Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




Schaustellerbund: Volksfeste in Deutschland werden kaputt gespart!

Die Wirtschaftskrise in Deutschland ist auf den Volksfesten angekommen. Die Angst der Bundesbürger, künftig mit ihrem Geld nicht mehr auszukommen, hat für Umsatzrückgänge im Schaustellergewerbe gesorgt. Der Deutsche Schaustellerbund (DSB) befürchtet, dass die Volksfeste durch die Steuer- und Finanzmaßnahmen der Bundesregierung kaputt gespart werden und fordert eine konsumfreundliche Politik.

 

Berlin, 17. Juli 2008. "Die Bundesregierung verfolgt mit ihrer aktuellen Finanz- und Steuerpolitik einen falschen Weg", sagte DSB-Präsident Albert Ritter am Donnerstag in Berlin. Die Konsolidierung sorge zunehmend für Belastungen der Tourismuswirtschaft. Vor allem die über 12.000 Volksfeste in Deutschland seien hiervon betroffen. Ständig steigende Kosten ließen den Menschen immer weniger Geld zum Besuch der Veranstaltungen. Doch wenn die Volksfeste sterben, stirbt ein bedeutender Wirtschaftszweig der Freizeitindustrie. Volksfeste erzielen Umsätze in Milliardenhöhe und bringen zusätzliche Einkommen und Steuereinnahmen für die veranstaltenden Städte und Regionen. Daneben profitieren Branchen, wie beispielsweise Hotellerie und Gastronomie sowie Bäckereien, Lebensmittelhandel und Brauereien von den Veranstaltungen.

Sinkende Umsätze und bedrohte Arbeitsplätze
Für das Schaustellergewerbe hat die Konsumflaute auf den Plätzen dramatische Konsequenzen. In einer repräsentativen Umfrage des Schaustellerbundes bezeichneten Anfang Juli 70 Prozent der Schaustellerunternehmen die gegenwärtige Wirtschaftslage als "schlecht bis sehr schlecht". Die Umsätze seien im Vergleich zum Vorjahr um bis zu 20 Prozent zurückgegangen. Im Jahr 2007 wurden durch Volksfeste in Deutschland 2 Milliarden Euro erzielt. 2001 lagen die Umsätze noch bei 3,92 Milliarden Euro.
Als weitere Gründe für die schlechten Wirtschaftsergebnisse nannten die Unternehmen die gestiegenen Strom- und Transportkosten. Viele Betriebe könnten den Preisdruck nicht mehr schultern. Präsident Albert Ritter: "Ein Fahrgeschäft verbraucht im Laufe einer zehntägigen Veranstaltung bis zu 4000 Kilowattstunden, da fällt jeder Cent, den der Strom teurer wird, ins Gewicht." Die 5000 überwiegend klein- und mittelständischen Schaustellerunternehmen in Deutschland beschäftigen 45.700 Mitarbeiter. Viele Schausteller sehen sich durch die Preisexplosionen in ihrer Existenz bedroht. 10 Prozent gaben in der DSB-Umfrage an, wegen der hohen Kostenbelastung bereits heute vor einer Geschäftsschließung zu stehen.

"Mut machen durch eine konsumfreundliche Politik."
Entgegen der Äußerungen aus dem Bundesfinanzministerium gibt es nach Meinung des Deutschen Schaustellerbundes sehr wohl einen Spielraum, ohne Verzug Steuersenkungen anzupeilen. Ein solches Signal wäre geeignet, dem grassierenden Angstsparen der Bürger entgegenzuwirken und etwas für die Belebung der Binnenkonjunktur zu tun. "Es gilt, den Bürgern durch eine konsumfreundliche Politik Mut zu machen", betonte DSB-Hauptgeschäftsführer Helmut Gels. Als Beispiele nannte er die Rückkehr zur alten Form der Pendlerpauschale oder die Senkung der Mineralölsteuer. Spürbare Entlastungseffekte seien zudem über Korrekturen bei der Lohn- und Einkommenssteuer machbar.

Weitere Informationen: DSB-Statement

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