Bundesjustizministerin Brigitte Zypries als Überraschungsgast
Waren mit Kulturstaatsminister Bernd Neumann, Berlins Wirtschaftssenator Harald Wolf, Staatssekretärin Dagmar Wöhrl, dem Tourismusbeauftragte der Bundesregierung Ernst Hinsken und der stellvertretenden FDP-Bundesvorsitzenden Cornelia Pieper auf der Großkundgebung bereits zahlreiche prominente Politiker der Einladung des DSB gefolgt, so konnte Präsident Albert Ritter am zweiten Tag der Delegiertenversammlung einen weiteren Ehrengast begrüßen: Dank der freundlichen Vermittlung durch den Darmstädter Schaustellerverband sprach Bundesjustizministerin Brigitte Zypries zu den Delegierten. Die Ministerin betonte als großer Kirmes-Fan die wirtschaftliche und soziale Bedeutung der Volksfeste. Um die politischen Themen und Forderungen des DSB einmal "in Ruhe" besprechen zu können, kündigte Brigitte Zypries ein Gespräch im Bundesjustizministerium an, an dem auch Bundesarbeitsminister Olaf Scholz teilnehmen werde. Die Ministerin ließ es sich im Anschluss an ihr Grußwort nicht nehmen, gemeinsam mit Präsident Albert Ritte die Auszeichnungen von verdienten Schaustellern vorzunehmen.

Wahlergebnisse im Überblick
Präsidium
• Präsident Albert Ritter
• Vizepräsident für Organisationsfragen Lorenz Kalb
• Vizepräsident für Berufsfragen Klaus Wilhelm
• Vizepräsident für Marketing Michael Hempen
• Vizepräsident für Finanzen Thilo-Harry Wollenschlaeger

Bundesfachberater und Stellvertreter
• Schau und Belustigung
Emil Lehman und Robert Heitmann
• Fahrgeschäfte
Fritz Heitmann und Christian Uhse
• Ausspielungsgeschäfte
Georg Löwenthal und Wilfried Grupe
• Schießgeschäfte
Ulrich Schmidt jun. und Diana Schliebs
• Verkaufsgeschäfte nach Schaustellerart
Gerhard Berger und Renate Kleiner
• Reisende Zeltgaststätten nach Schaustellerart
Guido Ehlers und Klaus Peter Miller
• Bildung
Andreas Horlbeck und Marlis Löwenthal
• Bundesfahnenträger
Robert Heitmann und Willi Fellerhoff


• Revisoren
Joachim Hohl, Angela Bruch und Phillip Traber (Stellvertreter)
• Protokollführer
Ewald Telsemeyer
• ESU-Delegierte
Wilhelm Schemel, Robert Heitmann, Bernd Kracke jun., Fritz Heitmann, Oscar Bruch jun.