Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




„Schaustellerei kommt von ‘zur Schau stellen’“

Marketingideen für das Schaustellergewerbe

© Deutscher Schaustellerbund e.V.

Seit jeher unterhalten wir Schausteller die Besucher unserer vielfältigen Volksfeste, Kirmessen und Weihnachtsmärkte in Deutschland, indem wir ihnen mit unseren Attraktionen Abwechslung vom Alltag bieten, sie mit unserem Frohsinn anstecken und gute Laune stiften. Doch in den letzten Jahren hat unsere Branche starke Konkurrenz bekommen: Einkaufscenter, Casinos, Kinos und fest installierte Freizeitparks bieten rund um die Uhr Möglichkeiten zum Freizeitvertreib. Freundschaften werden online gepflegt, Fernsehen, DVD und Videospiele sorgen für Unterhaltung in den eigenen vier Wänden. Die DSB-Studie „Wirtschaftsfaktor Volksfeste“  hat gezeigt: Viele unserer Volksfestveranstaltungen leiden unter Besucherschwund! „Doch anstatt Trübsal zu blasen und den Kopf in den Sand zu stecken, liegt es an uns Schaustellern, unsere Arbeit zu hinterfragen und gemeinsam an einem Strang zu ziehen“, so DSB-Vizepräsident für Marketing Michael Hempen.

Denn jede Kommune braucht inmitten des gesellschaftlichen Alltags ihre Feste, auf denen Alt und Jung, Freunde, Bekannte und Nachbarn sich begegnen und die ansässigen Sozialvereine (Kunst, Kultur, Sport) integrativer Bestandteil sind.

„Manche Probleme sind hausgemacht und können nur durch unser gemeinsames Engagement angegangen werden“, so Michael Hempen. Deshalb sollte sich jeder Schausteller bei seiner Arbeit folgende drei Fragen stellen:

  1. Warum bin ich Schausteller?
  2. Warum sollen die Besucher kommen?
  3. Wie kann ich das Publikum zufrieden stellen?

Zurück zu den Wurzeln

Zuallererst sollten wir uns auf unsere Grundsätze zurückbesinnen: Schausteller zu sein, bedeutet „sich zur Schau stellen“, also sich selbst, seinen Betrieb, seine Attraktion im Scheinwerferlicht zu präsentieren und den Besuchern eine Show zu bieten. Wir Schausteller sind das lebendige Aushängeschild für unser Gewerbe: Als wandelnde Reklametafel sorgen wir für Aufmerksamkeit und animieren die Volksfestbesucher zum Mitmachen. Wir sind die Moderatoren unserer Geschäfte und Attraktionen, die wir den Besuchern aktiv schmackhaft machen müssen. Schaustellerei ist die Kunst, den gewissen Funken überspringen zu lassen, mit dem wir die Besucher verzaubern können. Volksfeste müssen Tür und Tor für Illusionen öffnen, in die die Besucher für einen Nachmittag, einen Abend oder einen ganzen Tag eintauchen können.

Akzente setzen

Oft sind es die kleinen Dinge, die den Unterschied machen. Wer eine Illusion schaffen will, der muss in eine Rolle schlüpfen und damit in das passende Outfit: Wer Bratwürste verkauft, kann mit einer Schürze und Kochmütze den perfekten Fleischer mimen, bei süßen Leckereien unterstreichen Verkäuferinnen und Verkäufer mit Konditorjacken den Anblick der feinen Leckereien. Ganz wichtig dabei: Die Speisen vor den Augen des Publikums zuzubereiten. Ob Mandeln, kandierte Früchte, Schokobananen, Bratwürste, Langos oder Flammkuchen. All diese Produkte können im Wagen vor Publikum zubereitet werden, damit sich diese selbst von der Qualität unserer Produkte überzeugen können. Denn wir Schausteller verkaufen nicht nur Produkte, sondern auch eine schöne, heile Welt. Und diese soll am besten schon am Eingang des Volksfestes beginnen: Mit einer Konfettimaschine, die bunte Papierschnipsel auf die Besucher hinabregnen lässt, mit Stelzenläufern und Feuerspuckern, die die Besucher in unserer bunten, fabelhaften Welt willkommen heißen.

Die Mischung macht’s

Zu einem lebendigen Volksfest gehört eine vielfältige Mischung aus unterschiedlichen Schaustellergeschäften: Riesenrad, Luftballonverkäufer, Kinderkarussell, Wurfbude – das macht den Charme dieser Veranstaltungen aus. Volksfeste müssen ihren kulturellen Wert aufrechterhalten und authentisch bleiben, um sich gegenüber anderen Freizeitaktivitäten abzuheben. Aber genauso gilt für uns: Nicht nur an den alten Dingen festhalten, sondern Neuerungen offen gegenüberstehen! Gerade als traditionsreiche Berufsgruppe müssen wir zeigen, dass Volksfeste keine verstaubte Unterhaltung sind, sondern, dass wir Schausteller mit der Zeit gehen und moderne Marketingideen umsetzen. Die richtige Mischung aus modernen und traditionellen Schaustellerbetrieben erhält den Reiz der Volksfeste am Leben und macht sie zukunftsfähig.

„Mein Volksfest“

Wir Schausteller sind außerdem dafür verantwortlich, dass sich die Besucher mit ihrem Volksfest identifizieren, sich dort wohl fühlen und im nächsten Jahr wieder kommen. Denn die Bindung der Volksfestbesucher ist das A.O. für jedes Volksfest. Dafür müssen wir gemeinsam arbeiten, auch zusammen mit den Veranstaltern. Werbeaktionen, wie Familientage und Schülerrabatte müssen jedes Jahr aufs Neue in Abstimmung mit den Schulämtern vor Ort festgelegt werden, um erfolgreich zu sein. Denn ein Familientag mit Sonderrabatten, die um 16 Uhr enden, wenn die Schüler an diesem Tag  bis um 15 Uhr in der Schule sitzen, macht die Volksfestplätze nicht voller. Wenn wir Schausteller diese Grundregeln beachten, können wir mit unserem eigenem Engagement die Volksfeste, Kirmessen und Jahrmärkte, ob groß oder klein, mit Besuchern füllen. Auch so kämpfen wir um den Erhalt dieser Veranstaltungen. „Eine Frage sollten wir uns daher immer stellen: Wie habe ich mit meinem Geschäft zum Erfolg des Volksfestes mit beitragen?“, sagt Michael Hempen. „Mehr Kampfgeist, mehr Kreativität, mehr Gemeinschaft – damit können wir Schausteller ein zukunftsfähiges Gewerbe bleiben.“