Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




Schausteller demonstrieren gemeinsam gegen Bebauung des Eichplatzes in Jena!

Städtischer Bebauungsplan gefährdet Frühlingsfest und Weihnachtsmarkt! DSB fordert den Oberbürgermeister zu Gesprächen auf!

Foto: Michael Groß

Unsere Schaustellerkolleginnen und -kollegen in Jena wehren sich massiv gegen die geplante Bebauung des Eichplatzes: Mit Spruchbändern und Transparenten demonstrierten sie in den vergangenen Wochen gegen die Vertreibung vom angestammten Festplatz – und damit für den Erhalt des Volksfests sowie des beliebten Jenaer Weihnachtsmarktes. Denn eine Bebauung des Eichplatzes würde das Ende für diese Traditionsveranstaltungen bedeuten.

Im Vorfeld hatten Dirk Kirchner, 1. Vorsitzender des Thüringer Verbands Reisender Schausteller e.V. und seine Kollegen der Jenaer Stadtverwaltung bereits Gesprächsangebote unterbreitet. Als die Stadt ihnen einen Termin verweigerte, wendeten sich die Thüringer Schausteller an den DSB. Dieser richtete umgehend einen dringenden Appell an den Oberbürgermeister Dr. Albrecht Schröter: Darin verweist Hauptgeschäftsführer Frank Hakelberg u.a. auf die höchstrichterlich bestätigte Aufgabe der Kommunen, „Volksfeste und Weihnachtsmärkte als kultur- und identitätsstiftende Veranstaltungen besonders zu schützen und zu fördern“. Denn Volksfeste und Weihnachtsmärkte bringen nicht nur Menschen unterschiedlicher sozialer Herkunft, unterschiedlichen Alters und Nationalität zusammen – sie bringen auch enorme wirtschaftliche Vorteile. Umso befremdlicher ist es, wenn diesen Traditionsveranstaltungen in Jena im wahrsten Sinne des Wortes „der Boden unter den Füßen weggezogen“ werden soll. Mit diesen klaren Worten an den Oberbürgermeister machte der DSB auf die Dringlichkeit der Angelegenheit für die Schausteller aufmerksam. Denn: „Für unsere Mitglieder ist Ihr Eichplatz nicht ‘irgendein Ort’, sondern der einzige Ort in Jena, wo sie ihrer Berufstätigkeit nachgehen können“, so der DSB.

Wie akut die Jenaer Schausteller von der geplanten Bebauung des Eichplatzes bedroht sind, verdeutlicht DSB-Mitglied Mario Schmökel, der seit 13 Jahren mit seinem Autoskooter den Jenaer Frühlingsmarkt, das Altstadtfest und den Weihnachtsmarkt beschickt: „Also 50 Tage im Jahr in Jena – das ist für mich die Hälfte der gesamten Saison. Ich finde, die Stadt Jena hat eine gewisse kulturelle Verpflichtung, einen Rummelplatz vorzuhalten“, sagte er der Thüringer Presse. Der DSB hob in seiner Resolution an die Stadtverwaltung abschließend noch einmal die Bedeutung von Volksfesten und Weihnachtsmärkten als „wichtige Magneten im regionalen Tourismus, auch für den Einkaufstourismus“ hervor und forderte den Oberbürgermeister zu einem offenen Gespräch mit den Thüringer Schaustellern auf. Der DSB steht den Schaustellerkolleginnen und -kollegen in Jena tatkräftig zur Seite. Wir lassen euch nicht allein – Einigkeit macht stark!