Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




Schausteller sind für die Zukunft optimistisch

Trotz wirtschaftlich schwieriger Zeiten blicken Deutschlands Schausteller erstmals seit Jahren optimistisch in die Zukunft. Die Erwartungen für das Jahr 2010 sind mit Blick auf die immer noch nicht überstandene Wirtschaftskrise durchaus positiv. Der Ausblick der Branche auf die kommende Saison gilt inzwischen als wichtiger Konsumklimaindikator für die gesamte Freizeit- und Tourismusindustrie.

Pressekonferenz mit dem 1. Vorsitzenden des Düsseldorfer Schaustellerverbandes, Bruno Schmelter, Hauptgeschäftsführer Helmut Gels, Präsident Albert Ritter und Pressereferent Norbert Faltin (v.l.)

"Wir Schausteller können optimistisch in die kommende Saison starten. Es ist gerade ein Jahr her, als uns die Wirtschaftsinstitute auf harte Zeiten eingestimmt haben", sagte Albert Ritter, Präsident des Deutschen Schaustellerbundes (DSB) am 18. Januar 2010 auf einer Pressekonferenz zu Beginn des 61. Delegiertentages in Düsseldorf. "Die Menschen haben uns in diesen schweren Zeiten die Treue gehalten, und somit sind die befürchteten Einbrüche in unserer Branche ausgeblieben. Das hat auch das jüngste Ergebnis des für uns Schausteller so wichtige Weihnachtsgeschäfts gezeigt, mit dem wir zufrieden waren", erklärte Ritter und spielt damit das gegenläufige Besucherverhalten auf den Festplätzen an. "Das Freizeitverhalten wird sich auch in diesem Jahr ähnlich generieren wie im abgelaufenen Jahr, und die Menschen suchen ihr Vergnügen eher in der näheren Umgebung. Wir Schausteller können von diesem Umdenken profitieren und sind den Besuchern dankbar dafür. In den letzten Jahren haben wir durch den wirtschaftlichen Abschwung viele Federn lassen müssen und können nach Jahren erstmals durchatmen."

Trend zur Tradition
Hauptgeschäftsführer Helmut Gels sieht im Besucherverhalten einen eindeutigen Trend zur Tradition: "Viele Städte und Gemeinden verdanken ihren Ursprung dem Vergnügen um die Märkte herum. Daraus entwickelte sich ein Gemeinwesen, und das sind heute die Wurzeln vieler Städte und Gemeinden. Dem hat jüngst das Bundesverwaltungsgericht Rechnung getragen und festgestellt, dass Volksfeste zur Daseinsvorsorge von Städten und Gemeinden gehören. Sie müssen im Bestand erhalten werden, weil mit ihnen traditionelle, soziale und kulturelle Aspekte verbunden sind." Diese offizielle Bestätigung sei für die Schausteller eine große Hilfestellung. Die Tradition müsse sich aber auch den veränderten Voraus-setzungen stellen, um zu überleben. "Wir hatten eine Zeit, wo das Jugendliche im Vordergrund stand, immer höher, immer schneller, immer verrückter. Heute gibt es die Besinnung auf das traditionell Familiäre, man sagt, Sammelpunkt aller Generationen. Wir kommen zurück zum Ursprung als Sammelplatz der Bereiche eines gemeinschaftlichen Lebens", erläutert Gels.
Trotz dieser positiven Entwicklung dürfe nicht vergessen werden, dass sich die Schaustellerbranche nach wie vor in einem harten Konkurrenzkampf zu den zahlreichen alternativen Angeboten im Freizeit- und Unterhaltungsbereich befindet. Hinzu komme der immerwährende Kampf um akzeptable Rahmenbedingungen für das Schaustellergewerbe.